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Havelland Ein Pferd ist ein Tier wie ein Rind
Lokales Havelland Ein Pferd ist ein Tier wie ein Rind
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18:01 19.02.2013
HAVELLAND

. Die havelländischen Erwachsenen sind da ungleich abgebrühter: Das Skandalöse am Pferdefleisch-Skandal ist – das ergab eine MAZ-Blitzumfrage – nicht, dass die beigemengte Tierart edler Gestalt ist, sondern dass sie auf der Packung nicht ordnungsgemäß deklariert worden war.

Allerdings: Ein bisschen Ekel ist dann doch dabei. Vor allem wegen der Schweine-DNA, die am Wochenende in Dönerfleisch festgestellt wurde: „Abscheulich!“, sagt der Geschäftsführer des Falkenseer Dönerproduzenten Baha, Muharrem Halatci. „Schwein ist ganz schlimm. Für uns Moslems ist es verboten, das zu essen.“ Um eventuellen Umsatzeinbußen vorzubeugen, hat Halatci gleich eine Mitteilung für die Presse und die europaweit verstreuten Kunden vorbereitet, Inhalt: Baha beziehe das Fleisch ausschließlich von einer auf Kalbfleisch spezialisierten Schlachterei in den Niederlanden. Pferd in die Dönerspieße hineinzumischen, findet der Chef zwar nicht ganz so abstoßend, aber abwegig und absurd. „Das wäre wertmindernd. Wenn Kalbfleisch draufsteht, sollte auch Kalbfleisch drin sein.“

Nicht alle ärgern sich über den Skandal, es gibt auch Profiteure. Zum Beispiel Marian Dornheim: Dem Inhaber eines kleinen Pferdefleisch-Geschäfts an der Nauener Dammstraße gingen in der vergangen Woche die Pferde-Rouladen früher aus als sonst. Sein Umsatz stieg tatsächlich, sagt er. „Die Kunden sagen jetzt zu mir: ’Bei Ihnen sieht man wenigstens, dass Pferdefleisch drin ist’“, berichtet Dornheim. „Und: ’Wenn wir’s schon woanders untergejubelt bekommen, können wir ja gleich Richtiges kaufen.’“ Der Händler bezieht sein Fleisch aus dem Rheinland und beteuert, dass die Tiere, die bei ihm zerteilt und weiterverarbeitet in der Theke liegen, extra zu diesem Zweck aufgezogen wurden. „Ich glaube nicht, dass das Rennpferde sind“, sagt er. Auch ohne Skandal merkt Dornheim täglich, dass die Leute sein Angebot kritisch sehen. „Ich werde oft Pferdemörder genannt“, sagt er. Aber damit kann ich leben.“

So radikal wie in Nauen sind die Passanten in Falkensee offenbar nicht: „Ein Pferd ist ein Tier wie ein Rind“, sagt stellvertretend Christiane Lieche. „Ob ich nun Kalb, Lamm oder Fohlen esse, ist eigentlich egal.“ Das Skandalöse sei allein, dass den Menschen etwas untergejubelt werde. Das meint auch Petra Bialek vom Pferdehof Tremmen, verwundert über den Skandal ist sie indes nicht. Pferdefleisch sei eben nicht so populär: „Da kann viel geschummelt werden. Die Rinderhaltung wird viel stärker kontrolliert und muss lückenlos nachvollzogen werden“, sagt sie. Bei Pferden müsse nur jemand mal das Medikament nicht in den Pass schreiben. „Schockierend aber ist, dass irgendwelche Dinge in unsere Nahrungskette gelangen können, die wir nicht nachvollziehen können.“ Der aktuelle Skandal sei besonders grotesk, weil es in Deutschland eine Überproduktion an Rindfleisch gebe. (Von Jana Einecke)

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