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Havelland Der Mann mit 4000 Handzetteln
Lokales Havelland Der Mann mit 4000 Handzetteln
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16:33 04.09.2013
Thomas Rödiger an der Villa Fohrde, die früher seine Grundschule war. Quelle: V. MALOSZYK
Fohrde

Nun verteilt der 44-jährige Fohrder sie überall dort, wo er vorbei kommt. Auf dem Weg zur Arbeit, zum Einkauf. 100Euro investiert der gelernte Dachdecker in seinen Wahlkampf. Er tritt gegen Großkaliber Frank-Walter Steinmeier (SPD) an, Mitbewerber sind auch Andrea Voßhoff (CDU) und Diana Golze (Linke). Mehr als die nötigen 200 Stimmen hat Rödiger zusammengesammelt, bis er als Kandidat überhaupt aufgestellt wurde. "Geht das ohne Partei?", wurde er gefragt. Rödiger hat das Grundgesetz studiert. Natürlich, sagt er.

Am Wahlsonntag in 17 Tagen macht Rödiger sein Kreuzchen und geht dann arbeiten. Am Abfertigungsschalter am Flughafen Berlin-Schönefeld kontrolliert er am Tag 3000 Passagiere. "Ich sorge für die Sicherheit im deutschen Luftraum." Rödiger zuckt mit den Achseln: "Ich hätte auch Urlaub nehmen können." Im vorigen Jahr ist es Thomas Rödiger zu "ville" geworden, so spricht er das Wort "viel" aus. "Ich bin mit den politischen Entscheidungen nicht einverstanden, deswegen kandidiere ich." Und dann erzählt Rödiger, während er im Garten der Villa Fohrde sitzt, von Mitbestimmung durch Volksentscheide. Das ist sein Thema. Von seiner Befürchtung, "Europa könnte ein Staat werden. Ich bin für Europa, aber nicht für Zwangsvereinigung". Und: "Man muss was unternehmen. Viele sagen, es sei egal, wen sie wählten, es ändert sich nichts. Da haben sie wahrscheinlich recht. Aber das ist keine Einstellung."

Dort, im Park, fühlt sich der zweifache Vater wohl. Das frühere Herrenhaus war seine Grundschule. Den Park kennt er bestens von Sommerausflügen an die Havel. Gleich fährt Rödiger weiter nach Pritzerbe, kämpft dort um ein Bundestagsmandat und verteilt seine gelben Zettel.

Sich erst in die Kommunalpolitik zu stürzen, schien dem hageren Fohrder nicht der richtige Weg: "Man kann nichts ändern, wenn man unten anfängt." Man müsse dorthin, wo über das Geld entschieden werde. Ein ehrenamtliches Mandat könne er auch nicht wahrnehmen mit anderthalb Stunden Fahrzeit zur Arbeit. Nur hauptamtlich sei für ihn machbar. Mit seinem Kompetenzteam, so nennt er liebevoll und nicht ganz ernst gemeint seine Ehefrau, hat er den Flyer entworfen. "Bitte weiterreichen", steht unten drauf. Und oben ganz groß: "Wir sind das Volk! Gestalten wir zusammen eine soziale, gerechte Bürger mitbestimmte Politik!" Was er nach dem 22. September machen wird? "Darüber habe ich mir keinen Kopp gemacht. Mein Leben wird sich nicht ändern. So viele, wie nötig werden, dass ich ein Mandat gewinne, trauen sich nicht, mich zu wählen." Den Bundestag kennt er wie die meisten anderen nur von außen. Rödiger hat die Zeiten des blutigen Anfängers hinter sich. Er weiß jetzt, dass er nicht sagen sollte, er stelle sich zur Wahl für "die deutschen Wähler, sondern für die Wähler in Deutschland. Sonst klingt das rechts".

Einer Partei wollte sich Rödiger nicht anschließen. "Fast jede hat ein gute Lösungsansätze. Aber keine überzeugt komplett. Und einer Partei habe ich nie angehört und werde es auch nie."

Von Marion von Imhoff

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