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Havelland Der beste Metallbaumeister kommt aus Buckow
Lokales Havelland Der beste Metallbaumeister kommt aus Buckow
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11:05 07.12.2016
Vater Reinhard Schütte und Sohn Christian (r.) in der Werkstatt des 1946 gegründeten Familienbetriebs. Quelle: Ch. Schmidt
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Buckow

„Der schönste Moment ist der, wenn alles fertig ist und die Kunden glücklich sind“, sagt Christian Schütte. Der 40-Jährige aus dem kleinen Dorf Buckow im Milower Land wurde von der Handwerkskammer Potsdam (HWK) zum besten Metallbaumeister des Jahrgangs 2016 ausgezeichnet. Mit seinem Abschluss hat er den Grundstein für den Fortbestand eines havelländischen Familienbetriebs gesichert.

1946 – vor nunmehr 70 Jahren – hatte sein Großvater Franz Schütte sich auf dem Hof der Familie in der Langen Straße in Buckow als Schlosser und Schmiedemeister selbstständig gemacht. Später übernahm Sohn Reinhard das Unternehmen, der nun den Staffelstab an seinen Sohn Christian übergeben möchte.

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Eine abwechslungsreiche und kreative Arbeit

Dass die bevorstehende Übergabe jetzt mit einer solchen Ehrung gekrönt wird, macht Vater Reinhard natürlich besonders stolz. Es ist zugleich auch eine Bestätigung für die Arbeit der beiden Männer, die den Betrieb seit vielen Jahren zu zweit führen. „Ich wollte schon immer Schmied werden. Ich bin damit groß geworden und kann mir nichts Schöneres vorstellen“, sagt Christian Schütte. Dass er dennoch zunächst eine Lehre zum Gas- und Wasserinstallateur absolvierte, hatte rein pragmatische Gründe.

Nach der politischen Wende war die Situation sehr unsicher, erinnert sich der 40-Jährige. Deshalb habe er damals den Ratschlag seines Vaters befolgt und erst einmal etwas anderes gelernt. 1997 schloss er die Ausbildung bei einem Rhinower Unternehmen erfolgreich ab. Es folgten 13 Monate Zivildienst und dann schließlich der Einstieg in den väterlichen Betrieb – und damit in den Traumberuf. „Es ist eine sehr abwechslungsreiche Arbeit, man schafft, repariert und es gibt auch durchaus einen kreativen Anteil“, schwärmt der ausgezeichnete Meister.

Von der Werkstattzurück auf die Schulbank

Mittlerweile kann Christian Schütte auf fast 20 Jahre Berufserfahrung zurückgreifen. Sicherlich ein großer Vorteil auf dem Weg zum Meistertitel. Dennoch fiel ihm die Rückkehr auf die Schulbank alles andere als leicht. Zwei Jahre lang klemmte er sich noch nach der Arbeit hinter die Bücher, freitags sowie samstags drückte er die Meisterbank im Zentrum für Gewerbeförderung Götz, der Bildungsstätte der Handwerkskammer. „Acht Stunden sitzen, aufpassen, sich konzentrieren, dazu das Auf- und Nacharbeiten. Es war wirklich anstrengend, aber man wusste ja wofür man es macht“, sagt Christian Schütte.

Seine Prüfung hat er bereits im November 2015 abgelegt, dass er bestanden hatte, erfuhr er dann im Dezember. Von der Auszeichnung als bester Metallbauer seines Jahrgangs erfuhr er aber erst jetzt während der feierlichen Übergabe der Meisterbriefe mit Ministerpräsident Dietmar Woidtke (SPD) in Potsdam. Von 14 Metallbaumeistern aus dem gesamten Land Brandenburg lieferte er das beste Prüfungsergebnis des Jahrgangs ab. Sein Meisterstück – eine Hollywood-Schaukel – steht jetzt im Garten des großen Familiengrundstücks, dass inzwischen von drei Generationen bewohnt wird.

Erfolgreicher Familienbetrieb dank Mund-zu-Mund-Propaganda

Hier auf diesem Hof hatte Franz Schütte den Handwerksbetrieb 1946 gegründet, 1980 übernahm Reinhard Schütte und schon bald tritt Christian Schütte in die Fußstapfen seines Vaters. Der ist inzwischen 63 Jahre alt und freut sich auf den Wechsel. Ganz aus der Werkstatt zurückziehen will er sich aber noch nicht. Vorerst werden Vater und Sohn weiterhin gemeinsam Tore, Zäune, Geländer und vieles mehr bauen. Ihre Hauptabnehmer sind Privatkunden aus der Region, erzählt Christian Schütte. Mit der Auftragslage sei er zufrieden, insbesondere zum Jahresende gebe es immer viel zu tun. Die meisten Kunden würden durch Mund-zu-Mund-Propaganda zu ihnen kommen.

Noch hängen über dem Schreibtisch im Büro nur die Meisterbriefe von Vater Reinhard und Opa Franz, edel eingerahmt in dunklem Holz. „Mein Meisterbrief wird gerade gerahmt. Danach soll er dann auch hier hängen“, sagt Christian Schütte.

Von Christin Schmidt

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