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Havelland Das Wirtschaftsdezernat wird zerschlagen
Lokales Havelland Das Wirtschaftsdezernat wird zerschlagen
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18:26 16.01.2017
Quelle: Marion Bergsdorf
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Havelland

Der Wechsel von Kreiswirtschaftsdezernent Andreas Ernst (SPD) nach Oberhavel wird möglicherweise erst nach der Kreistagssitzung im März vollzogen. Anfang März soll der Kreistag eine Stellungnahme zur Kreisgebietsreform abgeben. Bis das abgeschlossen ist, wünscht sich Landrat Roger Lewandowski (CDU), den Verbleib des Wirtschaftsdezernenten.

Wie berichtet, wurde vergangene Woche bekannt, dass der Dezernent im Landkreis Oberhavel die Wirtschaftsfördergesellschaft des Kreises übernimmt. Nun hat er noch einmal deutlich gemacht, dass er sich an seinem neuen Arbeitsplatz engemessen „wertgeschätzt“ fühlt. Mit diesem Hinweis meint Ernst nicht das Klima in der havelländischen Kreisverwaltung. Landrat Roger Lewandowski (CDU) hatte schon erklärt, er habe immer eng und vertrauensvoll mit Andreas Ernst zusammengearbeitet.

Wie es aussieht bezieht sich die Kritik an der eigenen Wertschätzung auf die Partei des Dezernenten, die SPD. Es ist kein Geheimnis: Ernst hätte gerne für eine Führungsposition im Kreis Havelland kandidiert. Zumindest an der Position des Ersten Beigeordneten, die im Herbst neu zu besetzen war, hatte er Interesse. Doch die SPD nominierte Elke Nermerich aus Falkensee.

Wie geht es nun im Kreishaus weiter? Bereits im vergangenen Jahr hatte Landrat Burkhard Schröder (SPD), kurz bevor er in den Ruhestand ging, gesagt, man könne in der Kreisverwaltung über einen Neuzuschnitt der Dezernate nachdenken. Das hatte Roger Lewandowski (CDU), sein Nachfolger, zunächst nicht geplant. Doch mit der Entscheidung von Andreas Ernst, das Havelland zu verlassen, werden die Karten neu gemischt.

Zum Dezernat von Ernst gehören drei Schwerpunkte. Die kreiseigenen Unternehmen und die Volkshochschule, die Finanzen mit Kämmerei und das Referat Kultur, Sport und Tourismus. Finanzen und Kämmerei könnten künftig in den Arbeitsbereich der neuen Ersten Beigeordneten fallen. Das Referat Kultur, Sport und Tourismus wäre voraussichtlich in der Verantwortung des Landrates anzusiedeln. Verbleiben die kreiseigenen Unternehmen. Nicht auszuschließen, dass man diese in bestehende Ämter integriert.

Nicht auszuschließen ist, dass die SPD wieder Zugriff auf eine führende Position im Landratsamt behaupten will. Dann könnte es sein, dass es am Ende doch bei der bekannten Dezernatsverteilung bleibt. Der Unterbezirksvorsitzende der SPD, Martin Gorholt, hatte betont, die SPD wolle „ein gewichtiges Wörtchen“ mitreden, wenn es um das Personalthema gehe.

Bedauert wird die Entscheidung von Andreas Ernst bei Kommunalpolitikern in Städten und Gemeinden. Rathenows Bürgermeister Ronald Seeger (CDU) sagte, man habe sich immer auf das Wort von Andreas Ernst verlassen können. Besonders hob er die Verdienste von Ernst bei den Gesprächen zur Zusammenführung der Stadtmusikschule Rathenow und der Kreismusikschule Havelland hervor. Es sein Andreas Ernst zu verdanken, dass die Zusammenführung letztlich gelang.

Von Joachim Wilisch