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Dallgow-Döberitz Gymnasiallehrer will für die AfD in den Landtag – mit seinen Schülern spricht er darüber nicht
Lokales Havelland Dallgow-Döberitz Gymnasiallehrer will für die AfD in den Landtag – mit seinen Schülern spricht er darüber nicht
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16:04 29.07.2019
Dominik Kaufner lebt seit fünf Jahren im Havelland. Jetzt will er für die AfD in den Landtag einziehen. Quelle: Danilo Hafer
Dallgow-Döberitz

 Den Schritt, in die Öffentlichkeit zu gehen und sich politisch zur AfD zu bekennen, habe sich Dominik Kaufner nicht leicht gemacht. Lange habe er auch das Für und Wider für eine Kandidatur um ein politisches Amt abgewogen.

„Aber nach einiger Zeit habe ich mir gedacht: Wenn ich es nicht mache, dann macht es vielleicht niemand. Und dann habe ich mich dazu entschieden Gesicht zu zeigen“, sagt der 36-Jährige.

AfD-Mitglied der ersten Stunde

Bei der kommenden Landtagswahl am 1. September möchte Kaufner nun das Direktmandat für die AfD im Wahlkreis 5 (Nauen, Friesack, Brieselang, Wustermark, Ketzin/Havel und Nennhausen) gewinnen. Der Seeburger steht als Kandidat zudem auf Platz 13 der Landesliste der AfD. Politisch ist der Vater dreier Söhne und Lehrer an einem Spandauer Gymnasium bisher wenig bis gar nicht in Erscheinung getreten. 2013 trat Kaufner der frisch gegründeten Alternative für Deutschland als Fördermitglied bei.

Seit 2014 ist er vollwertiges Mitglied. Im vergangenen Dezember wurde der 36-Jährige zum ersten Stellvertretenden Vorsitzenden des AfD-Kreisverbandes Havelland gewählt.

Kaufner setzt auf Bildungspolitik

Als Gymnasiallehrer und ehemaliger Hochschuldozent sieht Dominik Kaufner seine Kompetenzen vor allem in der Bildungspolitik, womit er auch im Wahlkampf überzeugen möchte. „Schule sollte ideologiefrei sein. Und das ist sie meiner Meinung nach in Brandenburg nicht. Da liest man zum Beispiel von Gender-Mainstreaming, erklärtermaßen etwas, gegen das wir uns einsetzen“, so Kaufner.

Das Bundesfamilienministerium übersetzt diesen Begriff übrigens als „Leitbild der Geschlechtergerechtigkeit“. In einem Internetvideo spricht Kaufner zudem über die Themen Integration, Inklusion und die Akzeptanz sexueller Vielfalt als gesellschaftliche Großprobleme, die nicht in der Schule gelöst werden sollten. „Ich finde, solche ideologischen Themen haben im Unterricht nichts verloren.“

Zur Person

Geboren wurde Dominik Kaufner in Mainburg. Seit fünf Jahren lebt der 36-Jährige mit seiner Frau und den drei Söhnen in Dallgow-Döberitz.

Kaufner studierte Geschichte und Englisch auf Lehramt an der Universität Regensburg, wo er auch promovierte. Sein Auslandsstudium verbrachte er in Canterbury.

Berufliche Tätigkeiten: von 2007 bis 2010 arbeitete er nebenberuflich als Fremdenführer. Kaufner war danach wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Geschichte der Uni Regensburg, anschließend trat er den Vorbereitungsdienst in Berlin an. Seit 2016 arbeitet Kaufner als Lehrer an einem Spandauer Gymnasium.

Kurze Zeit war er Mitglied der CSU, bevor 2013 Fördermitglied der AfD und 2014 schließlich volles Mitglied wurde. Seit Dezember 2018 ist Dominik Kaufner 1. Stellvertrender Vorsitzender des AfD-Kreisvorstands Havelland.

Bei vielen andere Themen bewegt sich der Seeburger auf Höhe der anderen Parteien. So möchte er den ländlichen Raum fördern, insbesondere in den Bereichen Infrastruktur, Daseinsvorsorge und Sicherheit. Der Öffentliche Personennahverkehr muss ausgebaut werden, das Wohnen im Havelland weiter bezahlbar bleiben und „Windkraftanlagen hat das Havelland langsam genug gesehen.“

In der Flüchtlingsfrage bewegt sich der 36-Jährige klar auf AfD-Kurs. Das Asylrecht gilt für politisch Verfolgte. Auf wen das nicht zutrifft, der müsse abgeschoben werden.

Empörung in der Schule

Dass seine Partei in der Öffentlichkeit eher kritisch gesehen wird, vor allem wegen möglicher Verbindungen in die rechte Szene, ist Kaufner bewusst. „Ich würde mich nicht als Extremist sehen und nicht als Radikalen“, so der Familienvater.

Dennoch gab es auch in seiner Schule eine kurze Zeit der Empörung, in der er auch von Schülern darauf angesprochen wurde.

„Aber ich werde mit denen nicht anfangen über Politik zu diskutieren und ob das gut oder schlecht ist. Auf die Ebene begebe ich mich schon deswegen nicht, weil ich ja letztlich immer unsere Position vertreten müsste. Und das halte ich einfach ganz raus.“

In der Kommunalpolitik wollte sich Kaufner bei der Wahl im Mai übrigens noch nicht engagieren. „Meinen Kindern und meiner Gesundheit zuliebe habe ich das erst mal sein lassen. Aber für die Zukunft möchte ich es nicht ausschließen.“

Von Danilo Hafer

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