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Dallgow-Döberitz Dallgower Bürgerbus ist jetzt barrierefrei
Lokales Havelland Dallgow-Döberitz Dallgower Bürgerbus ist jetzt barrierefrei
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17:04 11.04.2019
Gerhard Franzen (v.l.), Roger Lewandowski, Jürgen Hemberger und Ralf Böttcher haben den neuen Bürgerbus eingeweiht. Quelle: Danilo Hafer
Dallgow-Döberitz

Moderne Außenschwingtüren, ein gesicherter Platz für Rollstuhlfahrer und ein 7-Gang-Automatik-Getriebe. Das neue Fahrzeug des Dallgower-Bürgerbus-Vereins kann sich sehen lassen. Rund 123 000 Euro hat der barrierefreie VW-Bus, mit acht Sitzplätzen, gekostet. Bezahlt wurde er zu gleichen Teilen von der Gemeinde Dallgow-Döberitz und dem Landkreis Havelland. Donnerstagmittag wurde er vor dem Dallgower Bahnhof der Öffentlichkeit vorgestellt.

35 000 Fahrgäste in sechs Jahren

„Das ist heute ein ganz besonderes Ereignis für die Gemeinde, aber auch für den Landkreis“, sagte der Bürgerbus-Vereinschef Gerhard Franzen. Er habe vor sechs Jahren nicht daran geglaubt, dass es tatsächlich machbar ist, einen Bürgerbus in Dallgow zu etablieren. „Eher hätten wir die Nordsee leergetrunken“, sagte Franzen rückblickend. Es hat dann aber doch geklappt und der Bürgerbus ist inzwischen ein fester Bestandteil der Gemeinde. Seit der Gründung des Vereins haben die ehrenamtlichen Fahrer rund 35 000 Fahrgäste befördert und 200 000 Kilometer zurückgelegt.

Ab 16. April werden die ehrenamtlichen Bürgerbusfahrer mit dem neuen Bus auf Dallgows Straßen unterwegs sein. Quelle: Danilo Hafer

In letzter Zeit musste der rote Bus immer häufiger in die Werkstatt. „Es war nur noch eine Katastrophe“, sagte Reinhard Schönitz. Der Spandauer engagiert sich seit seinem Renteneintritt vor drei Jahren im Bürgerbus-Verein. „Ich bin viele Jahre Reisebus gefahren und wurde von einem Kollegen gefragt, ob ich nicht Lust hätte mitzumachen“, erzählte er. Die Bürgerbus-Fahrer arbeiten alle ehrenamtlich. Als Dankeschön reicht ihnen schon die Zufriedenheit ihrer Fahrgäste, zu denen hauptsächlich Senioren gehören – viele von ihnen Stammgäste.

Viele Senioren sind auf den Bürgerbus angewiesen

Auch Roswitha Michels nutzt den Bürgerbus schon seit es ihn gibt. Zweimal in der Woche steigt sie im Sperlingshof zu, um zur Physiotherapie zu fahren. „Ohne den Bürgerbus müsste ich erst den Berg runter zur nächsten Haltestelle. Vor allem bei Glatteis im Wintern oder wenn man bepackt ist, ist das nicht gerade angenehm“, erzählt die Seniorin. Auf die Bürgerbus-Fahrer lässt sie nichts kommen.

„Die machen einfach alles für die Fahrgäste und sammeln einen auch auf der Strecke ein, falls man es nicht echtzeitig zur Haltestelle geschafft hat“, so Roswitha Michels. Das Engagement der Männer und Frauen, die sich täglich hinters Lenkrad setzen, könne nicht hoch genug gewürdigt werden.

Der Bus ist barrierefrei und bietet auch Platz für einen Rollstuhlfahrer. Quelle: Danilo Hafer

„Im ganzem Land Brandenburg gibt es fünf Bürgerbuslinien, allein zwei davon im Havelland. Als Landkreis sind wir hier Beispielgebend“, betonte Landrat Roger Lewandowski (CDU).

Als Projekt für Senioren und Mobilität im Alter sei der Bürgerbus eine perfekte Ergänzung zu den Havelbus-Linien, betonte Dallgows Bürgermeister Jürgen Hemberger (FWG). „Dabei übernehmen die Fahrer sehr viel Verantwortung.“ Das Geld sei beim Bürgerbus daher genau an der richtigen Stelle ausgegeben worden. „Ich gebe lieber denen Geld, die etwas fordern und sich auch in der Gemeinde einbringen, als denen, die nur etwas fordern, aber nichts tun“, sagte Hemberger. Und getan wird beim Bürgerbus immer etwas.

Der neue Bus ist ab 16. April im Einsatz

In den kommenden Tagen sollen sich alle Fahrer mit dem neuen Gefährt vertraut machen. „Ab dem 16. April werden wir den Bus dann auf der Bürgerbus-Linie 670 offiziell einsetzen“, erklärte Gerhard Franzen. Der alte Bus wird dann verkauft. Vermissen werden ihn die Fahrer wohl nicht.

Von Danilo Hafer

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