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Dallgow-Döberitz Hirschbrunft live in der Heide
Lokales Havelland Dallgow-Döberitz Hirschbrunft live in der Heide
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17:09 03.10.2018
Die Hirsche in der Heide sind derzeit vor allem zu hören. Quelle: Christel Köster
Elstal

In der Döberitzer Heide gibt es Wisente und Przewalski-Pferde. Klar. Das neben den beiden besonders seltenen Pflanzenfressern auch noch 90 Rothirsche in der Wildniskernzone leben, geht manchmal fast unter.

In diesen Wochen allerdings ist es ziemlich schwer, das Rotwild nicht wahrzunehmen: Es ist Brunftzeit. Die starken Hirsche stehen mächtig unter Hormonen und röhren so laut um die Wette, als würde ihr Überleben davon abhängen. Tut es ja auch. Nur, wer es schafft, sich fortzupflanzen, gibt seine Gene an die nächste Generation weiter. Und in seinen Nachkommen bleibt dann auch ein Teil von ihm selbst lebendig. Für dieses Ziel sind die Hirsche bereit, fast alles zu geben: Sie essen und trinken einen Monat lang nichts und kämpfen mit anderen Hirschen – wenn es sich lohnt. „Nach der Brunft sind die Hirsche ganz schlapp und abgemagert“, sagt Peter Nitschke, Projektleiter von Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide.

Wanderung zum Aussichtspunkt in der Wüste

Montag hatte die Stiftung zur abendlichen Wanderung eingeladen, um den röhrenden Hirschen näher zu kommen. Der Andrang war ziemlich groß. Rund 50 Naturbegeisterte in festen Schuhen, Funktionsjacken und mit Ferngläsern wanderten strammen Schrittes die rund drei Kilometer bis zum Aussichtspunkt an der sogenannten Wüste.

Auf dem ersten Abschnitt des sandigen Weges erzählte Nitschke noch ein bisschen von den Hirschen im Projektgebiet:

Peter Nitschke führte die Gruppe. Quelle: Ralf Stork

Dass sie in der Wildniskennzone sind, um zusammen mit Wisenten und Przewalskipferden den offen Charakter der Landschaft zu erhalten. Dass die Geweihe dunkler oder heller sind, je nachdem, an welcher Baumart die Tiere den Bast vom Geweih gefegt haben.

Das Röhren klingt wie eine muhende Kuh

Weil die Hirsche nicht nur einen ziemlich guten Geruchssinn, sondern auch feine Ohren haben, mussten einen knappen Kilometer vor der Wüste alle Teilnehmer ruhig sein. Und tatsächlich. Zwischen dem Rascheln der Funktionsjacken hörte man ziemlich deutlich das Röhren, das ein bisschen nach muhender Kuh klingt, nur deutlich rauer und wilder. Im Nebel, der sich schon leicht über Teile der Wüste gelegt hatte, konnte man mit dem Fernglas tatsächlich einzelne Tiere deutlich ausmachen.

Auf einem Hügel kurz vor der Waldkante stand massig ein Wisent. Aus der hüfthohen Vegetation vor den jungen Birken trat ein kapitaler Hirsch und wanderte nach rechts über die Wüste. Kurze Zeit später waren noch zwei Hirschkühe und ein jüngerer Hirsch zu sehen.

Auf der anderen Seite des Weges muhten die Galloway-Rinder in der einbrechenden Dunkelheit um die Wette, als wollten sie auch mal ein bisschen Aufmerksamkeit bekommen.

Ein stimmungsvolles Gesamtbild

Das letzte Licht der untergehenden Sonne, die frische Abendluft, der leichte Nebel, die Anwesenheit der großen, wilden Tiere – das alles ergab am Ende ein stimmungsvolles Ganzes.

Gute Sicht hat man am Aussichtspunkt in der Wüste. Quelle: Ralf Stork

Ein Rentnerpaar aus Nauen, das flotten Schrittes schon wieder dem Parkplatz entgegengestrebt war, hatte jedenfalls Lust auf mehr. Sie seien ohnehin regelmäßig in der Heide unterwegs. Nach dieser Wanderung würden sie überlegen, auf eigene Faust am Morgen noch mal zum Brunftplatz zu gehen.

Die Hirsche sind jedenfalls die ganze Nacht und auch nach Sonnenaufgang bis gegen acht Uhr aktiv. Dann stehen die Chancen auf eine spektakuläre Brunft wahrscheinlich noch besser, als wenn man in einer 50 Mann starken Gruppe durch die Heide läuft.

Auch zwei junge Frauen, ebenfalls aus Nauen, waren auf den Geschmack gekommen. Vorher sehen sie noch nie in der Döberitzer Heide gewesen, sagten sie. An einem der kommenden Wochenenden wollen sie den rund 22 Kilometer langen Rundwanderweg um die Wildniskernzone in Angriff nehmen.

Von Ralf Stork

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