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Dallgow-Döberitz Kita-Beiträge steigen deutlich
Lokales Havelland Dallgow-Döberitz Kita-Beiträge steigen deutlich
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00:22 25.01.2019
Einige Dallgower Eltern müssen deutlich mehr zahlen. Quelle: Marlies Schnaibel
Dallgow-Döberitz

Es ist 19 Uhr an einem Montagabend und der Sitzungssaal in der Feuerwache ist bis auf den letzten Stuhl besetzt. Viele Zuhörer haben im Stehen Stellung bezogen und warten auf den Beginn der Sitzung des Dallgower Hauptausschusses. Der Grund für den Andrang: Die Neuberechnung der Kita- und Hortbeiträge. Ein Großteil der Dallgower Eltern hätte mit Änderung der Satzung mit deutlich höheren Kosten zu rechnen.

Von 58 auf 115 Euro

Lag der festgesetzte Höchstsatz für die Betreuung eines Krippenkindes an zehn Stunden täglich bislang bei 392 Euro, so könnte er nach der neuen Beitragsberechnung auf 460 Euro ansteigen. Noch dramatischer stellt sich die Situation für Eltern mit Hort-Kindern dar. Soll ein Grundschüler nach Schulschluss täglich für zweieinhalb Stunden betreut werden, müssten ihre Eltern 115 Euro statt den bisher veranschlagten 58 Euro bezahlen.

Höchstsätze neu berechnet

Grundlage für die Neuberechnung ist der Höchstsatz des jährliche Einkommens beider Elternteile, der im Änderungsentwurf von bisher 52 250 Euro auf 70 000 Euro angehoben wurde. In Dallgow betrifft das, nach Aussage der Verwaltung, rund 40 Prozent aller Eltern in der Gemeinde. „Wir wollen einkommensschwächere Familien entlasten.

Die meisten zahlen sogar weniger – es ist ein Nullsummenspiel“, sagte Bürgermeister Jürgen Hemberger (Freie Wähler). Hauptgrund für die neue Kalkulation sei jedoch in erster Linie das am 1. Januar in Kraft getretene Kitagesetz, das besagt, dass jedes Kind gleich zu behandeln ist, betonte Ordnungsamtsleiter Peter Kristke.

Staffelung bei Geschwistern

Die geltende Regelung, also 100 Prozent Beitrag für das erste, 60 Prozent für das zweite und 30 Prozent für das dritte Kind, müsse dem Gesetz nach überarbeitet werden. Künftig werde jedes Kind gleich berechnet. Das bedeutet: 100 Prozent für das erste, kommt das zweite sind es für jedes noch 80 und beim dritten Kind tragen Eltern für jedes Kind 60 Prozent der Kosten. Was das mit der Erhöhung der Einkommensgrenze zu tun habe, fragte sich so mancher an diesem Abend.

Gegen Bundestrend

„Man gewinnt den Eindruck, dass das Kita-Gesetz zum Anlass genommen wurde, höhere Beiträge zu erheben“, so eine Mutter empört. „Sie handeln hier in Dallgow komplett entgegengesetzt zum Bundestrend. Zugang zu Bildung sollte so günstig wie möglich oder kostenfrei sein“, sagte eine weitere Dallgowerin. Der Weg zurück ins Berufsleben würde den Eltern schwer gemacht, das Handeln ginge an der Realität vorbei, so die Meinung weiterer Redner. „Wir wollen daran nicht verdienen, sondern Entlastung schaffen. Es gibt in Dallgow viele Familien, die noch unter der Grenze des bisherigen Höchsteinkommens von 52 250 Euro liegen“, erwiderte Hemberger.

Einige sparen

Und tatsächlich könnte ein Elternpaar, das zusammen bis 36 000 Euro jährlich verdient, nach der neuen Berechnung 40 Euro monatlich sparen. Der Beitrag für ein Krippen-Kind mit einer Betreuungszeit von zehn Stunden pro Tag läge bei 161 Euro und nicht mehr bei aktuell 201 Euro. Kein Trost für die anwesenden Eltern, die geschlossen mit Erhöhungen zu rechnen hätten.

Diskussion geht weiter

„Wir sind noch mitten in der Diskussion. Und haben im zuständigen Fachausschuss noch nicht abschließend darüber beraten“, sagte Gemeindevertreter Sven Richter (CDU). Sowohl die Gebühren, als auch die Kitabeitragssatzung werden erneut im Sozialausschuss, der am 13. Februar in der Kita Wald- und Wiesenstrolche berät, auf der Tagesordnung stehen.

Von Laura Sander

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