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Havelland Zweite Bushaltestelle in Elstal kommt
Lokales Havelland Zweite Bushaltestelle in Elstal kommt
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17:26 02.03.2015
Noch ist der Einsteige- auch der Aussteigepunkt. Wenn zwei Busse hintereinander stehen, wird es eng.
Noch ist der Einsteige- auch der Aussteigepunkt. Wenn zwei Busse hintereinander stehen, wird es eng. Quelle: Tanja M. Marotzke
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Elstal

In Spitzenzeiten drängeln sich auf dem Bahnhofsvorplatz in Elstal nicht nur die Busse der Linien 662 und 668 sondern vor allem die Fahrgäste. Die einen sind gerade aus dem Zug gestiegen, wollen zum Erlebnis-Dorf, ins Outlet oder ins Elstaler Zentrum, die anderen kommen von dort und möchten möglichst schnell einen Zug erreichen. Da es aber nur eine Haltestelle auf dem riesigen Vorplatz gibt, gilt die Regel, wer zuerst kommt, darf zuerst.

Um dieses Nadelöhr zu erweitern und es für die vielen Fahrgäste angenehmer zu machen, will die Gemeinde Wustermark handeln und eine zweite Haltestelle im östlichen Bereich einrichten. Im gleichen Atemzug erhält die bisherige Haltestelle im westlichen Bereich des Bahnhofsplatzes einen Unterstand, so dass Wartende bei Regen, Schnee und Wind geschützter sind. Rund 33000 Euro stehen im Wustermarker Haushalt dafür in diesem Jahr bereit, 5000 Euro Fördermittel wurden bewilligt. Die Gemeindevertreter stimmten dem Vorhaben zu, im Mai und Juni soll es über die Bühne gehen.

„Wir tragen damit einmal dem erfreulichen Zuzug von Neu-Elstalern Rechnung, gleichzeitig reagieren wir auf die stetig wachsenden Besucherzahlen im Erlebnis-Dorf und im Outletcenter“, sagt Bürgermeister Holger Schreiber.

Am Elstaler Bahnhof treffen sich Busse der Linien 668 (ElstalBahnhof–ElstalErlebnis-Dorf) und 662(Elstal Bahnhof–Priort–Falkenrehde). Künftig soll die neue Haltestelle nur noch eine reine Ausstiegshaltestelle für beide Linien sein. Alle Fahrgäste, die von den Bahnsteigen kommen, steigen an der bisherigen Haltestelle ein, so dass sie mit aussteigenden Busfahrgästen aus Elstal gar nicht in Berührung kommen. „Zum Handeln bewogen haben uns auch Anregungen von behinderten Einwohnern in Elstal“, erklärt Schreiber. Ähnlich wie es im Zuge des Fahrstuhlbaus am Elstaler Bahnhof seitens der Bahn bereits erfolgt ist, sollen nun auch die Bushaltestellen für geh- und sehbehinderte Menschen einfacher zugänglich werden. Das kostet zwar zunächst mehr Geld, ist aber kostengünstiger, als wenn diese notwendigen baulichen Anpassungen erst nach Jahren von der Gemeinde Wustermark vorgenommen werden müssen, so der Bürgermeister.

Sehr zur Freude der Vorsitzenden des Blinden- und Sehschwachenverbandes Osthavelland Manuela Klein-Kauck: „Ich freue mich, wenn das vorhandene Blindenleitsystem vom Fahrstuhl jetzt erweitert wird bis zum neuen Unterstand. Aber auch von der neuen Haltestelle bis zum Fahrstuhl sollte dann diese Orientierungshilfe installiert werden.“

Der neue Fahrgastunterstand wird 7,5 Meter lang und zwei Meter breit sein. Alle Seiten- und Rückwände werden mit hellem Sicherheitsglas eingefasst. Das Fabrikat ist vergleichbar mit den Unterständen in der Maulbeerallee von Elstal.

Kritik an den Plänen der Wustermarker gibt es von der Havelbus Verkehrsgesellschaft. Die Busfahrer seien durchweg der Meinung, dass die derzeitige Haltestelle völlig ausreichend sei, meint Havelbus-Sprecherin Karola Schulz. „Die Ein- und Ausstiegszeiten sind aber sehr kurz, weil wir nicht zweimal halten müssen.“ Eine zweite Haltestelle werde den Pendlerverkehr auf dem Parkplatz, also die Autofahrer, nur unnötig behindern. Die Gemeinde hätte das Verkehrsunternehmen in ihre Planung einbeziehen sollen, so Karola Schulz.

Von Jens Wegener

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