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Havelland Dallgow wird weiter wachsen
Lokales Havelland Dallgow wird weiter wachsen
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13:33 01.03.2018
Mit der Erweiterung von Grundschule und Hort soll noch in diesem Jahr begonnen werden. Quelle: Danilo Hafer
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Dallgow-Döbeirtz

Seit Oktober ist Dallgows Bürgermeister Jürgen Hemberger (Freie Wähler) nach längerer krankheitsbedingter Pause wieder im Amt. Der MAZ erzählte er, welche Vorhaben die Gemeinde in diesem Jahr angehen möchte, wie sich Dallgow-Döberitz weiter entwickeln wird und wie weit der Neubau des Rathauses ist.

Herr Hemberger, mit der Fertigstellung des neuen Rathauses endet im Frühjahr ein Großprojekt ihrer Verwaltung. Was haben Sie für dieses Jahr geplant?

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Jürgen Hemberger: Es gibt ein paar Großprojekte, die wir starten möchten. Das größte und mit rund sechs Millionen Euro auch teuerste, das es je in Dallgow gab, wird dabei die Erweiterung der Schule und des Hortes sein. Ich gehe davon aus, dass wir spätestens zum Ende des Jahres mit den Planungen so weit sind, um mit den Bauarbeiten beginnen zu können. Wenn alles klappt, könnte Ende 2019 schon alles fertig sein. Das zweite große Vorhaben, das wir uns auf die Agenda gesetzt haben, ist der Neubau der Feuerwehr in Seeburg, mit dem wir in diesem Jahr beginnen wollen.

Wann rechnen Sie dort mit der Fertigstellung?

Das kann ich noch nicht sagen. Derzeit läuft die Architektenplanung. Ich muss aber auch betonen, dass die Priorität bei Schule und Hort natürlich viel größer ist.

Wie dringend ist die Schulerweiterung?

Die Erweiterung der Schule und des Hortes ist notwendig, da sich zum einen natürlich die Anforderungen, die moderner Unterricht an ein Schulgebäude stellt, im Laufe der Jahre geändert haben. Zum anderen wird Dallgow in den nächsten Jahren weiter wachsen, wodurch ein großer Bedarf an Schule und Hort besteht.

Wo sollen die neuen Dallgower denn wohnen?

In Neudöberitz wird wohl in diesem Jahr endlich die Lärmschutzwand kommen, so dass auch in diesem Gebiet die letzten Grundstücke bebaut werden können. Ein weiteres Baugebiet entsteht an der Bahnhofstraße durch die Firma Helma. Und auch am Bahnhof und dem Sperlingshof werden in der Zukunft noch einmal Wohnungen hinzukommen. So werden noch einmal deutlich mehr Menschen nach Dallgow ziehen.

Mehr Menschen bedeuten auch mehr Verkehr. Die Wilmsstraße ist schon jetzt ein Nadelöhr.

Die Wilmsstraße ist ein Problem. Sie ist einfach die natürliche Zuwegung zur B5, die auch von vielen Falkenseern genutzt wird. Aber mit Blick auf den Zuzug werden wir keine Chance haben, den Verkehr zu reduzieren. Wir können nur versuchen, ihn zu steuern, aber auch das kann eine Gemeinde nicht alleine.

Was muss passieren?

Kleine Schritte werden auf Dauer nicht helfen. Für die Verkehre der Zukunft ist eine Vision zu entwickeln, dazu gehört auch, dass über neue Verbindungen nachgedacht wird. Bisher wurden die vor 100 Jahren entstandenen Wege nach Berlin nur ausgebaut. Auf Dauer wird das zu wenig sein. Es ist erforderlich, dass sich alle Verantwortlichen zu diesem Thema an einen Tisch setzen. Dazu werden ich die Anregungen geben.

Was wird sich sonst in der Gemeinde tun?

Neben den Hochbauprojekten ist ein weiteres Wohnstraßenprojekt im Prinzessinenviertel vorgesehen. Ein weiterer größerer Punkt wird eine Drehleiter für die Feuerwehr sein.

Braucht Dallgow denn eine eigene Drehleiter?

Bisher konnten wir uns immer so behelfen, auch mit der Unterstützung der anderen Feuerwehren. Aber Dallgow wird größer und der Brandschutz spielt bei vielen Neubauprojekten eine immer wichtigere Rolle. Das können wir nicht außer Acht lassen.

Mit dem Rathaus, der Schule und der Feuerwehr wollen Sie in diesem Jahr schon einiges in Dallgow verbessern. Wo drückt der Schuh noch?

Es gibt natürlich noch viel zu tun, aber wir müssen auch mit unseren finanziellen Möglichkeiten zurechtkommen. Aber die Situation des Sportplatzes in Seeburg werden wir in diesem Jahr noch in Angriff nehmen und auch mit Blick auf die Senioren- und Jugendarbeit in der Gemeinde müssen wir etwas tun. Die räumlichen Gegebenheiten, insbesondere des Jugendklubs, sind kaum noch hinnehmbar. In diesem Zusammenhang müssen wir uns natürlich auch Gedanken darüber machen, wie wir die alten Verwaltungsgebäude der Gemeinde nutzen, wenn das neue Rathaus fertig ist.

Sind Sie da denn im Zeitplan?

Derzeit wird der Innenausbau gemacht und noch im Januar kommt die Fassade, so dass die Verwaltung spätestens im Mai umziehen kann.

Worauf freuen Sie sich auch als Bürgermeister und Chef der Verwaltung besonders, wenn das Rathaus fertig ist?

Wir haben seit zwölf Jahren niemanden mehr in der Verwaltung ausgebildet, weil wir schlicht keinen Platz hatten. Mit dem neuen Rathaus wird sich das ändern. Wir wollen dann wieder einen Ausbildungslatz für Verwaltungsfachangestellte anbieten, auch, um Nachwuchs für die eigene Verwaltung zu finden. Denn die Alterspyramide macht auch vor Dallgow nicht halt.

Noch eine Frage: Wie sieht Dallgow in zehn Jahren aus?

In zehn Jahren wird Dallgow wahrscheinlich gut 12 500 Einwohner haben und ich hoffe, dass es noch immer eine eigenständige Gemeinde ist, viele der Probleme bis dahin natürlich gelöst werden konnten und es zum Beispiel eine vernünftige Perspektive für den öffentlichen Nahverkehr gibt, insbesondere für den Bahnverkehr.

Von Danilo Hafer