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Dallgow-Döberitz Klares Nein zum Kreisverkehr in Seeburg
Lokales Havelland Dallgow-Döberitz Klares Nein zum Kreisverkehr in Seeburg
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16:36 15.05.2019
Auf der Bürgerversammlung sahen die Anwohner zum ersten Mal die Pläne für den Ausbau der L20. Quelle: Danilo Hafer
Seeburg

 Bis zuletzt haben einige Seeburger an ihren Traum von einem Kreisverkehr in der Ortsmitte festgehalten, auch wenn schnell klar wurde, dass es ein Traum bleiben wird. Vertreter des Landesbetriebs Straßenwesen und des Planungsbüros Provia stellten Dienstagabend bei einer Bürgerversammlung in der Seeburger Dorfkirche die Planungen für den Ausbau der L20-Ortsdurchfahrt vor. Schon im kommenden Jahr sollen die Bauarbeiten beginnen. Rund eineinhalb Jahre, vielleicht auch etwas länger, sollen sie dauern.

Landesbetrieb sieht keine Möglichkeit für Kreisverkehr

Für die Seeburger – wie für viele Pendler, die diese strecke täglich benutzen – stellte sich vor allem die Frage, wie die Kreuzung gestaltet wird. „Wir leiden seit Jahren unter dem zunehmenden Verkehr und der Lärmbelastung, besonders durch die Kreuzung“, betonte Ortsvorsteher Harald Wunderlich (FWG) gleich zu Beginn. Doch Frank Schmidt, Dezernatsleiter für die Planung West beim Landesbetrieb Straßenwesen, nahm den Kreiselbefürwortern schnell den Wind aus den Segeln. „Ein Kreisverkehr an dieser Stelle ist von Anfang an dem Tode geweiht“, betonte Schmidt.

13.000 Fahrzeuge rollen täglich durch den Dallgower Ortsteil Seeburg Quelle: Tanja M. Marotzke

In der Seeburger Ortsmitte wäre aus Platzgründen nur ein Kreisverkehr mit einem Durchmesser von 26 Metern zu realisieren. Viel zu klein für den vielen Verkehr, der täglich durch den Ort rollt. Laut Landesbetrieb sind es rund 13000 Fahrzeuge am Tag. „Ein funktionierender Kreisverkehr müsste 32 bis 42 Meter breit sein, der würde hier aber einfach nicht reinpassen“, so Schmidt.

Und es sprechen noch andere Gründe gegen eine Kreisellösung. So müsste der Kreisverkehr aufgrund der örtlichen Gegebenheiten leicht versetzt gebaut werden, was dazu führen würde, dass Autos, die aus Richtung Falkensee kommen, fast gerade durch den Kreisverkehr durchfahren könnten. Der Kreisel hätte somit seine eigentlich Funktion verloren. „Zudem gibt es die Problematik, dass bei dem hohen Verkehrsaufkommen auf der L20 für Fahrzeuge, die aus der Alten Dorfstraße kommen, kaum eine Chance besteht, in den Kreisverkehr einzufahren“, erklärte Schmidt.

Ampel soll weiterhin den Verkehr regeln

Daher bleibt die Kreuzung wie sie ist. Es wird aber eine moderne Ampelanlage errichtet, mit der der Verkehr individuell geregelt werden kann. Dies wird auch für die Linksabbieger eine wichtige Rolle spielen. Denn nach wie vor ist der Kreuzungsbereich zu klein, um eine Linksabbiegerspur zu installieren. „Über die Ampel können wir es dann aber so regeln, dass die eine Richtung rot hat und die Linksabbieger dann abfahren können.“

Dieser Vorschlag kommt nicht bei allen gut an. „Dadurch wird sich der Verkehr weiter auf der L20 stauen. Und auch die Idee, dass die Radfahrer gegenläufig zum fließenden Verkehr fahren, ist eine gefährliche Variante“, sagte Anwohner Manfred Seelke. Aus seiner Sicht wäre genügend Platz für einen Kreisel.

Große Verkehrsinseln geplant

Um die Autofahrer zum Bremsen zu zwingen, sollen die Verkehrsinseln an den beiden Ortseingängen vergrößert werden. „In Kombination mit der engeren Fahrbahn wird sich der Verkehr automatisch etwas verlangsamen“, sagte Frank Schmidt.

Neben vielen konstruktiven Vorschlägen wurden am Dienstag auch Ideen geäußert, die Frank Schmidt nur ein müdes Lächeln ins Gesicht zauberten. Etwa der Vorschlag, die Ampeln per Induktionsschleifen im Boden auf rot zu schalten, damit Autos zwangsweise anhalten müssen und so nicht durch den Ort rasen können. „Sie wohnen hier in einer Stadtrandlage, in einer Region, die stetig wächst, sie werden nie den idealen fließenden Verkehr haben“, so Schmidt. Und Fahrzeuge an einer Ampel zwangsweise auszubremsen, seien Methoden aus einem vergangenen Jahrhundert.

Bei der weiteren Planung soll die Gemeinde, aber auch die AG Dorfkern einbezogen werden. Dabei soll es auch um die Gestaltung des Bereiches vor der Kirche gehen. Zumindest mit dieser Nachricht waren am Dienstagabend alle zufrieden.

Von Danilo Hafer

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