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Dallgow-Döberitz Neugierig auf neue Architektur in Dallgow
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20:29 28.06.2019
Das Gebäude der Firma Grimm besteht aus zwei versetzten Ebenen. Quelle: Vivien Tharun
Dallgow-Döberitz

Fast 100 Jahre lang hatte die Gastronomiebedarfsfirma Grimm ihren Sitz in einer umfunktionierten Wohnung in Berlin. Als Lagerraum diente eine ehemalige Kegelbahn. Die Firma wuchs und es kam der Punkt, an dem die alten Räume nicht mehr reichten. Ein neues Gebäude sollte in Dallgow-Döberitz entstehen und dieses ist nun im Rahmen des deutschlandweiten „Tag der Architektur“ am kommenden Sonntag öffentlich zu besichtigen.

Wunsch nach Tageslicht

„Funktion und Nutzerwünsche standen beim Entwurf im Vordergrund“, sagt Udo Knuth, der zusammen mit seinem Sohn Hendryk Knuth die Geschäftsleitung inne hat. Genug Park- und Rangierfläche sollte es an der Warenannahme geben und die Mitarbeiter wünschten sich viel Tageslicht an ihren Arbeitsplätzen.

Die beiden Geschäftsführer der Fima Grimm Udo Knuth (links) und sein Hendryk Knuth wollten, dass der Gebäudeentwurf Mitarbeiterwünsche und Kundenansprüche vereint. Quelle: Vivien Tharun

Die Entscheidung fiel dann auf den Entwurf des Potsdamer Architektenbüros Wening. „Der Stil ist an Bauhaus angelehnt“, sagt Grimms Vertriebsleiter Markus Zeh. Beide Ebenen des Gebäudes haben eine quadratische Bruttogrundfläche von 582 Quadratmetern. „Die Ebenen sind versetzt aufeinander angeordnet“, sagt der Architekt Alfons Wening. Dadurch sei auf der Südseite eine Terrasse entstanden und auf der Nordseite ein Übersprung, der die Lieferzone überdacht. Baumaterialien sind Beton und Stahlbeton.

Die Wendeltreppe aus Beton hat eine Verkleidung aus dunklem Granit. Quelle: Vivien Tharun

Die Arbeitsräume befinden sich im Obergeschoss. Die rund 500 Quadratmeter Nutzfläche bieten viel Platz für die 25 Mitarbeiter. Die Gänge sind breit und neben einem Essbereich ist die Küche zu finden. Diese bietet genug Platz und Möglichkeiten, ein ganzes Menü zu kochen. Ein Großteil des Lichts in diesem Ess- und Küchenbereich kommt aus Lichtschächten in der Decke. Durch sie und die großen Seitenfenster fällt reichlich Tageslicht in das Stockwerk, so dass die LED-Lampen nur wenig gebraucht werden. „Energiesparmaßnahmen und Umweltschutz sind wichtige Themen für Firmen“, sagt Udo Knuth.

Der Lichtschacht über der Wendeltreppe wirkt wie eine große Lampe. Überall im Obergeschoss sind solche Schächte, um die Räume auf natürliche Weise hell zu halten. Quelle: Vivien Tharun

Die längste Fensterfront ist neun Meter lang. Einige Fenster reichen um die Ecken des Gebäudes herum. „Das ist zwar etwas komplizierter zu bauen, aber einfach schön“, sagt Markus Zeh.

Laut dem Architektenbüro Wening betrug die Bauzeit 20 Monate. Vieles war zu beachten. Das Regenwasser muss oberflächig versickern, doch der Wasserspiegel liegt nur wenige Meter unter der Geländefläche. Mit einer Auffangkammer und durchlässigen Pflastersteinen wurde das Problem dann gelöst. Die Heizungswärme für den Winter liefern zwei Wärmepumpen, mit sechs Erdsonden, die 100 Meter tief reichen.

Angenehme Bodenkühle

„Jetzt im Sommer haben wir eine angenehme Bodenkühle, die die Mitarbeiter sehr schätzen“, sagt Zeh. Auch diese Kühlung sei dem Temperaturausgleich durch die Wärmepumpen zu verdanken. Eine Energie fressende Klimaanlage sei überflüssig. Durch breite Jalousie-Lamellen werden die Fenster vor Sonnenhitze geschützt.

Besichtigung: Für Interessierte gibt es am Sonntag, dem 30. Juni, die Möglichkeit das Gebäude der Firma Grimm zu besichtigen.

In der Zeit von 13 bis 18 Uhr finden Führungen statt. Treffpunkt ist vor dem Haus. Adresse: Artilleriepark 9 in 14624 Dallgow-Döberitz.

Tag der Architektur: Der Tag der Architektur wird jährlich von den Architektenkammern der Bundesländer organisiert.

Durch den Tag sollen zeitgenössische Bauten für die Öffentlichkeit begehbar gemacht werden, um Achitekturverständnis zu fördern. Der bundesweit erste einheitliche Termin war 2001.

Im Osthavelland können am Sonntag auch die Kita in Brieselang, Forstweg 9, und das Wohnhaus Am Südhang 22 von Schönwalde-Siedlung besichtigt werden.

Weitere Objekte unter www.ak-brandenburg.de

Das Gebäude ist nicht nur energetisch, sondern auch technisch gut gerüstet: „Hier sind vier Kilometer Breitbandkabel verbaut“, sagt Udo Knuth. So könne die Firma sich auch in Zukunft schnell an Kundenwünsche und technische Veränderungen anpassen.

Von Vivien Tharun

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