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Havelland Eine Stadt stellt die Weichen für die Zukunft
Lokales Havelland Eine Stadt stellt die Weichen für die Zukunft
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19:11 06.09.2017
Wasser, viel Grün und eine gute Infrastruktur. Mit diesen Vorzügen will die Stadt Rathenow neue Einwohner gewinnen. Quelle: Dirk Fröhlich
Rathenow

Städte und Menschen haben eines gemein – irgendwann muss eine Entscheidung getroffen werden, wo der Weg hingehen soll. Genau über diese Frage haben sich die Mitarbeiter der Rathenower Verwaltung in den vergangenen Monaten den Kopf zerbrochen. Den Mitgliedern der drei Ausschüsse für Bildung, Wirtschaft und Bauen wurde nun die Ergebnisse vorgestellt.

Der Name, unter dem diese Ergebnisse zusammengefasst sind, könnte sperriger kaum sein: Integriertes Stadtentwicklungskonzept (Insek). Auf 170 Seiten ist dargelegt, was man tun muss, damit Rathenow auch in Zukunft ein attraktiver Wohn- und Aufenthaltsort bleibt.

Denn genau das ist die Vision, die man den negativen Prognosen, die seit Jahren von Statistikern verbreitet werden, entgegensetzen will. „Rathenow hat als kleine, feine, sichere und saubere Stadt im Grünen, die gut an die Metropole Berlin angebunden ist, erhebliche Potenziale“, sagt Jens Hubald, der den Stadtverordneten das Konzept auf sehr anschauliche Weise erläuterte. Aber wenn man diese Stärken ausspielen wolle, dürfe man die Hände nicht in den Schoß legen. „Wir müssen daran arbeiten. die Stadt attraktiver zu machen – für die Menschen, die hier bereits leben. Und für jene, die mit dem Gedanken spielen, hierher zu ziehen“, so der Leiter des Gebiets Stadtentwicklung.

Dass die Hoffnung, Menschen für Rathenow zu gewinnen, nicht abwegig ist, machte Hubald an Zahlen fest. So sei der Einwohnerverlust längst nicht so krass ausgefallen, wie in den vor zehn Jahren erstellten Prognosen vorhergesagt. Tatsächlich werde momentan der Bevölkerungsrückgang durch Zuzüge ausgeglichen. Hubald wies auf die aktuelle Einwohnerzahl Rathenows hin, die seit dem Jahr 2011 erstmals wieder über 25 000 liege.

Große Hoffnung setzt die Stadt auf die Metropole Berlin. Steigende Mieten, Verkehrschaos und andere Belastungen seien jetzt schon die maßgeblichen Ursachen dafür, dass Hauptstädter nach Wohnalternativen suchen, so Hubald. Rathenow werde in den kommenden Jahren vom „Zweite-Reihe-Effekt“ profitieren. Der besagt, dass alle Städte, die nicht im so genannten Speckgürtel liegen, von Berlin aber mit dem Zug in weniger als einer Stunde erreichbar sind, mit Zuzügen rechnen können.

Allerdings funktioniert das Hubald zufolge nur, wenn die städtische Infrastruktur so instand gesetzt wird, dass die Sehnsucht der potenziellen Zuzügler nach einem besseren Leben auch erfüllt werden kann.

Mit dieser Aufgabe befasst sich das Insek. Es zeigt in groben Linien auf, wie die Stadt lebenswerter gestaltet werden kann – und zwar in allen Daseinsbereichen. Das fängt bei der Bereitstellung attraktiver Grundstücke für Bauwillige an, geht über den Ausbau und die Pflege einer leistungsfähigen Kita- und Schullandschaft und endet bei den so genannten weichen Standortfaktoren, wozu ein attraktives Kultur- und Freizeitangebot gehört. Und weil man davon ausgeht, dass viele der potenziellen Neubürger ihren Arbeitsplatz in Berlin behalten, muss die Situation für Pendler verbessert werden: durch das Schaffen zusätzlicher Parkmöglichkeiten in Bahnhofsnähe etwa und die Verbesserung des Taktes auf der Zugstrecke in die Hauptstadt.

Im Insek werden manche dieser Aufgaben nur angerissen, für andere gibt es konkrete Handlungsempfehlungen. Etwa für den Ausbau von Schulen zu Nachbarschaftszentren, in denen Anwohnern nach dem Unterricht Angebote zur Freizeitgestaltung gemacht werden.

Jens Hubald betonte zum Abschluss, dass es sich beim Insek um eine grobe Leitlinie handele. Jeder Vorschlag müsse in den kommenden Jahren mit konkreten Anträgen untersetzt werden. „Wichtig ist, dass wir endlich die Richtung festgelegt haben, in die wir die Stadt entwickeln wollen“, sagte Karsten Ziehm. Ziel müsse es nun sein, diese Vision Realität werden zu lassen.

Von Markus Kniebeler

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