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Dallgow-Döberitz Landwirte warten auf den großen Regen
Lokales Havelland Dallgow-Döberitz Landwirte warten auf den großen Regen
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10:49 14.05.2019
Landwirt Willi Groß (l.) und Johannes Funke vom Kreisbauernverband begutachten die jungen Roggenpflanzen. Quelle: Danilo Hafer
Dallgow-Döberitz

Die jungen Roggenpflanzen sind gestresst, das sieht Landwirt Willi Groß auf den ersten Blick. Die Pflanzen auf dem rund 4,5 Hektar großen Acker entlang der B5 bei Dallgow haben wegen der Trockenheit ihre Blätter eingerollt. Willi Groß zieht eine der Pflanzen heraus, um sie zu begutachten. „Noch ist die Ernte nicht verloren, aber wir brauchen jetzt endlich mal ordentlichen Regen“, sagt der 32-Jährige.

Die Niederschlagswerte lagen in den vergangenen Monaten wieder weit unter dem Durchschnitt. Normalerweise beträgt die Jahresniederschlagsmenge etwa 500 bis 600 Liter pro Quadratmeter. Im Dürrejahr 2018 waren es nur rund 313 Liter pro Quadratmeter. Derzeit sieht es nicht viel besser aus. „Das große Problem in diesem Jahr ist, dass wir aus dem Winter trocken rausgegangen sind und die Böden jetzt dringend Wasser brauchen“, so Groß.

Regen ist Tropfen auf heißen Stein

Die vereinzelten Regenfälle in den vergangen Wochen waren buchstäblich der Tropfen auf den heißen Stein. „Danach braucht es immer nur einen Tag Sonne und Wind und vom dem Regen ist nichts mehr zu spüren.“

Der Familienbetrieb von Willi Groß betreibt neben der Landwirtschaft eine Pferdepension mit 110 Pferden. Groß bewirtschaftet rund 270 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche, 160 Hektar Ackerland und 30 Hektar Wald. Genutzt werden die eigenen Erzeugnisse vor allem als Futter für die Pferde. „Derzeit haben wir noch eine Reserve, diese wird aber bald aufgebraucht sein, daher muss die nächste Ernte kommen“, erklärt er.

Heukauf für Pferdewirte oft keine Alternative

Und Heu einfach zuzukaufen sei keine wirkliche Alternative. „Die Pferdewirtschaft ist sehr anspruchsvoll, daher nehmen wir nur Futter für die Tiere, das wir selbst angebaut und geerntet haben. Denn da wissen wir, was drin ist“, erklärt der 32-Jährige. Im vergangenen Jahr konnte sich Groß damit aushelfen, dass er Heu auf der Fläche eines befreundeten Landwirtes selbst geerntet hat. So wie Willi Groß geht es vielen Landwirten im Havelland.

„Über der ganzen Branche steht das bange Warten auf Regen“, sagt Johannes Funke, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes. Eine wirkliche Prognose traue sich derweil niemand abzugeben. „Natürlich geht es immer schlimmer. Und wenn es weiter so trocken bleibt, wird der Ertrag in diesem Jahr noch niedriger sein“, fügt Junglandwirt Groß hinzu.

Landwirtschaft muss sich anpassen

Wenn sich das Klima verändert, müsse sich die Landwirtschaft anpassen, da sind sich beide einig. „Wir müssen über mögliche Formen der Bewässerung nachdenken und angepasste Sorten werden sicher noch mehr an Bedeutung gewinnen“, betont Groß. Jede Maßnahme habe aber auch Nachteile. Eine schnelle Lösung scheint nicht in Sicht. „Klar ist aber, dass etwas passieren muss. Denn es kann nicht das Ziel sein, dass wir uns jedes Jahr vom Staat retten lassen“, so Groß. Er selbst hat für das vergangene Dürrejahr indes keine Hilfe beantragt.

Der Familienbetrieb hat im Laufe der Jahre einige Veränderungen mitgemacht. Erstmals erwähnt wurde der Hof, gegenüber der Kirche in Dallgow-Dorf, schon 1650. Seither ist er in Familienhand. Mit der Wende kam auch für Familie Groß ein Umbruch. „Wir haben die Milchkühe abgeschafft und uns auf Pferde spezialisiert, 2007 haben wir schließlich die große Reithalle gebaut“, erklärt der 32-Jährige.

Groß ist Mitglied im Vorstand des Kreisbauernverbandes

Seine Visionen von moderner Landwirtschaft setzt Willi Groß aber nicht nur im heimischen Betrieb um, als jüngst gewähltes Vorstandsmitglied des Kreisbauernverbandes, wird er sich auch dort künftig einbringen. „Wir sind darüber sehr froh, denn die Pferdebetriebe sind ein wichtiger Zweig der Landwirtrschaft im Havelland“, sagt Johannes Funke.

Von Danilo Hafer

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