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Havelland Der Kampf um das Direktmandat hat begonnen
Lokales Havelland Der Kampf um das Direktmandat hat begonnen
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20:03 17.07.2019
Rathenow ist der größte Ort im Landtagswahlkreis 4. Quelle: Dirk Fröhlich
Westhavelland

Der Landtagswahlkampf wird digital. Es vergent kaum ein Tag, an dem nicht irgendein Landtagsbewerber aus dem Wahlkreis 4 in den Sozialen Netzwerken aktiv ist und seine politischen Statements absetzt. Die Kandidaten haben einen kurzen und schnellen Sommerurlaub absolviert und sind nun im Rennen um Stimmen.

Nie das Direktmandat

Der Landtagswahlkreis 4 erstrecket sich von Milower Land und Premnitz im Süden über Rathenow und das Amt Rhinow bis nach Wusterhausen/Dosse. Eine besondere Herausforderung wird diese Landtagswahl für Dieter Dombrowski. Der CDU-Politiker war in den vergangenen Wahlperioden stets Mitglied des Landtages. Er wurde immer über die Landesliste gewählt, das Direktmandat konnte er nie gewinnen.

CDU-Landtagsvirze Dieter Dombrowski. Quelle: Nestor Bachmann/dpa-Zentralbild

Der Vizepräsident des Landtages muss im September das Direktmandat holen. Seinen eigentlich sicheren Landeslistenplatz hatte ihm ein Jungpolitiker aus der Nachwuchsorganisation der CDU streitig gemacht. Will Dombrowski im Landtag bleiben, muss er also das Direktmandat holen.

Nach der Wende

Der Wahlkreis war kurz nach der Wende in SPD-Hand, bis der Abgeordnete Gerhard Thierbach aus Mögelin zur CDU wechselte. Erst Manfred Lenz gelang es später, den Wahlkreis noch einmal für die SPD zu erobern. Diesem Intermezzo folgte Dauersieger Christian Görke. Martin Gorholt, Unterbezirksvorsitzender der SPD Havelland hatte es auch zweimal versucht, den Wahlkreis zu holen – ohne Erfolg. Nun soll Katja Poschmann die Sozialdemokraten zurück in die Erfolgsspur bringen.

Zweiter Versuch

Den zweiten Anlauf unternimmt für die AfD Kai Berger aus Premnitz. Er stand bereits vor fünf Jahren zur Wahl. Berger hat zumindest großes Stimmpotenzial in seiner Heimatstadt. Dort hatte er zur Kommunalwahl so viele Stimmen für die AfD gezogen, dass die Partei einen zweiten Sitz in der Stadtverordnetenversammlung hätte haben dürfen – allerdings gab es neben Berger keinen weiteren AfD-Bewerber. Seine Hausmacht soll die Basis für ein gutes Ergebnis am 1. September sein.

Kai Berger hat schon 2014 kandidiert. Quelle: Geske, Bernd

Die Liberalen haben im Westhavelland einige Hochburgen. Darum war es Ehrensache, dass im Wahlkreis 4 stets ein Direktkandidat um Stimmen gekämpft hat. Zum 1. September bewirbt sich Christian Engelmann, der auch Landesprecher der FDP ist. Auf der Landesliste hat er keinen sicheren Platz. Auch darüber hinaus gehört Engelmann im Westhavelland zu den weniger bekannten FDP-Gesichtern. Das soll sich spätestens zum 1. September geändert haben – so wünschen es sich die Liberalen.

Zugpferd für Freie Wähler

Für die Freien Wähler unternimmt Uwe Litfin aus Milower Land einen weiteren Anlauf, um in den Landtag zu kommen. Litfin ist in der Kommunalpolitik im Milower Land gut vernetzt. Bei BVB/Freie Wähler setzt er auf deren Landesthemen. Für das Direktmandat reicht es bei Litfin wahrscheinlich nicht. Er könnte aber als Zugpferd Stimmen ziehen. Diese braucht BVB/FReie Wähler, um auch nach dem 1. September noch im Landtag vertreten zu sein.

Behrens tritt an

Bündnis 90/Die Grünen galten im Westhavelland über viele Jahre bei Wahlen als chancenlos. Doch diesmal möchten die Bündnisgrünen es wissen. Sie schicken mit Stefan Behrens einen bekannten Premnitzer ins Landtagsrennen. Behrens ist erst in diesem Jahr zu den Grünen gestoßen. In Premnitz gehört Behrens mit seiner Frau auch zu denen, die Kulturschaffenden in der Villa am See ein Forum bieten.

Stefan Behrens aus Premnitz. Quelle: Uwe Hoffmann

Der Wahlsieger der vergangenen drei Landtagswahlen war Christian Görke (Die Linke). Görke ist seit dem Jahr 2013 auch Finanzminister des Landes und stellvertretender Ministerpräsident. Zusammen mit Kerstin Kaiser hat er die erste rot-rote Koaltion in Brandenburg geschmiedet, die dann fortgesetzt wurde. Wenn auch mit anderen Personen an der Spitze. So ist Matthias Platzeck schon lange kein Ministerpräsident mehr.

Starke Konkurrenz

Görke möchte den Wahlkreis gerne zum vierten Mal gewinnen. Als stellvertretender Ministerpräsident ist er in der Region bekannt. Seine Beliebtheitswerte waren stets hoch. Und doch ist die Konkurrenz in diesem Jahr stark.

Christian Görke, Finanzminister und Direktkandidat seiner Partei im Wahlkreis 4. Quelle: Markus Kniebeler

Es ist also längst nicht gesagt, dass der Wahlkreis wieder an die Partei Die Linke geht. Betrachtet man sich die AfD-Ergebnisse zur Europawahl oder auch zur Bundestagswahl 2017, als ein unbekannter Kandidat in einigen Orten bis zu 40 Prozent der Stimmen holte, wird das Ergebnis unter Umständen knapp ausgehen.

Klassische Werbemittel

Ob die digitale Strategie alleine hilft, die Wähler zu beeinflussen? Sicherheitshalber setzen die Kandidaten auf auf klassische Werbemittel: Wahlplakate, Flyer und Infostände. Langweilig wird das in den kommenden Wochen nicht.

Der Wahlkreis 5

Zur Landtagswahl gehört das Amt Nennhausen mit seinen Gemeinden zum Wahlkreis 5. Dieser umfasst außerdem neben dem Amt Friesack auch die Region bis Nauen.

Diesen Wahlkreis hat zuletzt stets Udo Folgart für die SPD gewonnen. Für die CDU trat Michael Koch as Brieselang an. Folgart bewirbt sich nicht mehr und Koch kandidiert zur Bürgermeisterwahl in Brieselang.

Bewerber in diesem Wahlkreis sind Johannes Funke (SPD), Marcus Welzel (CDU), Andrea Johlige (Linke), Volkmar Richter (FDP), Dominik Kaufner (AfD), Christian Ehrecke (BVB/Freie Wähler) und Petra Budke (Bündnis 90/Die Grünen).

Einen dritten Wahlkreis gibt es im Havelland schließlich für die Stadt Falkensee. Hier hat Barbara Richstein das Mandat für die CDU gewonnen und möchte es am 1. September verteidigen. Ihre schärfste Kontrahendin dürfte Staatssekretärin Ines Jesse sein.

Von Joachim Wilisch

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