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Havelland Corona-Virus: Havelland Kliniken sind vorbereitet
Lokales Havelland Corona-Virus: Havelland Kliniken sind vorbereitet
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18:39 05.02.2020
Quelle: dpa
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Havelland

Die Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland durch das Corona-Virus aus China bleibt derzeit weiterhin gering. Das schreibt das Robert-Koch-Institut auf seiner Internetseite. Allerdings könne sich diese Einschätzung kurzfristig durch neue Erkenntnisse ändern, heißt es.

Bei den Havelland Kliniken in Nauen und Rathenow jedenfalls ist man gewappnet, sollte ein Patient oder mehrere mit dieser Atemwegserkrankung eingeliefert werden. Dann läuft die ganze „Maschinerie“ an, die für solche Ausnahmefälle vorgesehen ist.

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Es gibt ein Ausbruchsmanagement

So gibt es ähnlich wie beispielsweise bei einem Zuganfall mit vielen Verletzten Ablaufpläne – in diesem Fall ein so genanntes Ausbruchsmanagement, wie Kliniken-Sprecherin Babette Dietrich sagt. „Es ist ein festgelegtes Schema, das auch immer mal wieder trainiert und angepasst wird. Die Patienten werden als erstes isoliert und es werden Proben genommen“, sagt sie.

Infos zum Corona-Virus

Corona-Viren wurden laut Robert-Koch-Institut erstmals Mitte der 60er-Jahre identifiziert. Sie verursachen in Menschen verschiedene Krankheiten – von gewöhnlichen Erkältungen bis zu gefährlichen Krankheiten.

Gewöhnliche Corona-Viren verursachen meist eine milde Erkältungssympomatik mit Husten und Schnupfen. Bestimmte Viren können aber auch schwere Infektionen der unteren Atemwege verursachen.

Personen, die Symptome wie Fieber oder Atemwegsprobleme entwickeln und sich zuvor in einem Risikogebiet aufgehalten haben, sollten ihren Arzt aufsuchen. Wichtig ist: Unbedingt vorher anrufen, rät das Robert-Koch-Institut. Das gilt auch für Personen die engen Kontakt mit Personen hatten, bei denen das Virus nachgewiesen worden ist.

Weitere Informationen auf der Seite des Robert-Koch-Institutes unter www.rki.de.

Spezielle, leerstehende Räume gibt es dafür in den Krankenhäusern nicht. Es werden vielmehr genau festgelegte Zimmer genutzt, die im normalen Klinikbetrieb anderen Zwecken dienen.

Keine eindeutigen Symptome

„Schwierig ist in dem Fall, dass es keine klare und eindeutige Symptomatik gibt“, sagt Babette Dietrich. Sprich: Mit dem Corona-Virus infizierte Personen verspüren unter Umständen keine anderen Beschwerden als ein normaler Grippe-Patient.

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Um herauszufinden, ob der Patient Influenca hat, sind die Krankenhäuser angewiesen, einen entsprechenden Schnelltest anzuwenden. Somit kann dann gegebenenfalls die Grippe bestätigt oder ausgeschlossen werden.

Der Eingangsbereich der Nauener Klinik. Für den Fall, dass es irgendwann im Havelland Patienten mit dem Corona-Virus gibt, ist ein Ausbruchsmanagement festgelegt. Quelle: Andreas Kaatz

Neben dem Schnelltest gibt es weitere Handlungsempfehlungen vom Landkreis. „Dazu gehörte beispielsweise auch, wie die Schutzkleidung gestaltet werden muss“, sagt die Klinik-Sprecherin. Zudem informiere man sich ständig in einem nichtöffentlichen Bereich auf der Seite des Robert-Koch-Instituts im Internet über die aktuellen Entwicklungen.

Vorher den Hausarzt anrufen

Babette Dietrich empfiehlt: Wer den Verdacht hat – entsprechend den Kriterien des Robert-Koch-Instituts – , dass er infiziert sein könnte, der sollte als erstes nicht etwa Wartezimmer oder die Notaufnahme aufsuchen, sondern sich vorher telefonisch beim Hausarzt melden, um nicht andere Menschen anzustecken. „Man kann nur hoffen, dass sie es vernünftig abklären lassen und dann hoffentlich eine Entwarnung bekommen“, sagt sie.

Derweil machen sich viele Menschen hierzulande Sorgen, trotz der momentan geringen Gefahr. Das hat zur Folge, dass Gesichtsmasken, mit denen sich manche schützen wollen, in Apotheken häufig ausverkauft sind. Dies kann auch die Pharmazeutisch technische Assistentin Yvonne Müller aus der Adler-Apotheke in Nauen bestätigen. Dort waren die Masken gerade wieder vergriffen, als die MAZ angerufen hatte.

Hygiene ist wichtig

Allerdings würden die einfacheren Modelle den Virus ohnehin nicht abhalten können, dazu benötige man richtige Sicherheitsmasken, meinte sie und empfiehlt: „Vor allem die Hygiene ist wichtig.“

Dazu gehöre häufiges Händewaschen, Desinfektions-Gel in der Handtasche und etwa 1,5 Meter Abstand zu einem Erkrankten. Dass Gesichtsmasken gekauft werden, hänge aber nicht nur mit dem Corona-Virus zusammen, sondern allgemein mit der momentanen Grippezeit.

Viel größerer Bedarf an Masken

Auch Alexander Brozio von der Regenbogen-Apotheke in Falkensee empfiehlt, vor allem die Hygiene im Blick zu behalten. „Man sollte unbedingt immer die Hände desinfizieren und sich nicht ins Gesicht fassen.“ Dass der Corona-Virus zu einem größeren Absatz bei Gesichtsmasken beigetragen hat, sei deutlich zu merken.

„Wir warten derzeit auch darauf, dass es wieder welche gibt.“ Sowohl die einfacheren als auch die Masken der Schutzstufe 3, die tatsächlich gegen Viren wirken, waren zum Zeitpunkt des MAZ-Anrufs nicht mehr zu haben.

Brozio macht für die stark erhöhte Nachfrage auch eine gewisse Panikmache in sozialen Medien verantwortlich. Dort kursierten viele falsche Informationen zum Thema.

Von Andreas Kaatz

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