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Dallgow-Döberitz Ungewöhnliche Dienstreise führte Soldat aus Seeburg nach Israel
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08:27 26.11.2019
Die knapp bemessene Zeit nutzte Sven Pohl um sich das Land anzusehen. Hier steht er am Rand des Ramon Kraters in der Wüste Negev. Quelle: privat
Dallgow-Döberitz/Uvda

„Die Reise nach Israel, ins geheiligte Land, ist eine meiner beeindruckendsten Dienstreisen“, sagt Sven Pohl. Der 28-Jährige Seeburger ist Zeitsoldat bei der Bundeswehr und war schon in den Einsatzgebieten in Afghanistan und Mali. „Jedes Land ist auf seine Art und Weise beeindruckend. Aber Israel werde ich so schnell nicht vergessen“, sagt er.

Zwei Wochen war der Seeburger in der Negev-Wüste stationiert. Er hatte das Taktische Luftwaffengeschwader 71 „Richthofen“ aus dem niedersächsischen Wittmund, mit 130 Frauen und Männern und sechs Eurofightern, zur internationalen Übung „Blue Flag“ begleitet. Zwei Wochen lang trainierten deutsche, israelische, US-amerikanische, italienische und griechische Streitkräfte dort Seite an Seite. Bereits das zweite Mal nach 2017 nahm die Luftwaffe an dieser Übung teil.

Immer dabei Oberstabsgefreiter Sven Pohl auch wenn es um die Absprachen mit den israelischen Offizieren geht. (v.r. Oberstabsgefreiter Sven Pohl, 4. V.r. Oberstleutnant Matthias Boehnke) Quelle: Francis Hildemann

Pohl gehörte dabei zu den wenigen deutschen Soldaten, die nicht aus Niedersachsen kamen. Der Oberstabsgefreite ist im Presse- und Informationszentrum der Luftwaffe in Berlin Gatow eingesetzt.

Und so gehörte es auch in der bis zu 36 Grad Celsius heißen Negev-Wüste zu Pohls Aufgaben, das Medienteam der Luftwaffe in allen Bereichen zu unterstützen, auch über die eigentliche Pressearbeit hinausgehen. So war er dafür verantwortlich die Netzwerkverbindung in die Heimat herzustellen.

Stabile Verbindung in der Wüste aufbauen

„Gar nicht so einfach, mitten in der Wüste. Wir brauchten stabile Verbindungen um all die guten Bilder und Filme nach Deutschland schicken zu können“, so Pohl. Aber auch die erstellten Medienprodukte auf den verschiedenen Kanälen wie Instagram, Facebook und Co. zu veröffentlichen und Dinge des täglichen Dienstbetriebes zu organisieren, gehörten zu seinen täglichen Aufgaben.

Insgesamt trainierten mehr als 1000 Soldaten der Luftwaffen aus Israel, Deutschland, den USA, Italien und Griechenland gemeinsam. Bei der Übung wurden verschiedene Kampfszenarien simuliert und Flugtechniken trainiert. „Blue Flag“ fand erstmals im Jahr 2013 statt. Dies war nun die vierte Auflage.

Deutschland war zum zweiten Mal seit 2017 an der Luftwaffenübung beteiligt. Die israelische Armee teilte mit, dass es sich um die erste internationale Übung mit Kampfjets der fünften Generation des Typs F-35 in Israel handelte.

So mussten die angemieteten Fahrzeuge betankt und Büromaterial besorgt werden. Wenn im Hintergrund alles gut laufe, können sich Pohls Kameraden voll und ganz auf ihre Arbeit konzentrieren. In seiner neunjährigen Dienstzeit hat sich Oberstabsgefreiter Pohl einen ausgezeichneten Ruf erarbeitet.

„Die Erfahrung aus vergangenen Großübungen hat einfach gezeigt, dass jemand benötigt wird, der sich um die ganzen allgemeinen Dinge kümmert. Oberstabsgefreiter Pohl ist dafür bestens geeignet, weshalb ich auch sehr froh bin, ihn in meinem Team zu haben. Ein Mann auf den man sich hundertprozentig verlassen kann“, betont Oberstleutnant Matthias Boehnke, Leiter des Medienteams.

Arbeitsplatz des Medienteams war das Hauptquartiert auf der Luftwaffenbasis. Dort war jede Nation untergebracht. Die kurzen Wege sollten die Kommunikation unter den einzelnen Partnern während der Übung erleichtern.

Medienbetreuung vor Ort

Eine der ersten Aufgaben des Tages im Presseteam war für Pohl die Medienevaluation. Er durchsuchte das Internet und meldete seinen Vorgesetzten, was über die Blue-Flag-Übung berichtet wurde.

Die Informationsarbeit der Luftwaffe ist sehr vielseitig. Besonders bei Übungen wie der Blue Flag seien viele externe Medien zu betreuen. Auch darum kümmerte sich der Seeburger. Er führte die Journalisten und Korrespondenten in die deutschen Bereiche und organisierte Termine mit Gesprächspartnern.

Morgens und abends schlüpfte der 28-Jährige in die Rolle des Kraftfahrers. Da die Soldaten während der zwei Wochen im südlichen Eliat am Roten Meer untergebracht waren, musste Pohl sie täglich sicher durch die Negev-Wüste nach Uvda zur Luftwaffenbasis fahren und abends auch wieder zurück.

Ein Jet der Luftwaffe hebt von der Luftwaffenbasis Uvda ab in den Himmel über der Wüste. Quelle: Francis Hildemann

„Die Wüste war sehr beeindruckend und wunderschön. Doch mir fehlte besonders unsere grüne Landschaft zu Hause in Dallgow-Döberitz“, sagt Pohl.

Soldatengen liegt in der Familie

Aufgewachsen ist der 28-Jährige im Dallgower Ortsteil Seeburg. Das Soldatengen scheint in der Familie zu liegen. „Mein Vater und mein Großvater haben beide in der NVA gedient. Ich habe so viele Geschichten von ihnen über die tolle Kameradschaft gehört, dass ich das selbst auch erleben wollte“, so Pohl.

Daher sei für ihn schnell klar geworden, dass er eine Karriere bei der Bundeswehr anstreben möchte. Rückblickend sei dies die beste Entscheidung gewesen, die er treffen konnte.

Von Danilo Hafer

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