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Havelland Bürgermeisterwahl: Das sind die Wünsche der Erstwähler
Lokales Havelland Bürgermeisterwahl: Das sind die Wünsche der Erstwähler
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15:20 02.02.2018
Die Erstwähler Lisa Bettin und Marcus Lukat bei der Probeabstimmung in der Elstaler Schule. Rechts Lehrer Raoul Teutenberg. Quelle: Rafal Czaplicki
Wustermark

Für Lisa Bettin (16) und Marcus Lukat (17) wird der 25. Februar ein besonderer Tag. Zum ersten Mal dürfen die beiden jungen Leute, die derzeit die Heinz Sielmann-Oberschule in Elstal besuchen, auf einem echten Stimmzettel ein Kreuz machen. Es geht um die Wahl des hauptamtlichen Bürgermeisters in ihrer Gemeinde Wustermark

„Über die aufgehängten Plakate bin ich auf die anstehende Wahl aufmerksam geworden. Und dann habe ich die Benachrichtigung zur Möglichkeit einer Briefwahl per Post bekommen“, sagt Marcus. Bei Lisa war es anders. Sie entdeckte ein Youtube-Video von der parteilosen Kandidatin Katja Schönitz.

Von den sechs Kandidaten, die sich zur Wahl stellen, kannten die beiden vorher nur zwei, den parteilosen Bürgermeister Holger Schreiber und Tobias Bank von den Linken, weil der Bürgermeister als Vertreter des Schulträgers als Gast vieler Events in der Oberschule eingeladen ist und Tobias Bank mehrere Projekte der Schule unterstützt. Marcus schätzt Tobias Bank unter anderem, „weil er Initiator der schuleigenen Berufsmesse, des sogenannten Unternehmertages, war“.

Lisa freut sich, weil Bürgermeister Schreiber die Weiterentwicklung der Oberschule zu einem Schulzentrum vorantreibt, „auch, wenn ich das als Schülerin nicht mehr erleben werde.“ Sie wünscht sich, „dass nicht nur für die künftige neue Grundschule und den dazugehörigen Hort eine Mensa entsteht. Auch für den Oberschulbereich sollte es so etwas geben, weil die Cafeteria einfach zu klein ist“, so die 16-Jährige.

Des Weiteren hofft Lisa immer noch auf eine Sekundarstufe II in Elstal, damit man dort das Abitur ablegen kann, um so für viele Jugendliche einen Schulwechsel nach der 10. Klasse zu vermeiden. Grundsätzlich zufrieden sind die beiden Schüler mit der Lebensqualität in Wustermark.

„Es lässt sich hier gut leben. Man bekommt Abwechslung und zugleich ländliche Idylle, anders, als es für Außenstehende vielleicht erscheinen mag“, sagt Marcus. Er nennt das Osterfeuer, bei dem es eine BMX-Show gab, an der sich die Mitglieder der BMX-AG der Oberschule beteiligten. Auch in den Jugendklubs, so die Zehntklässler, könne man seine Freizeit verbringen.

Der Umbau des ehemaligen Kasernengeländes an der B 5, wo Karls ein Erlebnis-Resort etablieren will, werten beide „als ein positives Signal für die Entwicklung der Gemeinde“. Dadurch würde endlich das vor sich hin dümpelnde Areal sinnvoll genutzt und das Ortsbild verschönert. „Natürlich sind die neuen Freizeit- und Bademöglichkeiten für junge Leute interessant“, so Lisa.

Eine kleine Wunschliste für den künftigen Bürgermeister haben die Schüler auch. Sie nervt, wie viele Elstaler, Wustermarker und Priorter, das Verkehrschaos rings um das Outletcenter an besonderen Verkaufstagen. „Ein normales Fortbewegen mit dem Auto ist in solchen Fällen nahezu unmöglich“, erklärt Marcus. Deshalb sollte sich aus Sicht der beiden die Anbindung der Gemeinde durch den Öffentlichen Personennahverkehr verbessern, nicht nur, weil beide ab Sommer 2018 zu weiterführenden Schulen fahren werden.

Mehr Grün und den Erhalt der Waldflächen fordert Lisa. „Die ländliche Idylle darf nicht im Zuge neuer Wohnbauprojekte und zu starken Zuzugs neuer Bewohner verloren gehen.“  Marcus wäre über ein Kino in Wustermark froh, „damit nicht alle nach Spandau oder Falkensee fahren müssen“. 

Einig sind sich beide Schüler, dass sie zu wenig über alle Kandidaten aus dem Internet und den Social Media erfahren. „Über diese Medien könnte die jugendliche Wählerschaft stärker angesprochen werden, sagen sie. Wen Lisa und Marcus am 25. Februar wählen werden, wissen (oder sagen) sie noch nicht. Sicher ist nur, dass sie ihr Stimmrecht wahrnehmen werden.

Von Jens Wegener

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