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Havelland Eingutes Storchenjahr
Lokales Havelland Eingutes Storchenjahr
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01:15 24.08.2018
Einen Schornstein in Retzow hat sich ein Storchenpaar auserkoren, um seine beiden Jungvögel aufzuziehen. Der bestehende Horst auf einer nahen Wiese wurde ignoriert. Quelle: Privat
Havelland

Ein kleines Happy-End gab es zum Ende des Storchenjahres 2018 im Osthavelland. Schauplatz der Geschichte war der Horst in Nauener Otto-Heese-Straße. Dort gab es endlich mal wieder Nachwuchs, und dann gleich vier auf einen Streich. Doch wer das Geschehen im Nest aufmerksam verfolgte, der musste sich ernsthafte Sorgen um einen der Jungvögel machen. Denn der war noch da, obwohl seine drei Geschwister schon den Abflug gemacht hatten.

„Der vierte blieb über eine Woche länger auf dem Nest und machte kaum Anstalten zu Flugversuchen. Es herrschte große Aufregung, ob er nun verhungern und verdursten müsse“, sagt die Nabu-Storchenbeauftragte fürs Osthavelland Claudia Jörg aus Falkensee. Doch dann wurde beobachtet, dass er spät abends von einem Altstorch besucht und gefüttert wurde. Nach einigen Flugversuchen machte auch er sich jetzt auf den Weg.

Dreimal wurden vier Jungvögel aufgezogen

Dieses Nest war eines von drei, in denen die Störche diesmal ein Quartett aufgezogen haben – so auch in Friesack am Bahnhof und in Paulinenaue. Grundsätzlich ist Claudia Jörg mit der Saison zufrieden: „Die Zahlen sind erstaunlich gut, besser als in den letzten Jahren, trotz des extrem trockenen Wetters. Eine vernünftige Erklärung habe ich dafür nicht, aber es freut mich natürlich.“ Hatten 2016 und 2017 noch 23 Paare Junge großgezogen, so waren es diesmal 28 Brutpaare, die 66 Jungstörche hervorgebrachten. 2017 lag die Zahl bei 52, davor bei 48.

Warum es diesmal so gut gelaufen ist? Claudia Jörg kann es nur vermuten: „Weil es selten geregnet hatte, wurde das Angebot an Regenwürmern immer geringer. Zudem gab es nicht viele Mäuse, dafür aber sehr viele Grashüpfer und Heupferdchen. Außerdem wurde auf den Wiesen früh gemäht.“

Insgesamt weniger Paare als sonst

Insgesamt war die Zahl der Paare in diesem Jahr aber etwa geringer als sonst. So wurden 33 Nester bewohnt, die beiden Jahre zuvor waren es jeweils 36. Auf dem Pferdehof in Bredow hatten die Störche zwar auch Eier gelegt, doch es ist nichts draus geworden.

Dafür aber gingen zwei Dramen in Pausin und Tietzow am Ende gut aus. Dort kehrte einer der beiden Altvögel irgendwann nicht mehr wieder beziehungsweise kam ums Leben. Das verbliebene Elternteil brachte jedoch den Nachwuchs durch, schaffte mehr als drei Wochen lang allein das Futter heran. In Tietzow waren zwei, in Pausin drei hungrige Schnäbel zu stopfen.

Lieber spät als nie

Für einige Horste galt in diesem Jahr das Motto: Lieber spät als nie. So war beispielsweise in Friesack der 2005 errichtete und 2015 modernisierte Horst auf dem Gelände des Kaminbaus Grimm erstmals von einem Paar für die Nachwuchsgewinnung auserkoren worden. Das Ergebnis: drei Jungstörche. In Zachow wurde ein seit 2006 leeres Nest wiederentdeckt, zwei Jungvögel wurden dort flügge.

Und in Retzow auf dem Gelände der Altenpflege in der Selbelanger Straße klappte es nach zwei Jahren Üben endlich. Eigentlich hatten das Paar mit einem auf der Gemeindewiese errichteten Horst beste Bedingungen. „Doch die Störche ignorierten ihn und bauten stattdessen 2016 und 2017 auf dem Schornstein der Pflegeeinrichtung ihr Nest aus“, sagt Claudia Jörg. Da schlüpften dann 2018 zwei Küken. Immerhin diente der Horst auf der Wiese als Ruheplatz, war somit nicht ganz umsonst.

Umzug in Ketzin/Havel ohne negative Folgen

Froh ist die Storchenbeauftragte, dass das Umsetzen des Nestes in diesem Jahr an der Ketziner Havelpromenade keine negativen Auswirkungen hatte. „Das hat prima geklappt, zwei Störche sind daraus hervor gegangen. Die Altvögel haben den Umzug gelassen gesehen.“ In Ebereschenhof bei Börnicke scheint sich zudem ein Paar dauerhaft zu etablieren. Nachdem es schon 2017 Nachwuchs zeugte, folgte jetzt die zweite Brut.

Die Hitze dieses Sommers war für die osthavelländischen Störche jedenfalls kein Problem. „Die sind ja auch viel in Afrika und können 50 Grad ab“, meint Claudia Jörg. Damit der Nachwuchs keinen Schaden nimmt, füllen die Altvögel die Schnäbel mit Wasser, stellen sich über die Küken und lassen es in die kleinen Schnäbel hinein laufen.

Von Andreas Kaatz

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