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Havelland Ehrung für Ehrenamtliche
Lokales Havelland Ehrung für Ehrenamtliche
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17:22 19.11.2017
Bürgermeister Bernd Lück (Mitte) und die Fischerkönigin und Stadtverordnetenvorsteher Jürgen Tschirch (l.) ehrten die ehrenamtlichen Helfer.
Bürgermeister Bernd Lück (Mitte) und die Fischerkönigin und Stadtverordnetenvorsteher Jürgen Tschirch (l.) ehrten die ehrenamtlichen Helfer. Quelle: Wolfgang Balzer
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Ketzin/Havel

Die „Cantina“ auf dem Gutshof Ketzin hatten die Mitglieder des Seniorenbeirates Ketzin am Samstag für die Feierstunde schön hergerichtet, der Etziner Frank Haupt-Tschachtschal stimmte musikalisch ein. „Für unsere Stadt ist es wichtig zu wissen, dass es hier Menschen gibt, die Verantwortung übernehmen und zupacken, wo es nötig ist. Deshalb ist es gut, diese Bürger und ihre Leistungen zu würdigen“, sagte Bürgermeister Bernd Lück. Bereits zum 12. Mal wurden in Ketzin Bürger aus der Stadt und den Ortseilen, die sich ehrenamtlich für das Gemeinwohl engagieren, geehrt.

Zu ihnen gehört Margarethe Schubert, stellvertretende Vorsitzende des Ketziner Seniorenbeirates. Sie ist an der Organisation der „Literarischen Spaziergänge“ beteiligt. Sie kümmert sich um die finanziellen Angelegenheiten bei den vom Seniorenbeirat organisierten Wanderungen und ist ehrenamtliche Richterin am Sozialgericht.

Wie vielseitig ehrenamtliches Engagement sein kann, beweist der Ketziner Siegfried Rank. Immer wieder bilden sich auf der öffentlichen Straße zwischen Barsch- und Zanderweg große Löcher. Unermüdlich ebnet er mit vom Wirtschaftshof der Stadt angelieferten Material die Straße, pflegt die Randflächen, mäht und bepflanzt sie, wie Ingrid Ganzer im Auftrag der Anwohner formulierte.

Ungebrochen ist die Unterstützung der syrischen Familien in Ketzin/Havel. Drothea Schiller und Gabriele Bieber-Langenströher unterrichten mehrmals in der Woche die Kinder der Asylsuchenden in der Oberschule aber auch deren Eltern zuhause in deutscher Sprache. Sie fahren mit den neuen Mitbürgern zu Ärzten oder zu Behörden. Gabriele Bieber-Langenströher ist außerdem seit zwei Jahren ehrenamtliche Schiedsfrau und hat bereits 40 Fälle bearbeitet. Dorothea Schiller ist außerdem aktive Vorleserin in der Europaschule und im Hort und fördert so die Lesefreude der Schüler.

Als Mitbegründer der Willkommensinitiative kümmert sich Winfied Köhler aus Zachow mit seiner Gattin um die Integration der syrischen Familien, hilft bei der Suche nach Arbeitsplätzen und bei der Teilnahme am gesellschaftlichen Leben in der Stadt. „Auslöser für meine Aktivitäten war das Niederbrennen der Nauener Turnhalle, die als vorübergehende Unterbringung Asylsuchender vorbereitet wurde“, sagte er zu seiner Motivation.

In aller Stille erledigen Manuela Donat und Martina Knobel im Ketziner Seniorenzentrum ihre ehrenamtliche Arbeit. Während Manuela Donat immer wieder für kulinarische Genüsse sorgt und hilft, wo es nötig ist, fährt Martina Knobel Bewohner aus, die allein nicht mehr aus dem Haus gehen können, nimmt sich viel Zeit für gemeinsame Gespräche oder für Spiele. „Es ist lobenswert, wie sich beide um das Wohl unserer Bewohner kümmern“, begründete Heike Voigt, Haus- und Pflegedienstleiterin im Seniorenzentrum, ihren Vorschlag zur Ehrung.

„Der soziale Bereich und unsere Feuerwehren wurden erst dank der vielen engagierten ehrenamtliche Helfer so erfolgreich und effektiv“, meinte Bernd Lück bei der Übergabe des kleinen Präsents, die „Alten Geschichten aus Ketzin“, an Oberbrandmeister Reinhard Radoy. Er ist seit mehr als 50 Jahren Mitglied der Feuerwehr und noch heute in der Alters- und Ehrenabteilung in Falkenrehde.

Erstmals wurde auf Vorschlag der Falkenrehder Kameraden und des Ortsbeirates ein Verein geehrt: der seit 2003 bestehende Förderverein der Falkenrehder Feuerwehr mit 91 Mitgliedern. Die Liste seiner Aktivitäten ist lang: Unterstützung der Jugendfeuerwehr, Aufbau der Vereinshalle, Beteiligung am Frühjahrsputz, Mitorganisation der Dorffeste, der Weihnachtsmärkte und der Kitafeste. „Die Unterstützung der Veranstaltungen erfordert einen immensen Zeit- und Kraftaufwand. Ohne den Förderverein könnten wir das nicht schaffen“, begründete Falkenrehdes Ortsvorsteherin Giesela Drehmel.

Für einen schönen Farbtupfer sorgte dann Fischerkönigin Lisa Zessin, als sie allen Geehrten Blumen überreichte.

Von Wolfgang Balzer

19.11.2017
19.11.2017