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Havelland Erste Bilanz im Integrationszentrum
Lokales Havelland Erste Bilanz im Integrationszentrum
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00:19 13.08.2017
Arbeitsstaatssekretärin Almuth Hartwig-Tiedt, Mitarbeiterin Kerstin Block und Kreisdezernent Dennis Granzow (v.l.).
Arbeitsstaatssekretärin Almuth Hartwig-Tiedt, Mitarbeiterin Kerstin Block und Kreisdezernent Dennis Granzow (v.l.).  Quelle: Danilo Hafer
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Brieselang

 Geflüchtete Menschen dabei zu unterstützen, eine versicherungspflichtige Arbeit zu finden und ein eigenständiges Leben zu führen, das ist das Ziel des Integrationszentrums des Landkreises Havelland in Brieselang. Am Mittwoch, ein halbes Jahr nach dessen Eröffnung, informierte sich Arbeitsstaatssekretärin Almuth Hartwig-Tiedt, im Beisein des Kreisdezernenten für Grundsicherung und Arbeit Dennis Granzow, über den aktuellen Stand der Dinge und den Verlauf der Startphase des Modellprojektes.

38 Menschen, darunter auch zwölf Kinder, wohnen derzeit in den Wohnungen im Obergeschoss des Integrationszentrums. 21 von ihnen beteiligen sich an der Maßnahme zur Arbeitsintegration. „Einzugsbedingung war, dass mindestens einer aus der Familie oder Bedarfsgemeinschaft an unserem Programm teilnimmt“, erklärt Kerstin Block, Mitarbeiterin der GSM Training und Integration GmbH, die das Zentrum im Auftrag des Landkreises betreibt. Mit Hilfe von Gruppenveranstaltungen und Einzelcoachings sollen die Geflüchteten auf ein Berufsleben in Deutschland vorbereitet werden.

In der ersten Zeit gehörten jedoch vor allem die Begleitung bei Behördengängen, Registerauszüge und anderer „Papierkram“ zu den Hauptaufgaben der vier Mitarbeiter. „Als die Menschen bei uns angekommen sind, mussten wir uns erstmal um die Anmeldungen beim Jobcenter kümmern. Das hat fast zwei Monate in Anspruch genommen, bis wir alles zusammen hatten“, erzählt Mitarbeiterin Natalia Drozdovych.

Nach den anfänglichen Startschwierigkeiten hätten sich jedoch schnell erste kleine Erfolge gezeigt. Ein Teilnehmer habe bereits einen Job bei einer Leiharbeitsfirma in Berlin gefunden und suche dort nun nach einer Wohnung. Anderen Geflüchteten konnten erfolgreich Praktikumsplätze vermittelt werden. „Einer unserer Teilnehmer hat ein Praktikum bei einem Friseur gemacht, weil er das unbedingt wollte, und hat nun auch eine Zusage für eine Ausbildung, obwohl er keinen Abschluss hat“, erklärt Natalia Drozdovych.

Alle Teilnehmer würden einen starken Willen zeigen, neben den Sprachkursen bereits eine Arbeitsstelle anzutreten. „Die Menschen nehmen die Belastung auf sich, morgens in der Schule deutsch zu lernen und nachmittags an unserer Maßnahme teilzunehmen oder in einen Betrieb zu gehen, das ist toll“, sagt Kerstin Block. Ganz so leicht sei es dann aber doch nicht, die Flüchtlinge in Arbeit zu bringen. „Vollzeitstellen, etwa in der Logistik, gibt es ausreichend. Viele möchten aber gern in Teilzeit arbeiten, weil sie Kinder haben oder noch Sprachkurse besuchen möchten“, so Block.

Das Modellprojekt ist zunächst auf zwei Jahre angelegt. „Ziel ist es eigentlich, hier einen möglichst schnellen Durchlauf zu haben“, erklärt Kreisdezernent Dennis Granzow. Nach spätestens einem Jahr sollten alle Teilnehmer einen Job und eine eigene Wohnung haben. Das ist bisher noch nicht gelungen, doch würden sich einige bereits auf einem guten Weg befinden. Nach dem ersten Jahr werde sich der Kreistag intensiv die Ergebnisse anschauen und entscheiden, wie es weiter geht.

Von Danilo Hafer