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Havelland Ein Raum für Kreativität
Lokales Havelland Ein Raum für Kreativität
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17:17 04.12.2016
Sie haben die Ideenschmiede für junge Künstler aus Spandau ermöglicht und arbeiten weiter an dem Erfolg ihrer Idee. Quelle: Foto: Laura Sander
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Spandau

Bunte Lichterketten erleuchten Schlagzeug und Mikrofone, Zuhörer wippen auf gemütlichen Sofas zum Takt des rockigen Weihnachtsklassikers. Der Duft von selbst gemachtem Glühein erfüllt die Luft, die Stimmung bei der ersten öffentlichen Probe am Samstagabend in der neu eröffneten Kreativmolkerei in Spandau ist familiär und ausgelassen. Die kreativen Köpfe des Bezirks sind gut vernetzt – man kennt sich.

„Wir sind ein Verein von Kreativen für Kreative. Musiker und Künstler können hier proben, malen und sich austauschen – das alles in einem Raum“, so Mitinitiatorin Mia Liefer. Seit Juli arbeiten die 14 aktiven Vereinsmitglieder an der Gestaltung des Raumes, der etwas versteckt auf dem Gelände eines ehemaligen Elektronikhandels am Brunsbütteler Damm zu finden ist. Mit viel Liebe zum Detail haben Instrumente sowie Kunstutensilien einen Platz gefunden – ein Video zeigt dem Umbauprozess im Zeitraffer. „Heute wollen wir präsentieren, was wir in den vergangenen Monaten auf die Beine gestellt haben. In Zukunft soll es hier Konzerte, Ausstellungen und weitere kulturelle Veranstaltungen geben“, so Liefer.

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Durch Zufall stieß Ideengeber Anton Radtke im Sommer auf den Raum und sah gleich sein Potenzial. „Ich kannte den Raum bereits von früheren Proben. Als ich hörte, dass er frei werden sollte, entstand die Idee. Da wir uns alle in die künstlerische Richtung entwickelt und es nun professioneller angehen möchten, wollen wir auch anderen jungen und talentierten Künstlern aus Spandau einen Raum geben, in dem sie kreativ werden können“, so der 24-Jährige. Für das kommende Jahr denkt über eine Kooperation mit Spandauer Schulen nach. „Ich habe da vor allem die Martin-Buber-Oberschule im Kopf. Viele von uns wurden dort früh gefördert und unterstützt – egal ob es nun die Musik oder die Kunst war“, so Radtke. Man wolle etwas zurückgeben und vor allem den Nachwuchs fördern. „Ich könnte mir vorstellen Workshops zu veranstalten, in denen die Schüler sich mit Tontechnik beschäftigen“, ergänzt er.

Derzeit finanziert sich der Verein komplett aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und den Gagen, die die Künstler für ihre Auftritte, zum Beispiel auf dem Spandauer Weihnachtsmarkt, bekommen. „Das fließt alles in den Raum, also Miete, Strom, Ausstattung und so weiter. In Zukunft wollen wir die Einnahmen aus unseren Veranstaltungen dafür nutzen“, erklärt Mia Liefer.

Dass auch mit wenig Geld so einiges möglich ist, konnten die Besucher am Samstagabend bewundern. „Hier ist alles selbst gemacht – vom Kissenbezug über die Bar und Dekoration bis zum Glühwein. Alle helfen mit und arbeiten gemeinsam an der Chance, die der Raum bietet“, so Architekturstudent Oliver Gudzowski, dessen Malerei die Wände der Kulturmolkerei ziert. „So richtig dazu gekommen, hier zu malen, bin ich allerdings noch nicht. Es wird derzeit einfach noch zu viel geräumt und die Proben für das Weihnachtskonzert am kommenden Sonntag laufen auf Hochtouren“, so der 21-Jährige.

Sobald etwas Ruhe eingekehrt ist, will der junge Maler jedoch durchstarten. „Ich möchte Leute mit und ohne Erfahrung zusammenbringen und zu einem Thema die unterschiedlichsten Kunstwerke entstehen lassen. Dazu wird es dann eine Ausstellung geben“, so Gudzowsi.

Von Laura Sander

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