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Havelland Die Elstal-Löwin ist an einem geheimem Ort
Lokales Havelland Die Elstal-Löwin ist an einem geheimem Ort
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22:37 14.10.2015
Per Schwertransort wurde die Löwin abtransportiert. Quelle: privat
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Elstal

Der steinerne Löwin, das Wahrzeichen der Adler- und Löwenkaserne in Elstal, ist weg. „Das für solche schwierigen Transporte spezialisierte Fachunternehmen Colossus hat die Statue unbeschadet an einen sicheren aber geheimen Ort gebracht, wo sie bis zu einer künftigen zivilen Nachnutzung der ehemaligen sowjetischen Kasernenanlage vor äußerlichen Einwirkungen, wie Wetter und Vandalismus, geschützt ist“, sagt Andrea Magdeburg, Geschäftsführerin der Brandenburgischen Boden Gesellschaft für Grundstücksverwaltung und -verwertung mbH, die das Areal verwaltet. Wie viele Jahre die Löwin nun im Verborgenen verschwunden sein wird, vermag heute niemand zu sagen. Die Gemeinde Wustermark und Bürgermeister Holger Schreiber hätten dem Abtransport zugestimmt, so Andrea Magdeburg.

Erst vor wenigen Tagen hatte der Verein Historia Elstal Alarm geschlagen (MAZ berichtete), weil die unter Denkmalschutz stehende Löwin immer mehr zerfällt. Unbekannte hatten im Laufe der Jahre die Statue zudem mit mehreren Farben besprüht, so Vereinsvorsitzende Ingrid Schönefeld. Das Ersuchen des Vereins wurde schließlich von der Brandenburgischen Boden Gesellschaft erhört.

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Die Löwenstatue steht seit fast 80 Jahren bei den Kasernen. 1936 war sie am Osttor aufgestellt worden. Nach Abzug der sowjetischen Truppen wurde die Löwen-Statue 1994 zunächst in eine Bundeswehrkaserne nach Kiel gebracht. Nach einigen Protesten veranlasste er damalige Verteidigungsminister Volker Rühe (CDU) die Rückkehr nach Elstal. 1998 wurde die Löwin in den Innenhof der Kaserne umgesetzt.

Andrea Magdeburg: „Es würde uns freuen, wenn eines Tages der neue Eigentümer die Löwin als Symbol der Liegenschaft im Eingangsbereich platzieren würde. Laut Flächennutzungsplan der Gemeinde Wustermark ist das Areal als Fläche für Freizeit/Sport/Erholung vorgesehen. Die zuletzt immer wieder ins Spiel gebrachte Möglichkeit, die leerstehenden Kaseren zu Flüchtlingsunterkünften umzunutzen, schließt Andrea Magdeburg zumindest als kurzfristige Lösung aus: „20 Jahre Leerstand haben deutliche Spuren in der Bausubstanz hinterlassen.“ Außerdem müsste die Fläche auf Munitionsbelastung und andere Verunreinigungen untersucht werden.

Das Areal der Löwen- und Adlerkasernen, rund 46 Hektar, und das Olympische Dorf gegenüber (55 Hektar) entstanden in den 1930er-Jahren auf den Gemarkungen Elstal und Döberitz. 1996 ordnete man die Flächen des Olympischen Dorfes und die Kasernen nördlich und südlich der B5 der Gemeinde Elstal zu.

Der Bau des zweiteiligen Kasernenkomplexes der Löwen-Adler-Kaserne südlich der Berlin-Hamburger-Chaussee begann um 1935 und dauerte etwa fünf Jahre. Die Adler-Kaserne diente laut dem Werk „Zur Geschichte der Döberitzer Heide“ ursprünglich der Unterbringung bespannter Einheiten, die Löwen-Kaserne der des Infanterie-Lehrregimentes. Die Sowjets, die das Areal im Mai 1945 übernahmen, veränderten baulich kaum etwas.

Der bauliche Zustand der Anlage war laut dem Geschichtsbuch nach Abzug der Sowjets Anfang der 1990er-Jahre noch so gut, dass der Komplex für die Bundeswehr genutzt werden sollte. Dazu wurden Dächer der Kasernen gesichert und 1995 neu gedeckt. Die Pläne wurden jedoch verworfen, weil das Gelände kontaminiert war. Das Areal wurde entkernt und steht sein 1998 leer.

Von Jens Wegener

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