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Havelland Falkensee diskutiert drei mögliche Standorte
Lokales Havelland Falkensee diskutiert drei mögliche Standorte
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17:39 08.02.2017
Waldbad-Anwohnerin Inge Schmidt (in gelb) bevorzugt den Erhalt des Waldbades und den Standort am Seegefelder Bahnhof für das Hallenbad.
Waldbad-Anwohnerin Inge Schmidt (in gelb) bevorzugt den Erhalt des Waldbades und den Standort am Seegefelder Bahnhof für das Hallenbad. Quelle: Laura Sander
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Falkensee

Lange wurde über ein Hallenbad diskutiert, immer wieder wurde es von den Falkenseern gefordert. Einen Eindruck davon, wie das lang erhoffte Schwimmbad in der Gartenstadt einmal aussehen und vor allem wo es entstehen könnte, bekamen am Dienstagabend rund 140 Falkenseer in der neuen Stadthalle.

Konzeptstudie

In einer Konzeptstudie untersuchte die Firma kplan AG aus Bayern Standorte, Ausstattung, die Konkurrenz im näheren Umfeld sowie Investitions- und Folgekosten. Soll es neben dem standartmäßigen 25-Meter-Becken außerdem ein multifunktionales Aktivbecken für Aqua-Fitness, Mutter-Kind-Kurse und Schwimmstunden, einen Wasserspielplatz, eine Saunalandschaft und einen Gastronomiebereich geben? Kommen überhaupt genügend Besucher und kann sich die Stadt den Unterhalt für das neue Hallenbad und das bei vielen beliebte Waldbad leisten?

Waldbad schließen oder weiterbetreiben – darum drehten sich am Dienstag wohl die meisten Fragen. Vorrangig sollte es jedoch um die Standortfrage gehen. Zwischen drei Varianten konnten die Falkenseer wählen. Ein Hallenbad nördlich des Seegefelder Bahnhofs mit gleichzeitiger Schließung des Waldbades, ein Bad am Seegefelder Bahnhof mit Weiterbetrieb des Waldbades und ein neues Hallenbad am Standort des bereits vorhandenen Waldbades in der Salzburger Straße.

Parkplatzprobleme

Das von den Planern bevorzugte Areal nördlich des Seegefelder Bahnhofs punktet mit einer guten Anbindung. Nachbarn gibt es keine und genügend Platz für Parkplätze wäre vorhanden. Die führen rund um das Falkenseer Waldbad in der Salzburger Straße regelmäßig zu Diskussionen. Anwohner fühlen sich von den Waldbad-Besuchern belästigt, die während der Sommermonate ganze Straßenzüge zuparken. Für sie wäre die Variante, das Hallenbad mit auf das Waldbad-Areal zu setzen, undenkbar. „Es herrscht doch jetzt schon Chaos. Die Parkplatzsituation ist katastrophal“, so ein Anwohner. „Ich bin ebenfalls Anwohnerin und besuche das Bad bereits seit 1952. Mich stören die Badegäste nicht unbedingt“, sagte Inge Schmidt, die sich trotzdem für ein neues Hallenbad am Seegefelder Bahnhof aussprach.

Dass das Waldbad jedoch erhalten bleiben müsse, darüber waren sich fast alle einig. „In den Sommerferien machen nahezu alle Sportvereine Pause. Dann ist es für unsere Kinder die einzige Freizeitmöglichkeit“, so Nicole von Hacht. Mit einem Hallenbad am gleichen Standort würde das naturbelassenere Waldbad an Qualität verlieren, obwohl natürlich vor allem im Sommer ein Synergieeffekt zwischen den Bädern erzielt werden könnte. „Weniger Personal würde gebraucht, rund 62 000 Euro ließen sich so im Jahr einsparen. Trotzdem ist diese Standortvariante schlechter angebunden, wenn auch für viele Schulen besser zu erreichen“, so Christian Lanzinger von der Firma kplan AG.

Weitere Veranstaltung geplant

„Zunächst sollte man das Hallenbad am Seegefelder Bahnhof errichten, das Waldbad aber in jedem Fall erhalten. Zu einem späteren Zeitpunkt könnte dann darüber nachgedacht werden, ein Freibad auf dem Areal des Hallenbades anzubauen und das Waldbad zu schließen“, so Margot Kleinert, Vorsitzende des Falkenseer Seniorenbeirates. Eine Entscheidung für eine der drei Varianten fiel am Dienstag nicht. Auf Grundlage des Stimmungsbildes sollen nun die Falkenseer Stadtverordneten eine Standort-Entscheidung treffen. Zu Größe, Ausstattung, Gestaltung und Kosten des Hallenbades wird es noch vor der Sommerpause eine weitere Veranstaltung geben.

Die Konzeptstudie der Firma kplan AG ist auf der Webseite der Stadt Falkensee einsehbar.

Von Laura Sander