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Havelland Der Mann mit dem Feuerwehr-Gen
Lokales Havelland Der Mann mit dem Feuerwehr-Gen
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18:23 09.06.2017
Lieblingsfarbe Rot: Daniel Brose in der Falkenseer Feuerwache.
Lieblingsfarbe Rot: Daniel Brose in der Falkenseer Feuerwache. Quelle: Tanja M. Marotzke
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Falkensee

Im Schulungsraum der Falkenseer Feuerwehr hängt eine Tafel mit den Wehrführer. 13 Männer aus mehr als 100 Jahren. Verschiedene Uniformen, verschiedene Bartmoden. Unten rechts ist noch Platz für ein Bild, da könnte ein Foto des aktuellen Wehrführers Daniel Brose hängen. Das will der aber nicht, wäre ihm komisch, so lange er hier aktiv ist. Daniel Brose ist auch so präsent. Er hat in der Falkenseer Feuerwehr Spuren hinterlassen.

Zu Tagen oder offenen Tür kommen stets tausende Besucher. In diesem Jahr wird erst im Herbst eingeladen. Quelle: Marlies Schnaibel

In der vergangenen Woche wurde der 44-Jährige erneut zum Stadtbrandmeister gewählt. Alle Abgeordneten hatten ihm in geheimer Wahl ihre Stimme gegeben. Das hat ihn schon gefreut, gibt er zu. Er weiß, das ist Anerkennung für seine Arbeit, aber er weiß auch, dass es noch genug Reibungspunkte und Auseinandersetzungen gibt.

Stadtbrandmeister ist ein Ehrenamt. Hauptberuflich ist Daniel Brose Leiter des Stabsbereichs Feuerwehr in der Stadtverwaltung. Vor sechs Jahren hatte sich Daniel Brose in Falkensee beworben, als hier die Stelle ausgeschrieben war. „So richtig Hoffnungen hatte ich mir nicht gemacht“, gesteht er, „ich sagte mir: Die nehmen ja doch keinen Berliner.“ Haben die Falkenseer aber gemacht, obwohl: Brose ist ja Berliner in gemildeter Form, er ist Spandauer, wohnt in Staaken. Und Brose ist mit dem Feuerwehr-Gen aufgewachsen: Großvater, Vater, Mutter – alle bei der Feuerwehr, auch die Ehefrau gehört dazu.

Und so hängte Daniel Brose vor sechs Jahren seinen Posten als Referent beim Deutschen Feuerwehrverband an den Nagel. „Das war auch eine interessante Arbeit“, sagt er, er war deutschlandweit und weltweit unterwegs, hielt zwischen Paris und Tokio Vorträge über den Aufbau von Jugendfeuerwehren. Aber so interessant all das war, ihn zog es zur praktischen, handfesten Arbeit.

Brose hat die Gabe, auch in Auseinandersetzungen seine Grundfreundlichkeit nicht zu verlieren. „Man muss sich nach jedem Streit und bei jeder Meinungsverschiedenheit auch danach noch ins Gesicht schauen können“, sagt er. Brose kann freundlich und bestimmt zugleich sein. Das kam ihn sicher bei vielen internen Problemen zugute. Denn als der Mann aus Staaken vor sechs Jahren nach Falkensee kam, stand es mit dem Image der Falkenseer Feuerwehr nicht zum Besten. Innere Grabenkämpfe bestimmten auch das Bild nach außen. Da ist unter dem Chef Ruhe eingekehrt, zumindest wird sich nicht mehr öffentlich zerlegt, intern wird trotzdem hart diskutiert. Längst sind sich nicht alle Feuerwehrleute einig, längst haben auch Feuerwehrchef und Rathauschef nicht immer die gleiche Meinung. „Man muss weiter zusammenarbeiten können“, sagt er. Und das ist ihm mit seinem Team gelungen.

Viel ist in den vergangenen Jahren erreicht worden: Da nennt der Stadtbrandmeister vor allem die wirklich gute Ausstattung an Schutzanzügen und Atemschutztechnik für die Kameraden. Mit der neuen Feuerwache werden sich die Arbeitsbedingungen verbessern, aber es bleibt an vielen Stellen enge. So hat die neue Halle Platz für sechs Fahrzeuge, aber mehr als 20 Fahrzeuge gehören zum Bestand, viele davon sind bereits 15 Jahre und älter. Wie steht Falkensee da, was fehlt, was fehlt in Sachen Feuerwehr? Dazu wird auch der neue Gefahrenabwehrbedarfsplan Aufschluss geben, gerade wird die Ausschreibung dafür vorbereitet.

„Die Stadt wächst und verändert sich“, sagt Daniel Brose, „die Feuerwehr muss mit der Stadt mitwachsen.“ Und er nennt ein Beispiel: Falkensee hat derzeit eine Tiefgarage, gerade entstehen mehrere neue in der Innenstadt. „Brände in Tiefgaragen sind eben anders als auf der Straße“, sagt er, der so etwas auch schon selbst erlebt hat, darauf muss man sich mit Technik und mit Können einstellen. Rauchmeldern sein dank, gibt es immer weniger klassische Brände. Deshalb kann aber auch Routine verloren gehen, muss also besonders geschult werden, nennt er Anforderungen an die Aus- und Weiterbildung der Feuerwehrleute. Das sind in Falkensee 70 haupt- und ehrenamtliche. Und es können ruhig noch mehr sein, auch Frauen sind da gefragt, sagt Daniel Brose.

Vielleicht kann man bei der Mitgliederwerbung auch einmal nach Hennigsdorf schauen, die waren dort ganz erfolgreich mit einer kommunalen Werbekampagne. Eine besondere Art von Werbung für die Arbeit in der Feuerwehr wird in Falkensee für den 10. und 11. September vorbereitet. Dann findet hier der Deutsche Jugendfeuerwehrtag statt.

Von Marlies Schnaibel