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Havelland Erinnern an den Falkenseer Mauerfall
Lokales Havelland Erinnern an den Falkenseer Mauerfall
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08:01 14.11.2014
Gedränge zur Maueröffnung in Falkensee am 13. November 1989 in der damaligen Max-Reimann-Straße. Mit von der Partie der Regierende Bürgermeister von Westberlin Walter Momper. Quelle: Archiv
Falkensee

Die Kulturstätten Haus am Anger, Becher-Kulturhaus, Museum und  Stadtbibliothek luden am Donnerstag zur thematischen Mauerfall-Busfahrt „Genk-KulTour“.

Etwa 50 Menschen kamen zum früheren Mauerstandort. Darunter die Falkenseerin Luzia Schwanke. Sie ist 1939 geboren, hatte schon den Mauerbau miterlebt und war vor 25 Jahren auch auf der damaligen Max-Reimann-Straße (heute Spandauer) mit dabei. Damals weinte Luzia Schwanke vor Freude, konnte es überhaupt nicht fassen. „Ich kann das gar nicht beschreiben, das war so ein unglaubliches Gefühl“, erzählt sie. Mit ihrer Familie ging sie direkt am Abend des 13. Novembers 1989 zu Fuß nach Spandau rüber. „Meine Schwester hat dabei ihre Schuhe verloren, weil der Asphalt noch klebte“, erinnerte sie sich.

Die Straße war noch warm und klebte, weil sie erst am Tag zuvor asphaltiert worden war. Das ist der Grund, weshalb der Mauerfall an dieser Stelle erst vier Tage nach dem 9. November geschah.

Zwischen der Max-Reimann-Straße und der Falkenseer Chaussee gab es keinen Grenzübergang. Der nächste war an der Heerstraße, wo direkt am 9. November die Menschen nach Berlin strömten. An der Max-Reimann-Straße mussten am Wochenende des 11. und 12. Novembers zunächst die Mauersegmente abgerissen werden. In die entstandenen Lücken wurde am 12. November die Asphaltdecke gelegt.

Völkerwanderung auf der Spandauer Straße zwischen Falkensee und Spandau am 13. November 1989.

Die vier Tage vom 9. bis zum 13. November waren für den heutigen Falkenseer Bürgermeister Heiko Müller (SPD) die längsten, die er je erlebt hat. „Wir haben so auf diesen Moment gewartet, dass uns ein paar Tage wie eine Ewigkeit vorkamen“, erinnerte er sich gestern. Auf der anderen Seite der Mauer fieberte vor 25 Jahren Burkhard Meyer zu Natrup auf die Maueröffnung hin. Der gebürtige Spandauer stand auf einem Sandhaufen und erwartete die Falkenseer sehnsüchtig. Zum Gedenken hatte er sich gestern eine Kappe mit Deutschlandflagge aufgesetzt. „Das passt doch zum Anlass“, sagte Meyer zu Natrup, der seit 1994 in Falkensee lebt. Er ist Busfahrer, fuhr damals einen der ersten BVG-Busse ins Havelland. „Morgen fahren wir mit dem 92er zum Bahnhof Falkensee“, habe sein Chef zu ihm gesagt. „Wo ist das denn?“, hatte Meyer zu Natrup geantwortet.

Fakenseer Granzöffnung

Am Abend des 13. November wurde die Grenze zwischen Falkensee und Spandau offiziell von den damaligen Bürgermeistern Gerhard Sowinski (Falkensee) und Walter Momper (Westberlin) freigegeben.
Nach einem Händedruck beider Bürgermeister strömten die Menschen zu Fuß und im Trabant über die Grenze. Die Menschen hoben die Autos fast hoch, trommelten auf Motorhauben und Dächer.
Auf der Spandauer Seite standen die Westberliner dicht gedrängt und begrüßten die Havelländer mit Sekt und anderen Getränken.

Im Anschluss an den Stopp an der Stelle, an der die Mauer Spandau und Falkensee trennte, fuhr der Gedenkbus gestern vier Falkenseer Kulturstätten an. Dort erinnerten Falkenseer den späten Nachmittag mit Filmvorführung, Konzert, Museumsführung und einem Zeitzeugengespräch an die Zeit vor 25 Jahren. Die Falkenseerin Karin Störmer war nicht mit dem Gedenkbus unterwegs und blieb noch eine Weile an der früheren Grenze stehen. Sie war damals unglaublich erleichtert über den Mauerfall, hatte zunächst aber auch Angst, nicht wieder zurück zu dürfen. Sie war mit ihrem Mann direkt am 9. November im Wartburg zu ihrer Familie in die Nähe von Hannover gefahren und somit am 13. November in Westdeutschland. „Wenn ich schon 1989 nicht hier sein konnte, dann wenigstens heute“, sagte sie.

Von Anja Meyer

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