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Havelland EEW-Gruppe plant Investition für 60 Millionen
Lokales Havelland EEW-Gruppe plant Investition für 60 Millionen
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13:07 01.03.2018
Vorn die Müllverbrennung von EEW Premnitz, die erweitert werden soll. Halb hinter dem großen Schornstein in Grau die Wirbelschichtanlage. Quelle: EEW Premnitz
Premnitz

Die EEW-Gruppe hat 60 Millionen Euro frei gegeben für eine Investition, die so schnell wie möglich im Industriepark Premnitz realisiert werden soll. Für die Müllverbrennungsanlage, die dort im Jahr 2008 in Betrieb genommen worden ist, soll eine zweite Verbrennungslinie gebaut werden.

Wie bereits berichtet, hat das Unternehmen im vergangenen Jahr die Erneuerung einer Baugenehmigung für die zweite Linie beantragt. Diese Genehmigung hatte zur Einweihung der Anlage mit einer Verbrennungslinie bereits 2008 vorgelegen, war dann aber erst einmal zu den Akten genommen worden, weil die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht entsprechend waren. Das sieht jetzt anders aus, es ist viel Müll auf dem Markt.

Klaus Piefke, Technischer Geschäftsführer der EEW Premnitz GmbH Quelle: Bernd Geske

Es gibt aber noch einen zweiten Grund, warum EEW jetzt in Premnitz investieren will. Die Wirbelschicht-Verbrennungsanlage, die EEW vor Jahren aus der Insolvenzmasse des Teppichrecyclingwerks „Polyamid 2000“ erworben hatte, soll außer Betrieb genommen und durch die zweite Rostfeuerungslinie ersetzt werden. „Vorbehaltlich der Genehmigung wollen wir mit einer Ersatzinvestition die bislang einlinig betriebene thermische Abfallverwertungsanlage um eine zweite Rostfeuerungslinie erweitern“, sagt Rüdiger Bösing, Kaufmännischer Geschäftsführer von EEW Premnitz. Dies werde in einem für Politik, Verbände und Öffentlichkeit transparenten Prozess geschehen.

„Wir ersetzen in Premnitz die Wirbelschichtanlage mit einer technischen Kapazität von 120 000 Jahrestonnen“, erklärt Klaus Piefke, Technischer Geschäftsführer von EEW Premnitz, „durch eine zweite Verbrennungslinie der Rostfeuerung mit 150 000 Jahrestonnen.“ Die Auswirkungen der Ersatzinvestition auf die Lieferverkehre seien nur gering. Unter dem Strich würden 30 000 Tonnen Kapazitätszuwachs benötigt, um kommunale Abfälle aus der Region aufnehmen zu können.

Fast 20 Jahre betreibt EEW Premnitz die Wirbelschichtanlage

„Wir unterhalten bereits heute Kundenbeziehungen mit acht der 14 Landkreise und der kreisfreien Stadt Cottbus“, sagt der Kaufmännische Geschäftsführer Rüdiger Bösing. Beinahe die Hälfe der Brandenburger sei mit einer der drei EEW-Anlagen im Land verbunden. Es sei abzusehen, dass Kohlekraftwerke künftig keinen Hausmüll mehr mitverbrennen werden und dass die mechanisch-biologische Abfallbehandlung rückläufig sei.

Fast 20 Jahre betreibe EEW Premnitz nun die ursprünglich zur Verwertung der Teppichfasern von Polyamid 2000 errichtete zirkulierende Wirbelschichtfeuerungsanlage, sagt der Technische Geschäftsführer Klaus Piefke: „Wir wissen heute, dass eine auf die speziellen Anforderungen eines Abfallstroms abgestimmte und damit hoch spezialisierte Wirbelschichtfeuerung nur sehr aufwendig mit Ersatzbrennstoff betrieben werden kann, der aus Haus- und Gewerbeabfall gewonnen wird.“ Diese Abfälle so aufzubereiten, dass sie in den Brennraum der Wirbelschichtanlage eingeblasen werden können, sei nur mit sehr viel Aufwand zu realisieren.

EEW: Drei Standorte im Land Brandenburg

Die EEW-Gruppe hat drei Standorte für Müllverbrennungsanlagen im Land Brandenburg: in Premnitz, Großräschen und Schwedt.

Insgesamt betreibt die Unternehmensgruppe 18 Anlagen in Deutschland und im benachbarten Ausland. Die Gesamtkapazität liegt bei 4,7 Millionen Tonnen.

EEW Premnitz hat im vergangenen Jahr die Erneuerung ihrer Baugenehmigung für eine zweite Verbrennungslinie im Industriepark Premnitz beantragt.

Die Müllverbrennungsanlage in Premnitz ging am 8. 8. 2008 offiziell in Betrieb. Die Investitionssumme lag damals bei 71 Millionen Euro.

Die erste Linie hat eine Verbrennungskapazität von 150 000 Tonnen Haus- und Gewerbemüll im Jahr. Die zweite Linie soll die gleiche Kapazität haben.

Verbrannt wird in Premnitz gegenwärtig Hausmüll aus den Landkreisen Potsdam-Mittelmark, Havelland und Ostprignitz-Ruppin.

Innerhalb der EEW-Gruppe habe sich die Rostfeuerungstechnik durchgesetzt, teilt Piefke mit. Diese laufe sehr zuverlässig und zeichne sich durch eine „hohe Zeitverfügbarkeit“ aus. Die Vorbereitung der Abfälle für die Wirbelschichtanlage könne in Premnitz dann künftig entfallen. Im Unternehmen geht man davon aus, dass die Auslegung der Planungsunterlagen für die Premnitzer Investition im zweiten Quartal dieses Jahres erfolgen wird.

Von Bernd Geske

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