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Havelland Die SPD setzt voll auf Amtsinhaber Schreiber
Lokales Havelland Die SPD setzt voll auf Amtsinhaber Schreiber
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10:32 02.02.2018
Christina Hanschke, Vorsitzende des SPD-Ortsvereins. Quelle: privat
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Wustermark

Die Wustermarker Sozialdemokraten haben sich im Bürgermeisterwahlkampf positioniert. „Wir werden Amtsinhaber Holger Schreiber unterstützen und geben eine Empfehlung für dessen Wahl ab“, sagt die Vorsitzende des Ortsvereins Christina Hanschke. Die SPD stellt in der Wustermarker Gemeindevertretung mit fünf Abgeordneten die stärkste Fraktion.

Vorausgegangen war der Entscheidung eine Mitgliederversammlung, auf der die Genossen das neu entwickelte Grundsatzprogramm „Wustermark 2026“ vorgestellt und diskutiert haben, das für die Wustermarker SPD die Grundlage für die Kommunalwahl 2019 sein soll. „Dabei stellten wir erhebliche Schnittmengen zwischen den Vorstellungen von Holger Schreiber, der bei der Sitzung anwesend war, und unseren Zielen fest“, so Hanschke weiter. Neben den inhaltlichen Überschneidungen sei die SPD auch „von den Erfolgen des aktuellen Bürgermeisters begeistert“.

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Bei Schreibers Wahl 2010 war das dominierende politische Thema das geplante und umstrittene Gaskraftwerk. „Dieses hat er in Zusammenarbeit mit der SPD verhindert, die Grundstücksfläche wurden an ein Logistikunternehmen verkauft. Damit entstehen kein Lärm und keine Kraftwerksabgase, sondern Arbeitsplätze“, freut sich der stellvertretende Ortsvereinsvorsitzende und Pressesprecher Leon Bucher.

Weiterhin habe Holger Schreiber im Vergleich zu seinen Mitbewerbern einen entscheidenden Vorteil: acht Jahre Erfahrung in der Leitung der Verwaltung. „Ein Newcomer müsste sich erst Einarbeiten und die Prozesse kennenlernen – das kostet Zeit, die wir bei der rasanten Entwicklung der Gemeinde eigentlich nicht haben“, betont SPD-Mann Matthias Kunze.

Die Sozialdemokraten streben ein maßvolles Einwohnerwachstum unter Beteiligung der Bürger an. Man rechne bis 2026 mit einer Einwohnerzahl in Wustermark von etwa 15 000. „Ab dieser Größenordnung, da sind wir uns mit Holger Schreiber einig, sollte es nur noch behutsam weitergehen“, so Hanschke. Es gelte, den dörflichen Charakter der kleinen Ortsteile zu erhalten und in den größeren Ortsteilen mehr auf Grünflächen Wert zu legen.

Im Sinne der Bürger erwartet die SPD zeitnah eine Verbesserung der Verkehrssituation rings um das Outlet-Center in Elslal und die Neugestaltung des Brunnenplatzes in Wustermark. Man könne sich einen Wochenmarkt, ein Café sowie verschiedene Feste vorstellen, die dazu beitragen würden, dass dieser Platz wieder zu einem lebendigen Treffpunkt für aller Wustermarker werde, sagt Leon Bucher.

Bei allen künftigen Entscheidungen in der Gemeinde müsse man die Interessen der älteren Bürger einbeziehen und mitbedenken, meint Andreas Wilczek vom SPD-Ortsverein, der den Seniorenbeirat anführt. Aus Sicht der SPD ist die Anzahl der öffentlichen Toiletten, Sitzbänke, überdachten Bushaltestellen genauso ausbaufähig wie die Freizeitangebote. Außerdem sei der SPD die Anbindung der Gemeinde mit Bus und Bahn wichtig. Die im Entwurf des neuen Landesnahverkehrsplanes vorgesehenen Verschlechterungen für Wustermark müssten verhindert werden.

„Es kann nicht sein, dass Wustermark von der Regionalbahn nicht mehr angefahren wird“, ärgert sich der stellvertretende Ortsvereinsvorsitzende Manfred Rettke. Außerdem wünschen sich die Sozialdemokraten, dass die Ortsteile mit Bussen noch besser erreichbar sein. Dazu könnten, so ein Vorschlag, große Unternehmen in der Gemeinde ihren finanziellen Beitrag leisten und werktags einen Rufbus mitfinanzieren, der an Wochenenden dann Besucher des Outlet-Centers oder von Karls Erlebnis-Dorf zum Bahnhof bringt.

Von Jens Wegener