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Havelland Ehrennadel für Bauunternehmer Mrosek
Lokales Havelland Ehrennadel für Bauunternehmer Mrosek
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17:33 29.08.2014
Mit seinem Betrieb errichtet Karl-Heinz Mrosek auch Einfamilienhäuser. Quelle: Konrad Radon
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Nauen

Jürgen Rose konnte auch feststellen, dass es dem Handwerk momentan recht gut geht. So haben laut einer aktuellen Umfrage 89 Prozent der Betriebe ihre Situation als gut bis befriedigend bezeichnet. "Das sagt alles aus, wie es zur Zeit in unseren Firmen aussieht", stellte der Präsident in seiner Rede in Nauen fest. Dies konnte Kreishandwerksmeister Michael Ziesecke speziell fürs Havelland bestätigen: "Die Konjunktur im Handwerk ist stark, die Unternehmen sind zuversichtlich und die Auftragsbücher weiterhin voll", bilanzierte er die ersten acht Monate dieses Jahres. Und bis zum Jahresende sehe er keine Wachstumsdellen. "Wie sich aber im nächsten Jahr der Mindestlohn und die Rente mit 63 auf das Handwerk auswirken werden, ist nur schwer zu sagen", so Ziesecke.

Er ist jedoch nur teilweise zufrieden, denn "Gewinnung von Nachwuchs im Handwerk ist zu einem richtigen Problem geworden". Die Zahl der derjenigen, die dort eine Lehre beginnen, sinke stetig. So waren Ende Juli im Havelland gerade einmal 63 Ausbildungsverträge neu abgeschlossen worden, im Jahr davor hatten sich immerhin noch 78 Jugendliche für eine Lehre als Maurer, Bäcker oder Kfz-Mechatroniker entschieden.

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Allerdings sind die Ausbildungszahlen nur die eine Seite der Medaille. Michael Ziesecke beklagte, dass unter den Bewerbern recht viele leistungsschwache Schüler seien. Doch gerade kleinere Betriebe könnten eine intensive Rundumbetreuung gar nicht leisten. Bestimmte Kompetenzen müssten einfach gegeben sein, um im Handwerk ausgebildet werden zu können. Leistungsstarke Schüler würden hingegen häufig zum Studium, in die Industrie oder Verwaltung gehen. Die Ursache in der Leistungsschwäche vieler Bewerber im Handwerk sieht der Kreishandwerksmeister vor allem in den Elternhäusern, aber auch im Schulsystem.

Auf das Fachkräfteproblem, das sich selbst in der Kreisverwaltung zeige, ging Landrat Burkhard Schröder ein. "Es wird für das Handwerk wichtig sein, auch um die zu ringen, die nicht ganz so gut sind, und dafür neue Wege zu finden. Nicht nur aus gesellschaftspolitischen Gründen, es ist im Zweifel auch die letzte Lösung", so der Landrat, der darüber hinaus besondere Formen der Werbung empfiehlt. Im akademischen Bereich werde oft auf Betriebsstipendien gesetzt, um junge Leute anzulocken und zu binden. "Aber auch die Handwerksbetriebe werden nicht drumherum kommen, sich etwas einfallen zu lassen, ihre jungen Fachkräfte über besondere Wege zu gewinnen."

Von Andreas Kaatz

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