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Havelland Bundeswehr-Panzer beschädigen Verkehrsinseln im Amt Rhinow
Lokales Havelland Bundeswehr-Panzer beschädigen Verkehrsinseln im Amt Rhinow
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11:27 07.03.2019
Nach der Installation der Faltschwimmbrücke bei Göttlin rollte der Militärverkehr über die Havel. Quelle: Markus Kniebeler
Rathenow

Bei der Übung „Black Mamba“ des Panzerpionierbataillons 803 aus Havelberg ist – was die Schäden an der B 102 angeht – offenbar weniger kaputt gegangen als befürchtet. Gleichwohl wurden nach Einschätzung von Karsten Ziehm, dem Leiter der Straßenmeisterei Rathenow, Verkehrsinseln in Hohennauen, Rhinow und Altgarz durch Kettenfahrzeuge in Mitleidenschaft gezogen. Eine genaue Schadensermittlung steht noch aus.

Am Mittwochvormittag hatten rund 420 Soldaten mit 150 Fahrzeugen vom Biwakplatz in Großwudicke zur Havelübersetzstelle bei Göttlin verlegt. Dort installierten sie eine gut 100 Meter lange Faltschwimmbrücke – die einzige ihrer Art in Deutschland. Nach der Havelüberquerung rollte das Bataillon in Etappen über die B 102 durch Hohennauen, Rhinow und Neustadt nach Havelberg zurück.

Beim Großteil der Fahrzeuge handelte es sich um Radfahrzeuge. Aber auch drei Spähpanzer und ein Bergepanzer waren unterwegs. Und die beschädigten mit ihren Ketten an den engen Verkehrsinseldurchfahrten Teile der Borde.

Weniger Schäden als bei Manöver im Juni 2015

Der Rhinower Amtsdirektor Jens Aasmann bestätigte nach einer ersten Begutachtung, dass es Schäden gegeben habe. Aber im Vergleich zum Juni 2015, als Panzer im Rahmen eines Manövers Borde und Verkehrsinseln im großen Stil zerstörten, seien diese jetzt weitaus weniger gravierend.

„Glücklich sind wir darüber trotzdem nicht“, so Aasmann. Denn schon wieder sei etwas kaputt gegangen. Die Tatsache, dass die Schäden von 2015 immer noch nicht repariert seien, stimme ihn nicht besonders zuversichtlich, dass dies nun schneller geschehe.

420 Soldaten des Panzerpionierbataillons 803 Havelberg haben an der Übung „Black Mamba“ teilgenommen. An der Übersetzstelle bei Göttlin überquerten sie mit 120 Fahrzeugen die Havel. Zum Einsatz kam eine Faltschwimmbrücke – die einzige ihrer Art in Deutschland.

Forderung nach grundsätzlicher Klärung

Aasmann kündigte an, das Amt Rhinow werde die Vorfälle zum Anlass nehmen, bei den zuständigen Stellen eine grundsätzliche Klärung einzufordern. „Wenn die B 102 künftig öfter für Manöver dieser Art genutzt wird, dann muss sie entsprechend ausgebaut werden“, sagt er. Es könne nicht sein, dass es nun regelmäßig zu derartigen Schäden an der Straße komme.

Brigadegeneral Andreas Durst an der Göttliner Übersetzstelle. Quelle: Markus Kniebeler

Brigadegeneral Andreas Durst, der aus Neubrandenburg nach Göttlin gekommen war, um die Übung des zu seiner Brigade gehörenden Panzerbataillons zu beobachten, bat um Verständnis für derartige Manöver. Die Bundeswehr habe 2014 ihre Strategie geändert. Habe bis dahin die Vorbereitung auf Auslandseinsätze im Fokus gestanden – Balkan, Afghanistan, Mali – werde mittlerweile der Landes- und Bundesverteidigung wieder mehr Bedeutung zugemessen. Dazu gehöre es, ganze Verbände von einem Ort zum anderen zu verlegen.

Weil die Übersetzstelle in Göttlin die seltene Gelegenheit bietet, die Gewässerüberquerung zu trainieren, werde sie auch künftig bei Manövern eine wichtige Rolle spielen, sagt der General. Und auch auf der B 102 werde dann mit Militärverkehr zu rechnen sein. Andreas Durst versprach, das Thema des Ausbaus der Bundesstraße in den zuständigen Gremien zu thematisieren.

Mobiles Brückensystem

Die Faltschwimmbrücke des Panzerpionierbataillons 803 aus Havelberg ist die einzige ihrer Art in Deutschland.

Die einzelnen Brückenelemente werden von Motorbooten in Position geschoben. Die maximale Brückenlänge beträgt 150 Meter. Der Leopard-Panzer, das schwerste Fahrzeug der Bundeswehr, kann die Brücke ohne Probleme überqueren.

Der Aufbau der Brücke über die Havel bei Göttlin dauerte weniger als eine Stunde.

Reichen die 150 Meter nicht für eine Flussüberquerung, können die Brückenteile als Fähre eingesetzt werden.

Status der Straße müsste geändert werden

Einer Auskunft des brandenburgischen Infrastrukturministeriums zufolge soll in diesem Jahr das Militärstraßengrundnetz überprüft werden. Bekäme die B 102 den offiziellen Status einer Marschstraße, müsste sie dementsprechend ausgebaut werden.

Nach Meinung von Karsten Ziehm muss das möglichst bald geschehen. „Die B 102 ist vor allem im Bereich der Verkehrsinseln nicht für derartige Manöver geeignet“, sagt er. Die Fahrbahn sei dort so schmal, dass Panzer notgedrungen über Borde und gepflasterte Bereiche fahren müssen.

Auch am Mittwoch seien im Bereich der Verkehrsinseln – insbesondere in Hohenauen – Bordsteine beschädigt worden. „Es ist bei weitem nicht so schlimm wie im Juni 2015“, sagt Ziehm. Aber jeder Schaden sei ein Schaden zu viel.

„Wenn die Fahrbahn nicht verbreitert wird, wird es bei jedem Manöver zu Schäden kommen“, sagt Ziehm. Deshalb gehe an einem Ausbau der Straße – wenn sie denn weiterhin als Manöverstrecke dienen solle – kein Weg vorbei.

Positive Bilanz der Bundeswehr

Unabhängig von dieser Debatte zog die Bundeswehr eine positive Bilanz der Übung. „Ziel ist es, unsere Soldaten bestmöglich auszubilden“, sagt Oberstleutnant Ralph Peter, Kommandeur des Panzerpionierbataillons 803. Diesem Zweck habe die Übung gedient.

Übrigens komme das auch der Zivilgesellschaft zugute. Beim Elbehochwasser 2013 etwa hätten die Anrainer des Flusses vom Ausbildungsstand und Engagement der Havelberger Pioniere profitiert.

Von Markus Kniebeler

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