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Havelland Das Rolf’sche Fernrohr macht Karriere
Lokales Havelland Das Rolf’sche Fernrohr macht Karriere
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18:04 20.07.2017
Elfie Balzer und Joachim Muus mit den Mitglieds-Urkunden vor dem Rolf’schen Fernrohr. Quelle: Markus Kniebeler
Rathenow

Das hätte Edwin Rolf gefreut: Der geniale Rathenower Ingenieur, dessen Fernrohr eine der Attraktionen der Stadt ist, hat mit seiner Erfindung den Optikpark in die 1. Liga jener Orte gehievt, die in Brandenburg von industriekultureller Bedeutung sind. Zusammen mit 21 anderen märkischen Orten gehört der Optikpark zu den Gründungsmitgliedern des touristischen Netzwerks Industriekultur, das Anfang der Woche in Potsdam aus der Taufe gehoben wurde.

Die Initiative zur Gründung des Netzwerks ging aus vom Brandenburgischen Wirtschaftsministerium. Bereits im Jahr 2010 war dort eine Studie in Auftrag gegeben worden,. mit der ergründet werden sollte, welche touristischen Potenziale die Industriekultur im Land hat und wie diese Potenziale vermarktet werden können.

Wie bei solchen hoch angebundenen Projekten üblich, wurde es mit wissenschaftlicher Akribie verfolgt. Nun liegt das Ergebnis vor: Das neu gegründete Netzwerk Industriekultur verbindet 22 Orte in der Mark von industriegeschichtlicher Bedeutung. Die industriell geprägte Lausitz ist naturgemäß überproportional vertreten – etwa mit dem Besucherbergwerk F 60, den IBA-Terrassen oder dem Dieselkraftwerk Cottbus. Dazu gesellen sich Orte, die über die ganze Mark verteilt sind. Der Ziegeleipark in Mildenberg etwa, das Sender- und Funktechnikmuseum Königs Wusterhausen und eben der Optikpark mit seinem Rolf’schen Fernrohr. Das Besondere an dem Netzwerk: Es wird von der Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH (TMB) zentral vermarktet. Die Chance, dass die Mitglieder des Netzwerks schneller und besser wahrgenommen werden, steigt dadurch erheblich.

„Das ist eine sehr attraktive Möglichkeit, auf uns aufmerksam zu machen“, sagen die Optikpark-Geschäftsführer Joachim Muus und Elfie Balzer unisono. Von der Platzierung auf einer überregionalen Marketing-Plattform erhoffen sie sich die Erschließung neuer Kundenkreise. Und zwar solcher, die, weil sie nicht zur klassischen Optikpark-Klientel gehören, bislang noch nicht auf Rathenow aufmerksam geworden sind. „Die meisten Besucher kommen wegen des Parks und der Blumen“, sagt Muus. Aber die Anlage habe mehr zu bieten. Die Geschichte der Optik werde auf vielfältige Weise erlebbar gemacht. Und eine der Attraktionen sei ohne Zweifel das Rolf’sche Fernrohr. „Über das neue Netzwerk wollen wir noch gezielter auf diesen industriegeschichtlichen Meilenstein aufmerksam machen“, sagt der Optikpark-Chef. „Und damit zusätzliche Besucher anziehen.“

Dass es sich bei dem Fernrohr um eine herausragende Ingenieurleistung handelt, steht außer Frage. Das Instrument, das Edwin Rolf von 1949 bis 1953 erbaute, ist ein Unikum – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Denn die verwendeten Bauteile wird man an keinem anderen Fernrohr der Welt finden. Weil das Material knapp war, funktionierte der 1899 geborene Tüftler Schwungräder von Lastern und Traktoren um. Sogar eine Fahrradkette samt Ritzel hat Rolf verbaut, um das Rohr exakt ausrichten zu können.

Edwin Rolf Quelle: Optik-/Industriemuseum Rathenow

Das Geniale an diesem Provisorium ist, das es astronomische Beobachtungen von äußerster Präzision ermöglicht. Weltweit wird das 13 Tonnen schwere Brachymedial-Fernrohr, das bis zum Jahr 2002 das größte seiner Art war, von Experten bewundert. Wegen seiner Einzigartigkeit steht es seit dem Jahr 1991 unter Denkmalschutz.

Im Optikpark kann man es seit dem Jahr 2008 bewundern. Zuvor war es zwölf Jahre lang auf dem Gelände der Bürgelschule aufgebaut. Weil nicht viele Besucher den Weg dorthin fanden und das Fernrohr perfekt in das thematische Konzept des Optikparks passte, fällten die Stadtverordneten den Beschluss, das Fernrohr umzusetzen.

Nicht jeder der rund 80 000 Besucher, die den Park pro Jahr besuchen, beschäftigt sich mit dem Industriedenkmal und dessen Geschichte. Aber stehen bleiben viele, um einen Blick auf das mächtige Instrument zu werfen und sich die Informationstafel durchzulesen. Dank dem Netzwerk Industriekultur dürften es künftig noch ein paar mehr sein.

Ein Fernrohr der Superlative

Das Rathenower Brachymedial-Fernrohr, nach seinem Erbauer Rolf’sches Fernrohr genannt, ist eines der größten seiner Art.

Konstruiert wurde es in den Jahren 1949 bis 1953 von dem Rathenower Ingenieur und Hobbyastronom Edwin Rolf (1899-1991). Seit 1991 steht es unter Denkmalschutz.

Das Fernrohr ist kuppellos aufgestellt und in zwei Achsen drehbar. Es wiegt rund 13 Tonnen und ist 11,50 Meter hoch.

Die große Linse hat einen Durchmesser von 70 Zentimetern und wiegt etwa 30 Kilogramm.

Die Brennweite des optischen Systems beträgt 20,80 Meter, der Tubus ist 10,15 Meter lang.

Von Markus Kniebeler

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