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Havelland Der Wolf kommt
Lokales Havelland Der Wolf kommt
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16:57 12.04.2013
JERCHEL

Auf dem Podium saßen der Fraktionsvorsitzende der CDU, Dieter Dombrowski und der Vorsitzende des Jagdverbandes Rathenow, Stephan Meyer. Im Mittelpunkt des Interesses stand aber Matthias Freude, Leiter des brandenburgischen Landesumweltamtes. Es ging hoch her im Gemeindezentrum. Aber Freude parierte die vielen Fragen der Jäger geduldig und gerade heraus.

Hintergrund für die Debatte ist folgender: Seit den 90er Jahren gibt es Wölfe in der Lausitz. Seitdem breiten sie sich Richtung Westen aus. Nach Angaben des Landesumweltamtes leben 90 erwachsene Wölfe in Brandenburg. Tendenz steigend. Weil die Wölfe geschützt sind, müssen sich Jäger, Landwirte und alle anderen irgendwie mit ihnen arrangieren. Die Regelungen zum Umgang mit Wölfen sind im Wolfsmanagementplan festgeschrieben, den das Umweltministerium unter Beteiligung vieler Verbände und Vereine erstellt hat. Weil der Wolf aber erst seit kurzer Zeit wieder in Deutschland lebt, bleiben neben vielen offenen Fragen auch einige Unsicherheiten.

Die anwesenden Jäger im Publikum nutzten die Diskussion, um Klartext zu reden und um Antworten auf einige drängende Fragen zu bekommen. Extremmeinungen wie die, dass der Wolf grundsätzlich nichts in Deutschland zu suchen habe, waren dabei in der Minderheit.

Mehrere Jäger wiesen darauf hin, dass die Wölfe als Nahrungskonkurrenten den Jägern massiv schade. Wölfe ernähren sich fast ausschließlich von Wild. Jedes Reh, das der Wolf reißt, kann nicht mehr vom Jäger erlegt werden. Es kann auch passieren, dass wegen der Wölfe manche Jagdreviere nicht mehr so leicht zu verpachten sind. „Ganz klar, das ist so“, sagt Matthias Freude. Grundsätzliches daran ändern wird sich in absehbarer Zeit nichts. Die Jäger sind von Rechts wegen dazu verpflichtet, den neuen alten Mitbewerber in ihren Revieren zu dulden.

Ein zweiter großer Fragenkomplex drehte sich um das Thema „Problemwolf“. Die Jägerschaft fragte, wann und unter welchen Bedingungen ein eigentlich ja streng geschützter Wolf doch zur Strecke gebracht werden könnte.

Frei nach dem Managementplan nennt Freude dafür mehrere Voraussetzung: „Ein Problemwolf kann ein Wolf sein, der seine Scheu vor den Menschen verloren hat, der wiederholt Weidetiere reißt oder Jagdhunde der Jäger tötet.“ Wenn andere Maßnahmen nicht greifen, können solche Wölfe erschossen werden. Und wenn Wölfe in Deutschland häufiger werden, kann es gut sein, dass die EU den Schutzstatus der Art herabstuft, wodurch es einfacher werden könnte, einzelne Tiere aus dem Bestand zu entnehmen.

Besorgt über die Rückkehr des Wolfes äußerten sich auch die Landwirte, weil es immer wieder vorkommt, dass Wölfe Nutztiere – vor allem Schafe – fressen. Hier verwies Freude auf die Entschädigungszahlungen für Landwirte im Schadensfall aber auch auf die verhältnismäßig geringe Zahl gerissener Schafe. Durchschnittlich werden jährlich etwa 60 Schafe gerissen – bei einem Gesamtbestand von rund 126 000 in Brandenburg.

Zum Abschluss betonte Matthias Freude noch einmal dass der Managementplan kein starres Konstrukt sei, sondern regelmäßig den aktuellen Entwicklungen angepasst werden soll.

Weitere Infos unter www.lugv.brandenburg.de/info/wolf (Von Ralf Stork)

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