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Havelland Die Lady Agnes ist wieder schick
Lokales Havelland Die Lady Agnes ist wieder schick
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06:11 03.04.2018
Der Vereinsvorsitzende Horst Schwenzer (l.) und der einstige Navigator Rudolf Döge freuen sich über den frisch sanierten Innenraum der Lady Agnes Quelle: Norbert Stein
Stölln

Kühle Temperaturen, Wind und Regenschauer sorgten für ungemütliches Wetter am Ostersonntag zum Saisonauftakt auf dem Gollenberg in Stölln. Die Besucher kamen dennoch, aber nicht in Scharen. Horst Schwenzer begrüßte sie im Airport, so wie man ihn eigentlich von der Grünen Wochen und der ITB in Berlin kennt. Der Vorsitzende des Otto Lilienthal Vereins trug die Uniform eines Flugkapitäns der ehemaligen DDR-Fluggesellschaft Interflug.

In dieser Uniform macht er bei besonderen Veranstaltungen gerne Werbung für den ältesten Flugplatz der Welt in Stölln, das Lilienthal- Centrum in der Dorfmitte und vor allem für die IL 62, besser bekannt unter dem Namen Lady Agnes, auf dem Gollenberg.

Sanierung in zwei Schritten

Rund 40 000 Euro hat die Sanierung des Innenlebens der Lady Agnes gekostet. Finanziert wurde diese vom Otto-Lilienthal-Verein, unterstützt durch Spenden und Lotto-Gelder.

Rund 90 000 Euro sind nötig, um die Außenhülle des Flugzeugs zu sanieren. Im Sommer soll ein neuer Korrosionsschutz aufgebracht werden. Für diese Arbeiten hat der Otto-Lilienthal-Verein Fördergeld beim Land Brandenburg beantragt.

Diese stand am Sonntag im Mittelpunkt. Denn nach monatelanger Sanierung wurde das 1973 in Dienst genommene Verkehrsflugzeug pünktlich zum Saisonstart wieder eröffnet. Die fast 30 Jahre, seitdem Flugkapitän Heinz-Dieter Kallbach mit seiner Crew die IL 62 am 23. Oktober 1989 auf dem Gollenberg sicher zur Landung gebracht hatte, haben ihre Spuren hinterlassen. An einer umfassenden Sanierung des Flugzeuges geht kein Weg vorbei. Das Vorhaben hat der Verein im letzten Jahr in Angriff genommen, in den Wintermonaten wurde die Innenausstattung erneuert. Damit ist der erste Teilabschnitt realisiert. „Die Lady Agnes präsentiert sich im neuen Chic“, verkündete Horst Schwenzer zur Eröffnung der Saison, in der wieder rund 20 000 Besucher auf dem Gollenberg erwartet werden.

Weil der Wind auf dem Gollenberg zu stark wehte, mussten die Lenkdrachen am Boden bleiben. Quelle: Norbert Stein

Die komplette Innenverkleidung des Flugzuges wurde in den letzten vier Monaten aufgearbeitet, sämtliche Fenster ausgebaut, gereinigt und aufpoliert. Korrosionsschäden wurden beseitigt, der Fußboden komplett aufgearbeitet und die Elektroinstallation erneuert. Der Innenraum bekam eine Farbauffrischung, die Sitze wurden gereinigt und ein neuer, strapazierfähiger Teppich verlegt. 40 000 Euro hat die Innensanierung gekostet. Sie wurde vom Verein mit Hilfe von Lottomitteln und Spenden finanziert.

Frank Golik, Torsten Dalmann, Timo Rapski, Uwe Schwanz, Wolfgang Schulz, Kathleen Brückner, Ute Behrendt, Regina Kraft und Waltraud Krüger wirkten seitens des Vereins im Flugzeug und wurden dafür vom Vorsitzenden mit einer Erinnerungsurkunde geehrt. Horst Schwenzer führte gemeinsam mit Rudof Döge, dem Navigator in Kallbachs Crew, die Besucher in die Lady Agnes mit einer Ausstellung zur Fluggeschichte. Rudolf Döge war 1989 kurzfristig für einen Kollegen eingesprungen. Unterhaltsam erzählte er von den Vorbereitungen für die Landung auf dem Gollenberg und seinem Ausruf im Cockpit „Oh Gott, wo landen wir denn hier?“, als er unterm Flugzeug lediglich eine Gras- und Sandlandepiste auf dem Gollenberg sah. Döge lobte das Engagement des Vereins zum Erhalt des Flugzeuges und das neu gestaltete Innenleben.

Peter Reichel hat den Film über die Landung der Lady Agnes überarbeitet. Quelle: Norbert Stein

Inhaltlich überarbeitet und mit neuen Aufnahmen bereichert hat Vereinsmitglied Peter Reichel, den Film über die Landung und die Stöllner Fluggeschichte, den die Besucher in der Lady Agnes ansehen können. Der Film wurde am Ostersonntag erstmalig der Öffentlichkeit präsentiert. Die Drachenfliegergruppe „Aufwind“ , die mehrmals im Jahr auf dem Gollenberg zu Gast ist, war beeindruckt von dem Film, auch vom neuen Innenleben der Lady Agnes. Schon zuvor hatten die 30 Drachenflieger Geld gesammelt für eine Spende, die an Horst Schwenzer übergeben wurde. Ihre Lenkdrachen konnten sie nicht steigen lassen, dafür war am Ostersonntag das Wetter nicht geeignet.

Von Norbert Stein

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