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Havelland Doris Schacht schüttelt die Buga-Kissen auf
Lokales Havelland Doris Schacht schüttelt die Buga-Kissen auf
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16:23 16.07.2019
Die Buga-Kissen auf dem Weinberg werden gesäubert. Quelle: Uwe Hoffmann
Rathenow

Vor vier Jahren gestaltete Doris Schacht zur Bundesgartenschau auf dem Weinberg insgesamt sieben große Betonkissen mit bunten Farben und Motiven. Jetzt traf sich die Rathenower Malerin mit ihrer „Montags-Sauna-Frauentruppe“, um diese Kissen etwas aufzufrischen. Gabi Gröning kam sogar mit dem Zug aus Berlin zum gemeinsamen „Putztag“.

Sie waren zur Bundesgartenschau ein Hingucker. Die großen aus Stein geformten bunten Kissen auf dem Weinberg in Rathenow. Jetzt, vir Jahre nach der Gartenschau, hat Künstlerin Doris Schacht die Kissen aufgemöbelt.

Eine der rund ein Dutzend Frauen, Susanne Arndt, fiel bei einem Spaziergang vor einigen Wochen über den Weinberg auf, dass die Kissen über die Jahre dreckig geworden sind und die Farben nicht mehr gut zu sehen waren. Zum Beispiel das mit Bienen und Honigwaben gestaltete Lieblingskissen der Hobbyimkerin am damaligen Infostand der Imker zur Bundesgartenschau.

Für die Rathenower

„Das geht gar nicht“, so Doris Schacht. „Das hat damals alles auch Geld gekostet. Die Kissen wurden für die Rathenower gestaltet, die über den Weinberg spazieren. Da gibt es traditionellere Motive oder solche, an denen sich Kinder erfreuen“, sagt die Malerin.

Farbe wird gesponsort

„Und so entstand die Idee, die Kissen gemeinsam aufzufrischen. Zunächst wurden die Kissen kräftig abgeschrubbt. Demnächst wird der Anstrich neu aufgetragen.“ Doris Schacht hat bei dem Vorhaben Unterstützung: die Malerfirma Ronny Greisner & Andy Paul stellt die Farbe zur Verfügung.

Später bekommen die Buga-Kissen einen neuen Anstrich. Quelle: Uwe Hoffmann

Mit Wurzelbürste, Schwamm und Spülwasser bewaffnet gingen die zehn Frauen motiviert ans Werk. So waren die fünf, auf der Wiese unterhalb des Weinbergs wie zufällig hingeworfenen, überdimensionalen Kissen schnell gesäubert.

Erst die Arbeit

Zwei liegen im Senkgarten direkt am Weinberg. „Bei diesen zwei Kissen sind die Farben noch gut erhalten“, so Doris Schacht. „Bei anderen ist die Farbe schon verblichen. Da müssen demnächst die Farben ausgebessert werden.“

Dann das Vergnügen

Nachdem die Arbeit erledigt war, breiteten die Frauen einige Decken aus und genossen ein Picknick. Jede der Frauen brachte etwas mit. Marion Ruppert steuerte Hirse-Quark-Auflauf mit Kirschen und „Linsenbraten“ mit Reismehl und Möhren sowie Apfelkompott mit Müsli bei. Und Kinder, die auf dem Spielplatz unter dem Weinberg spielten, entdeckten die gesäuberten Kissen und nahmen sie gleich in Beschlag.

Doris Schacht und ihre Helfer. Quelle: Uwe Hoffmann

Der Buga-Planer für den Rathenower Standort, Hagen Roßmann aus Wassersuppe, hatte die Idee für die Kissen. Er sah solche Kissen als innerstädtische Gestaltungselemente während eines Urlaubs in Israel und sprach Doris Schacht an.

1,7 Tonnen schwer

Jedes der etwa 120 mal 120 Zentimeter großen Betonkissen auf dem Weinberg, unterhalb des Bismarckturms, wiegt 1,7 Tonnen. Die Betonkissen fertigte damals eine Firma in Hannover. Doris Schacht bemalte die Kissen im Februar 2015.

Mit Stoff strukturiert

„Die Baufirma Remus stellte mir dazu eine Lagerhalle zur Verfügung“, erinnert sich die Malerin. „Zu dieser Zeit war es kalt.“ Doris Schacht trug auf die glatte Betonoberfläche zunächst eine Paste aus Keramikbeton auf und gab mit Stoffen, die sie in die Masse drückte, den Kissen eine Struktur, die sie tatsächlich wie überdimensionale Stoffkissen wirken lassen. Danach gestaltete sie die Kissen mit Farbe.

Das Lieblingskissen

Ihr Lieblingskissen ist übrigens das mit dem fünffarbigen Karomuster.

Die Bundesgartenschau in der Havelregion

Mit einem großen Imagegewinn für die gesamte Havelregion endete am 11. Oktober 2015 die erste dezentrale Bundesgartenschau. In 177 Tagen lockten die fünf Buga-Städte Brandenburg an der Havel, Premnitz, Rathenow, Amt Rhinow/Stölln und die Hansestadt Havelberg mehr als eine Million Besucher in die insgesamt 53 Hektar großen Buga-Ausstellungsflächen der Havelregion.

Über 80 Kilometer der naturnahen Havelflusslandschaft sind durch die Buga 2015 europaweit bekannt geworden. Zum ersten Mal wurden gärtnerische, touristische und städtebauliche Aspekte von 5 Standorten eng miteinander verzahnt. Überall wurde vorhandene, oftmals historische städtebauliche Substanz bewahrt, aufgewertet und weiterentwickelt.

Insgesamt wurden mehr als 3,5 Millionen Pflanzen, Bäume und Sträucher präsentiert. Dreiunddreißig Firmen haben geholfen diese Anzahl Pflanzen zu liefern und sie in den Parks zu positionieren. Täglich arbeiteten mehr als 50 gärtnerische Fachkräfte der drei Pflegefirmen daran, das Gesamtgelände in tadellosem Pflegezustand zu zeigen.

Der Pflegezustand wurde aus der Fachperspektive durchgehend als sehr gut eingestuft. Gäste bestätigten dies immer wieder bei Feedbacks und in einer Besucherumfrage der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft.

Von Uwe Hoffmann

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