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Dallgow-Döberitz Streuobstwiese im Dyrotzer Luch wird zum Naturparadies
Lokales Havelland Dallgow-Döberitz Streuobstwiese im Dyrotzer Luch wird zum Naturparadies
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17:25 25.09.2019
Lisa Querhammer lässt die Fläche von ihren 90 Schafen beweiden. Quelle: Danilo Hafer
Dallgow-Döberitz

Ein kurzer lauter Ruf von Lisa Querhammer genügt und schon springen die Schafe aus den Gebüschen. Sie wissen: Jetzt gibt es etwas zu naschen. Die junge Schäferin hat einen Eimer Mais dabei, als Lockmittel, um die Tiere in Richtung des Transportanhängers zu navigieren. Seit Mai haben die rund 90 Schafe auf der Streuobstwiese im Dyrotzer Luch bei geweidet. Nun ist ihre Arbeit getan.

Der Nabu Osthavelland pflegt im Dyrotzer Luch im Auftrag der DB Netze eine Fläche von etwa 8,5 Hektar in der Nähe von Dallgow-Döberitz. „Mit der Schafbeweidung sorgen wir dafür, dass sich bestimmte Pflanzen nicht zu stark ausbreiten und andere verdrängen“, sagt Lisa Querhammer vom Biohof Betula. Die Schafe befinden sich in einem extra abgezäunten Bereich, geschützt vor Besuchern und Wild. Interessierte Naturliebhaber sind auf der Streuobstwiese dennoch gern gesehen. Es gibt einen öffentlichen Besucherteil, der nach und nach ertüchtigt wird.

Die haben seit Mai im Dyrotzer Luch gelebt. Quelle: Danilo Hafer

„Hier haben wir schon einen Barfußpfad und Hinweise zu den verschiedenen Lebensräumen aufgebaut“, sagt Fred Meister vom Nabu. Neben einem Teich mit Wasserpflanzen finden sich auf der Wiese auch Steinhaufen und kleine Mauern, in denen sich allerlei Tiere wohlfühlen. „Hier finden auch viele Zauneidechsen einen sicheren Unterschlupf“, so Meister. Insekten und Igel zieht es hingegen in die Totholz-Lebensräume.

Um die Streuobstwiese noch stärker als Naturlehrstätte auszubauen, soll auch eine Weitsprunganlage gebaut werden. „Hier kann man seine eigene Weite dann mit denen von Tieren vergleichen“, so Nabu-Mitglied Jörg Sommer.

Streuobstwiese wurde 2001 von der Deutschen Bahn angelegt

Seit 2015 kümmert sich der Nabu um die zehn Hektar große Fläche, wovon 8,5 reine Streuobstwiese sind. Diese wurde 2001 als Ausgleichsmaßnahme für den Bau der Bahnstrecke Berlin-Hannover hergestellt. „Damals war der Bahn noch nicht bewusst, dass man die Flächen auch wirklich pflegen muss. Und so wurde auch die Streuobstwiese, nach dem sie angelegt wurde, erstmal vernachlässigt“, sagt Anja Geißler von der DB Netze und dort zuständig für die Kompensationsflächen in Brandenburg. Erst 2010, mit einer Änderung des Naturschutzgesetzes, habe die Bahn wieder ihre Verantwortung für die Ausgleichsflächen erkannt.

„Per Zufall hatte Fred Meister die Streuobstwiese dann bei einem Spaziergang entdeckt und uns kontaktiert“, so Geißler. Schnell entstand eine Zusammenarbeit und der Nabu entwickelte ein Konzept für die Wiederherstellung und Weiterentwicklung der Wiese im Luch.

Bienenvölker leben am Rand der Wiese. Quelle: Danilo Hafer

In einer ersten Maßnahme wurde das Gelände eingezäunt, die Bahn hat dafür die Kosten übernommen. So geschützt und mit der ehrenamtlichen Hilfe der Naturfreunde hat sich die etwa 800 Meter lange Streuobstwiese zu einem wertvollen Lebensraum entwickelt.

„Zwischen zwei FFH-Gebieten gelegen, sehen wir die Streuobstwiese als Bindeglied in diesem Biotopverbund, mit vielen bedrohten Pflanzen und Tierarten“, sagt Meister. Um die Bedingungen weiter zu verbessern, wird am Rand der Wiese ein Ackerblühstreifen angelegt.

61 neue Bäume seit 2017

„In diesem Bereich wollen wir uns dann auf seltene Ackerkräuter konzentrieren“, so Meister. Die Fläche gehört der Bahn, ist aber nicht Teil der Streuobstwiese. Auch neue Insektenhotels sollen aufgestellt werden. Bei Trockenheit müssen zudem die Bäume bewässert werden.

Seit 2017 wurden 61 neue Bäume gepflanzt. Von der Kirsche bis zum Apfel- Kirsch- und Pflaumenbaum. Über die Vielfalt der Wiese freuen sich auch die Bienen, die am Eingang des Schafgeheges leben.

Von Danilo Hafer

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