Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Havelland Diakonie weiht ihr neues Gesundheitshaus ein
Lokales Havelland Diakonie weiht ihr neues Gesundheitshaus ein
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:42 27.10.2017
Der neue Anlaufpunkt für alle Fahrzeuge der Diakonie in Premnitz ist nun die fertig umgebaute ehemalige Kita „Kinderstadt“.
Der neue Anlaufpunkt für alle Fahrzeuge der Diakonie in Premnitz ist nun die fertig umgebaute ehemalige Kita „Kinderstadt“. Quelle: Bernd Geske
Anzeige
Premnitz

Der Diakonie Havelland steht der größte Tag ihrer jüngeren Geschichte bevor. Am Donnerstag, dem 2. November, feiert der Wohlfahrtsverband die Einweihung seines neuen Standortes in Premnitz. Die einstige Kita „Kinderstadt Neues Leben“, die nach ihrer Schließung 1998 fast 20 Jahre ungenutzt vor sich hin gedämmert hatte, ist komplett saniert und modernisiert worden, so dass jetzt dort Dienstleister aus der Gesundheitswirtschaft untergebracht werden können. Die Nutzfläche des Gebäudes liegt bei stattlichen 1 900 Quadratmetern.

Zum Abschluss zieht die Diakonie selbst mit ihrer Sozialstation, der Tagespflege und der Begegnungsstätte in den rechten Teil des Gebäudes ein. „Ich freue mich unheimlich“, sagt Diakonie-Geschäftsführer Guido Panschuk, „dass unsere Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter und unsere Tagesgäste nun die neuen Räume nutzen dürfen.“ Aufgrund der Enge am früheren Standort im alten Gemeindehaus hätten sie alle es verdient. Er sei den Beschäftigten aller Gewerke sehr dankbar, in der Summe habe es eine großartige Zusammenarbeit gegeben. Das Ergebnis der Bauarbeiten, das wunderschön hergerichtete historische Gebäude, könne jeder selbst begutachten.

Die Kita „Kinderstadt Neues Leben“ im Jahr 1954. Quelle: Walter Gabriel

Die Einweihungsfeier beginnt um 12 Uhr. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat sein Erscheinen zugesagt. Unmittelbar nach dem Festakt zur Neuerschließung der alten Viskose-Brache im Industriepark wird er die wenigen hundert Meter zur Diakonie herüberkommen. Weitere Gäste sind eingeladen. Guido Panschuk betont aber: „Jeder Interessierte darf sich eingeladen fühlen, mit uns zusammen die Einweihung zu feiern.“ Wie schon beim Fest am 23. Juni werde es wieder Führungen durch das Gebäude geben.

Zum 1. Juli war der linke Teil des Gebäudes bezogen worden. Dort befinden sich die Liebig-Apotheke, ein Allgemeinmediziner, eine Chirurgie, ein Psychotherapeut und eine Fußpflege. Im Obergeschoss sind noch Räumlichkeiten für eine Praxis frei. Die Diakonie-Station zieht in das Obergeschoss der rechten Seite ein. Bis zu 200 Patienten werden täglich von dort aus versorgt mit Behandlungspflege auf ärztliche Verordnung, Körperpflege und hauswirtschaftlichen Leistungen. Das Erdgeschoss rechts nutzen die Tagespflege und die Begegnungsstätte. Die Tagespflege hat eine Zulassung für 15 Gäste. Weil aber die Räumlichkeiten am neuen Standort viel größer, moderner und nutzungsfreundlicher sind, ist geplant, eine Erhöhung der Kapazität auf bis zu 20 Plätze zu beantragen.

Die Geschichte der Kita „Kinderstadt“

1953 ist die Kita „Kinderstadt Neues Leben“ eröffnet worden.

Ihr Träger war das Chemiefaserwerk.

Mit fast 220 Mädchen und Jungen war sie die größte Kindereinrichtung der Stadt.

Es gab dort eine Säuglingskrippe, eine Krabbelstube, einen Kindergarten, ein Wochenheim für Kinder von Schichtarbeitern und eine Kinderkrankenstation.

Im September 1998 ist die „Kinderstadt“ geschlossen worden.

2008 hat die Diakonie das Grundstück von der Stadt gekauft. Weil sie keine Fördermittel bekam, konnte lange Zeit nicht gebaut werden.

Das Grundstück hat 13 000 Quadratmeter und das Gebäude 1 900 Quadratmeter Fläche.

Die Begegnungsstätte ist ein Angebot für alle Menschen, die nicht nur allein zu Hause sein wollen und die Geselligkeit mögen. Von Montag bis Freitag gibt es dort Veranstaltungen. Die Diakonie hat einen Hol- und Bringedienst. Die Diakonie Havelland zählt insgesamt 150 Beschäftigte, von denen rund 60 am Standort Premnitz tätig sind. Essen auf Rädern und der Fahrdienst gehören hier noch mit dazu.

Noch vor zwei Jahren ist die lange leerstehende Immobilie ein „Sorgenkind“ der Stadt gewesen. Es gab Vandalismus und zwei Brände waren vermutlich durch Fahrlässigkeit unbefugter Besucher ausgebrochen. Heute ist die ehemalige Kita „Kinderstadt“ mit ihrer Klinkerfassade und den beiden alten Fisch-Brunnen wieder ein Schmuckstück geworden. Wie zu erfahren war, soll bei der Einweihung nun endlich auch die letzte offene Frage beantwortet werden: Das Objekt wird einen Namen bekommen.

Von Bernd Geske