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Havelland Ein spezieller Helm für Daren
Lokales Havelland Ein spezieller Helm für Daren
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19:30 28.02.2013
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NAUEN

. Doch Daren hatte keine Wahl. Sein Kopf war um fast drei Zentimeter nach einer Seite hin verschoben – offenbar, weil der Kleine im Mutterleib zu wenig Platz gehabt hatte. Mittlerweile muss er den Helm nur noch nachts aufsetzen.

„Daren brauchte den Helm unbedingt“, sagt Mutter Jessica Sharma. Sie war 16, als sie mit ihrem Sohn schwanger war. Das Problem: So ein Hilfsmittel kostet 1800 Euro, doch sie besaß kaum Geld. Die Krankenkasse lehn- te es ab, die Kosten zu übernehmen, wies zwei Widersprüche zurück. Also musste die 18-Jährige, die derzeit ihren Schulabschluss nachholt, die Summe abstottern.

Umso erfreuter war Jessica Sharma nun, als sie über das havelländische Netzwerk Gesunde Kinder erfuhr, das der Lionsclub Nauen ihr 600 Euro zur Verfügung stellt, damit der Helm abbezahlt werden kann. Das Geld stammt von der Nauener Hofweihnacht im vergangenen Jahr. „Wir haben uns auf die Fahnen geschrieben, die Einnahmen für eine gute Sache zu spenden“, sagt Bernd Müller vom Club. Nachdem zwei Jahre lang das Diabetiker-Camp davon profitiert hat, fiel die Wahl nun auf das Netzwerk.

Zu den Familien, die das Netzwerk für eine Spende vorgeschlagen hat, gehört auch die von Yvonne Asmus. Die Alleinerziehende hat zwei Kinder – den achtjährigen Maximilian und den dreijährigen Elias. Auch wenn Elias „ein fröhliches Kerlchen“ ist, wie seine Mutter sagt, so ist er doch ihr Sorgenkind. Denn er kam viel zu früh auf die Welt – in der 24. Woche. Da wog er 580 Gramm und war nur 29 Zentimeter groß. Er ist jetzt viel krank, wird über eine Magensonde künstlich ernährt, da er sonst kaum etwas essen würde. Von der körperlichen Entwicklung her hat er den Stand eines Einjährigen, wie die 31-Jährige sagt. Sie hofft, dass Elias bald an einer Esstherapie teilnehmen kann. Auf jeden Fall wird der Junge aber bald in einem schöner ausgestatteten Kinderzimmer spielen können, denn der Lionsclub stellt für dessen Ausstattung 1300 Eu-ro zur Verfügung.

Sowohl Jessica Sharma als auch Yvonne Asmus bekommen seit Jahren Hilfe vom Netzwerk Gesunde Kinder. Ehrenamtliche Familienlotsen kümmern sich um sie – wie auch um weitere 773 Familien mit Kindern bis zu drei Jahren im Landkreis Havelland. Sie machen Hausbesuche und beraten zu gesunder Ernährung, Zahnpflege und Erziehung, erinnern an Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen oder helfen beim Ausfüllen von Behördenanträgen. „Jeder Lotse hat in der Regel 5 bis 20 Familien, für die er zuständig ist“, sagt Netzwerk-Koordinatorin Andrea Thiele. Der regionale Anteil der teilnehmenden Familien hat sich mit der Zeit verschoben. Kamen die meisten nach Gründung des Netzwerks 2007 aus dem Westhavelland, liegt jetzt das Osthavelland vorn: 274 zu 501. „Wir versuchen, alle sozialen Schichten ins Netzwerk zu bekommen. Die Familien können so lange mitmachen wie sie Spaß haben“, sagt Andrea Thiele, die sich auf einen Stamm von 82 Hebammen und Familienlotsen verlassen kann. (Von Andreas Kaatz)

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