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Havelland Der „weiße Opa“ von Sri Lanka
Lokales Havelland Der „weiße Opa“ von Sri Lanka
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02:22 28.04.2018
20-mal sind Volkmar Ziesemer und Krystyna Kliendt schon nach Sri Lanka gereist, um vor Ort zu helfen. Quelle: Tanja M. Marotzke
Spandau/Falkensee

Wenn Volkmar Ziesemer von den Kindern in Aluthgama, einem kleinen Ort an der Westküste von Sri Lanka, erzählt, strahlen seine Augen. Seit 20 Jahren reist er, gemeinsam mit seiner Frau Krystyna Kliendt, auf die Insel im Indischen Ozean. Doch nicht, um Sonne und Strand zu genießen, die beiden engagieren sich seit 2004 sozial in dem Land, haben zwei Schulen aufgebaut. Erst im März waren sie wieder dort.

Im März mussten sie eine der Schule wieder aufbauen

„Es gab einen heftigen Sturm, wodurch ein Ast auf eine der Schulen fiel und das Dach zerstörte“, erzählt Volkmar Ziesemer. Daher hatten sich die beiden spontan dazu entschieden, nicht erst im Oktober, wie geplant, sondern bereits im März erneut nach Sri Lanka zu reisen. „Als wir ankamen, sind wir gleich zur Schule gefahren, um den Schaden zu begutachten“, erklärt Krystyna Kliendt. Schnell zeigte sich, dass es mit einer bloßen Dachreparatur nicht getan ist. „Wir mussten viele Möbel neu kaufen und alles streichen, weil der Regen vieles zerstört hatte“, erinnert sich Volkmar Ziesemer. Dabei packen der 80-Jährige und seine 60-jährige Frau stets selbst mit an.

Auch auf dem eigenen Geburtstag wird Geld gesammelt

„Das Streichen übernehmen wir selbst, was bei 32 Grad im Schatten eine ziemlich anstrengende Sache ist“, so Ziesemer. Tatkräftig unterstützt werden sie dabei von vielen Einheimischen, die sie über die Jahre kennengelernt haben und mit denen sie eine enge Freundschaft verbindet. Für die finanzielle Unterstützung sorgen Freunde und Förderer aus Deutschland. „Zuletzt habe ich meine Freunde anlässlich meines rundes Geburtstags gebeten, mir nichts zu schenken, sondern etwas Geld zu Spenden“, erklärt Volkmar Ziesemer. 3000 Euro kamen zusammen, die sie für die Schule in Aluthgama dringend gebraucht haben.

In jeder der beiden Vorschulen werden etwa 30 Kinder betreut. Von den Kindern wird Volkmar Ziesemer nur noch „sudu siya“ genannt. Übersetzt bedeutet dies „weißer Opa“. „Mittlerweile werde ich auch auf der Straße so gegrüßt“, erzählt er.

Die Elefanten führten das Paar nach Sri Lanka

Dass sie sich einmal in dieser Form auf der Insel engagieren werden, hätten sie nicht gedacht. Volkmar Ziesemer arbeitete zu DDR-Zeiten als Lehrer in Falkensee und später im Vertrieb. Seine Frau ist Krankenschwester, heute leben beide in Spandau, kurz hinter der Stadtgrenze zu Falkensee. Gereist sind sie schon immer viel und so führte sie Volkmar Ziesemers Liebe für Elefanten irgendwann nach Sri Lanka. Von da an reisten sie jedes Jahr dorthin, bauten sogar ein Haus

Der Tsunami 2004 veränderte alles

Der Wendepunkt kam im Jahr 2004 mit der Tsunamikatastrophe. Lange erreichten sie keinen ihrer Freunde vor Ort. Bei Krystyna Kliendt wuchs indes der Wunsch, vor Ort zu helfen. „Ich habe dann Urlaub genommen und als Krankenschwester in einem Medizinischen Zentrum gearbeitet“, erzählt sie. Seither reisen die beiden jedes Jahr nach Sri Lanka, um zu helfen. „Eigentlich fahren wir schon seit fünf Jahren das letzte Mal dort hin, aber wir haben jetzt auch schon wieder die nächste Reise geplant“, so Volkmar Ziesemer.

Wer Volkmar Ziesemer und Krystyna Kliendt unterstützen möchte, kann sich per E-Mail unter volkmar.ziesemer@almstaedt-web.de melden.

Von Danilo Hafer

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