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Havelland Empfang erstmals im Schloss Ribbeck
Lokales Havelland Empfang erstmals im Schloss Ribbeck
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21:52 26.02.2018
Im Schlosspark bot die Musicalgruppe der Kreismusikschule eine Show für die Gäste des Neujahrsempfangs. Quelle: Tanja M. Marotzke
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Ribbeck

Dieser Neujahrsempfang hatte es in sich: Er war ein logistisches Experiment. Das endete glücklich, als schließlich 300 Gäste im Ribbecker Schloss verteilt an den Tischen saßen.

Mit einer logistischen Meisterleistung überraschte der Neujahrsempfang des Landkreises Havelland. Er lud erstmals ins Schloss Ribbeck und setzte seine fast 300 Besucher in Bewegung.

Angefangen hatte der Freitagabend, als Kreistagsvorsitzende Manuela Vollbrecht (SPD) und Landrat Roger Lewandowski (CDU) die 270 geladenen Gäste begrüßten. Die drängten sich in den Saal des Schlosses, um den offiziellen Reden zu folgen. Danach dann das Experiment: Alle Gäste mussten wieder das Schloss verlassen, im Birnengarten war ein Showprogramm zu verfolgen.

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Derweil fegte ein Heer von Helfern durchs Schloss, um im Saal und in den anderen Räumen – Blauer Salon, Standesamt, Museum – Tische aufzustellen, zu decken und das Büfett zu befüllen. Nach einem optisch sehr unterhaltsamen Programm im Garten – mit der Musicalgruppe der Kreismusikschule und mit der Lichtshow aus Rathenow – fädelte sich die Schar der Besucher wieder an der mobilen Garderobe vorbei und gelangte zum kulinarischen Teil des Abends.

Die Frauen und Männer waren also in Bewegung. Und das passte genau zu der Botschaft, die Landrat Roger Lewandowski an diesem Abend mitbrachte. Er hatte sich sehr dafür eingesetzt, den Neujahrsempfang im Schloss Ribbeck zu ermöglichen. „Wenn wir ein so schönes Ambiente haben, sollten wir es auch nutzen und unseren Gästen nicht vorenthalten“, sagt er.

„Das Havelland ist in Bewegung“, gab Roger Lewandowski als Slogan aus. Das Havelland sei ein starker Landkreis. „Die Finanzlage ist stabil, die Wirtschaft wächst, die Einwohnerzahlen steigen“, sagte er. Aber: „Wir müssen weiter daran arbeiten, unseren Landkreis zukunftsfest zu gestalten.“ Mit Blick auf Berlin und den wachsenenden Zuzug, den Druck auf den Wohnungsmarkt, regte er an, diese Entwicklung als Chance für Brandenburg und das Havelland zu sehen. Auch für den ländlichen Raum. Die demografische Entwicklung ist eine Herausforderung. Dabei muss der Landkreis mit zwei unterschiedlichen Tendenzen klarkommen: Da sind die Wachstumsinseln im östlichen Havelland mit all ihren Herausforderungen wie zusätzliche Kitas, Schulen und nicht schnell genug mitwachsender Infrastruktur, und da sind die ländlichen Regionen mit „Einwohnerschwund und Erosion der öffentlichen Infrastruktur“. In Sachen Infrastruktur äußerte Lewandowski starke Kritik an der geplanten Abkopplung des Bahnhofs Wustermarks durch die Zusammenlegung der Linien RB 13 und RB 21.

Kritik musste der Landrat auch selbst einstecken. So erhielt er ein freundliches, aber anmahnendes Geschenk: Der Kreistagsabgeordnete Tobias Bank (Linke), die Sprecherin der IG Wernitz Ulrike Bommer und Karin Grunwald aus Wernitz übergaben Roger Lewandowski drei Fahrradreifen. Mit diesem Geschenk wollten sie auf fehlende Radwege im Havelland, vor allem zwischen den Dörfern, aufmerksam machen.

Dem durchweg freundlichen Grundton des Abends widersprach das Geschenk aber nicht. Vertreter aus Vereinen, Organisationen, Partnerkreisen, Parteien, Kirchen, aus Landesregierung und Landtag kamen zum aufgeräumten Austausch zusammen. Beim festlichen Büfett überraschte manche Speise durch ihren originellen Birnengehalt. „Birne ist überall dran, und wenn es Birnensaft ist“, verriet Küchenchef Enrico Schulz.

Von Marlies Schnaibel

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