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Havelland Ekelraupen vermiesen Einheimischen und Gästen den Sommer
Lokales Havelland Ekelraupen vermiesen Einheimischen und Gästen den Sommer
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18:06 04.07.2019
An den Verbindungsstraßen der Dörfer der Gemeinde Havelaue sind dicke Nester des Eichenprozessionsspinners entstanden. Quelle: Norbert Stein
Havelaue

Entlang der Straße von Prietzen nach Gülpe wurde in den letzten Tagen ein Kabel in die Erde gelegt. Dafür hoben die Arbeiter einen kleinen Kabelgraben aus. Nachdem die Arbeit erledigt war, wurde der Graben wieder geschlossen.

In Schutzkleidung

Das ist eigentlich unspektakulär. Solche Erdarbeiten werden in vielen Orten und Regionen verrichtet. Aufgefallen ist zwischen Prietzen und Gülpe jedoch die helle Schutzkleidung, in der die Männer ihre Arbeit verrichteten.

Juckreiz und Allergien

Die Männer schützten sich vor der Eichenprozessionsspinnerraupe, die entlang der Straße viele Bäume befallen hat. Die Ekelraupe beeinträchtigt nicht nur die Vitalität der Eichenbäume. Sie kann mit ihren feinen Haaren bei Menschen Juckreiz und Allergien verursachen.

Die Nester werden vom Boden her abgesaugt. Quelle: Norbert Stein

Die Straße ist nicht nur eine wichtige Ortsverbindung. Auch viele Ausflugsgäste, Touristen und Naturfreunde nutzen die Straße. Sie fahren zu einem Ausflug an den Gülper See, einem international bedeutsamen Rastplatz für viele Vogelarten.

Schlecht für Touristen

Diese Touristen sind alle den möglichen gesundheitlichen Folgen bei einer Begegnung mit Eichenprozessionsspinnerraupen ausgesetzt. Die Verbindung von Prietzen nach Wolsier ist eine Gemeindestraße, wie auch viele andere befestigte Wege, die durch die Landschaft in die Dörfer führen.

Überall Gespinste

Ob die Gemeinde Havelaue nichts gegen den Eichenprozessionsspinner unternimmt, fragen Einwohner aus dem Ortsteil Gülpe in einer Gemeindevertretersitzung. Die Gemeindestraße von Prietzen nach Gülpe ist in Havelaue kein Einzelbeispiel. Große Gespinste des Eichenprozessionsspinners säumen noch weitere Straßen, wie zum Beispiel den Weg von Wolsier nach Parey.

Ein Gesamtproblem

Bürgermeister Guido Quadfasel weiß das: „Dieses Gesamtproblem ist vielschichtig“, sagt er. Er sieht die Gemeinde schon in die Pflicht genommen, sagt aber auch, dass man sich als Kommune jedes Jahr eine großflächige Bekämpfung aus Kostengründen nicht leisten kann.

In vielen Bäumen hat die Raupe Nester gesponnen. Quelle: Norbert Stein

Seit 2015 hat Havelaue dafür jedes Jahr bis zu 5000 Euro im Haushalt bereitgestellt. Für alle sechs Gemeinden des Amtes kamen Kosten von über 10 000 Euro zusammen. 2018 hat Havelaue lediglich innerorts Eichen vom Boden aus behandeln lassen, in Prietzen und Spaatz.

Fachfirmen vor Ort

Die Gemeinde Großderschau veranlasste, das auf dem Festplatz gegen den Eichenprozessionsspinner Sprühmittel verteilt wurden – das geschah auch in Kleßen im Bereich der Liegewiese am See. Die Arbeiten erledigten Fachfirmen vom Boden aus. „Die Verfahren sind in den letzten Jahren deutlich kostengünstiger geworden“, erklärt Ordnungsamtsleiter Michael Mirschel.

Nicht mehr so teuer

Im Jahr 2015 kostete die Bodenbehandlung eines Baumes 50 Euro und mehr, jetzt sind es über die Hälfte weniger. 2018 hat der Landkreis die Organisation von Hubschraubereinsätzen zur Behandlung der Eichen aus der Luft eingestellt. Als vor einigen Wochen Roger Lewandowski Großderschau besuchte, hat der Abgeordnete Roland Specht den Landrat gebeten, der Landkreis möge der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners wieder übernehmen.

Nicht im Naturschutzgebiet

Ein weiteres Problem ist, dass die Raupen nicht in Naturschutzgebieten bekämpft werden dürfen. Das Insektizid schadet auch anderen Raupenarten, Käfern und Insekten. In Havelaue führen Straßen die Straßen in Prietzen, Gülpe, Wolsier und Parey sowie andere Wege durch Naturschutzgebiete.

Bürgermeister Guido Quadfasel Quelle: Norbert Stein

Weil die Wege auch von Touristen genutzt werden, bemüht sich die Gemeinde um eine Ausnahmegenehmigung. Bisher vergebens. Wenn es die Genehmigung nicht gibt, müssen die befallenen Eichen gefällt werden, forderten einige Abgeordnete. Vorerst stellt die Gemeinde einige Hinweisschildern auf und rät zur Vorsicht. Bis 2020 soll es tragfähige Lösungen geben.

Von Norbert Stein

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