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Havelland Enkel findet nach 38 Jahren Grab des Großvaters
Lokales Havelland Enkel findet nach 38 Jahren Grab des Großvaters
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14:10 15.05.2019
Unter den 288 Grabsteinen für die im Kampf um Rathenow gefallenen Sowjetsoldaten steht auch das von Ivan Pustov (Mitte). Quelle: Uwe Hoffmann
Rathenow

Auf dem 1949 angelegten und 1985 neu gestalteten „Ehrenfriedhof für die im Kampf um die Befreiung Rathenows gefallenen Helden des Sowjetvolkes“ unweit des Rathenower Hauptbahnhof stehen, neben dem Denkmal, 288 Grabsteine von Soldaten, Unteroffizieren und Offizieren der Roten Armee.

In vielen Archiven

Ein Grabstein, der von Ivan Pustov, weckte jetzt besonderes Interesse. Alexander Pustov, Enkel des im Kampf um Rathenow gefallenen Sowjetsoldaten, fand den Stein seines Großvaters nach 38 Jahren. Er hatte in vielen Archiven und in Deutschland gesucht.

Alexander Pustov fand in Rathenow das Grab seines 1945 in Rathenow gefallenen Großvaters Ivan Pustov. Quelle: Uwe Hoffmann

„Meine Oma konnte mir lediglich erzählen, dass ihr Mann in den letzten Kriegswochen irgendwo in Deutschland gefallen ist und sein Grab dort liegt“, erzählt der in Sewastopol lebende russische Bauunternehmer Alex Pustov. „1981 bis 1983 war ich selbst als Kraftfahrer bei einer Pioniereinheit in Fürstenwalde stationiert und habe seitdem nach dem Grab meines Großvaters in Berlin, Potsdam und Brandenburg gesucht.“

Viele Fahrten durchs Land

Zwei Jahre nach dem Wehrdienst hatte Pustov noch als Ingenieur in Fürstenwalde gearbeitet und bei seinen vielen Fahrten durchs Land an jedem Sowjetfriedhof angehalten und nach dem Grabstein gesucht.

Der Ehrenfriedhof in Rathenow. Quelle: Uwe Hoffmann

Nachdem die Krim durch Russland annektiert wurde, ergab sich für Alex Pustov ein besserer Zugang zu den Militärarchiven dort. Nach etwa fünf Jahren erhielt der Enkel auf seine Anfrage eine schriftliche Antwort sowie ein Foto des Grabsteins seines Großvaters auf dem Rathenower Ehrenfriedhof. Das hatten Mitarbeiter der Kriegsgräberfürsorge für Pustov ausfindig gemacht.

Lange gesucht

So kam der 56-jährige Pustov am 8. Mai, dem Gedenktag der Befreiung Deutschlands vom Faschismus nach Rathenow, zum 38 Jahre lang gesuchten Grab.

Berührender Moment

Ivan Ivanowitsch Pustov starb, 36 Jahre alt, am 26. April 1945, im Kampf um Rathenow. Der Grabstein weist ihn als Soldaten aus. „Aber aus den Unterlagen geht hervor, dass mein Großvater Unteroffizier einer Infanterieeinheit war, so Alex Pustov. „Ich habe die Kranzniederlegung am 8. Mai durch die Vertreter der Stadt miterlebt. Das hat mich sehr berührt.“

Er sei positiv überrascht und dankbar, wie sehr der Ehrenfriedhof erhalten und gepflegt wird. Ivan Pustov hat ein Jahr vor Kriegsbeginn geheiratet und hat als bei Krasnojarsk gelebt, bevor er eingezogen wurde.

Der 1946 in Rathenow gefallene Ivan Pustov. Quelle: Uwe Hoffmann wort+bild

Alex Pustovs Eltern leben nicht mehr. Sein Vater starb vor einiger Zeit. Alex Pustovs Großmutter verstarb vor fünf Jahren. „Aber ich habe noch Geschwister und Familie, die in Russland und in den USA leben. Mein Mobiltelefon ist voll mit Nachrichten, nachdem ich sie darüber informiert habe, dass ich das Grab unseres Vorfahren gefunden habe“, so Alex Pustov.

Die Keramikplatte

Die Familie hatte vor Jahren eine Keramikplatte mit dem Bildnis von Ivan Pustov anfertigen lassen. Diese wollte Enkel Alex Pustov jetzt am Grabstein anbringen lassen. „Leider erlauben dies die gesetzlichen Vorschriften hier nicht, wie mir in der Rathenower Stadtverwaltung mitgeteilt wurde. Das ist schade, aber ich kann und muss das akzeptieren. In Deutschland ist alles geregelt. Das mag ich grundsätzlich.“ So übergab Pustov die Keramikplatte mit den Unterlagen aus dem Militärarchiv für das Archiv der Stadt Rathenow.

Besuch in Fürstenwalde

Den Besuch in Rathenow nutzte Alex Pustov, um auch noch einmal seine frühere Garnisonstadt Fürstenwalde zu besuchen. Ob er in den nächsten Jahren noch einmal das Grab seines Großvaters in Rathenow besuchen wird, kann er noch nicht sagen. „Ich war mir recht sicher, dass ich das Grab finden werde. Dieses, meiner Oma gegebene Versprechen, habe ich jetzt erfüllen können“, sagt Alex Pustov. „Krieg als Mittel der Politik ist schlecht und unter den Toten sind die Soldaten und unschuldige Zivilisten. Andere verdienen ihr Geld mit dem Krieg.“

Von Uwe Hoffmann

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