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Falkensee Dichter trifft Synthesizer: „Fontane war wohl ein ziemliches Arschloch“
Lokales Havelland Falkensee Dichter trifft Synthesizer: „Fontane war wohl ein ziemliches Arschloch“
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11:51 31.05.2019
Seine Musikstücke kreiert der 19-Jährige Felix von Boxberg im heimischen Wohnzimmer. Quelle: Danilo Hafer
Falkensee

 Schon ein paar Akkorde reichen Felix von Boxberg aus und der 19-Jährige hat eine neue Idee für einen Song. Dann setzt er sich ans Klavier im Haus seiner Eltern in Falkensee und legt einfach los.

Die Musik scheint ihm im Blut zu liegen, am Sonntag wird der Falkenseer nun gemeinsam mit anderen Nachwuchsmusikern und jungen Bands aus Berlin und Brandenburg beim Finale des Musikwettbewerbs Sing den Theo im Schlossgarten Ribbeck auftreten. Aufgabe war es, einen Text von Theodor Fontane zu vertonen.

Boxberg entdeckte Fontanes Briefe an dessen Frau

„Ich hatte allerdings gar keine Lust, ein Gedicht zu vertonen, das hat es schon zu oft gegeben“, erzählt von Boxberg. Er wollte sich mehr mit der Person Fontane beschäftigen und stieß schließlich auf die Briefe, die der Dichter einst an seine Frau schickte.

„Das fand ich sofort viel interessanter. Es zeigte sich jedoch, dass Fontane ein ziemliches Arschloch gewesen sein muss“, so der 19-Jährige. Hätte es damals schon die MeToo-Debatte gegeben, Fontane hätte sicher einen Skandal ausgelöst, da ist sich der 19-Jährige ziemlich sicher.

Sing-den-Theo-Finale in Ribbeck

Junge Nachwuchsmusiker und Bands aus Berlin und Brandenburg waren aufgefordert, einen Text von Theodor Fontane neu zu vertonen. Erlaubt war dabei alles, von Klassik bis Hip-Hop.

Das große Finale des Songcontests wird an diesem Sonntag im Ribbecker Schlossgarten ausgetragen. Das Publikum kann für seine Lieblingsband abstimmen und hat so auch Einfluss auf den Sieger.

Eine Jury aus Prominenten und öffentlichen Persönlichkeiten aus dem Havelland werden die Auftritte schließlich bewerten. Daraus und aus den Stimmen des Publikums wird der Gewinner ermittelt.

Den Sieger erwartet nicht nur ein Preisgeld in Höhe von 1000 Euro, sondern auch ein Auftritt bei den Havelländischen Musikfestspielen.

„Grundsätzlich gäbe es wohl kaum noch männliche Idealtypen, wenn wir die Vergangenheit noch einmal mit dem Blick von MeToo durchleuchten würden“, sagt er.

Bei seinem neu entstandenen Fontane-Song geht der 19-Jährige aber nicht mit dem erhobenen Zeigefinger vor. Sein Stück beschreibt er selbst als trashig, witzig, ironisch und retro. Trotz anfänglicher Skepsis habe sich der Falkenseer inzwischen fast ein bisschen in den Song verliebt.

Der 19-jährige Felix von Boxberg aus Falkensee nimmt am Musikwettbewerb Sing den Theo auf Schloss Ribbeck teil. Quelle: Danilo Hafer

Gerade kam der Falkenseer von seinem Auslandsjahr in Großbritannien zurück. Was er beruflich machen möchte, da hält sich der Falkenseer derzeit noch alles offen. „Ich arbeite gerne mit Worten. Das spielt ja auch in der Musik eine große Rolle“, erzählt er.

Klar, es sei nicht sehr einfach, im kreativen oder künstlerischen Bereich Fuß fassen, da macht sich der 19-Jährige keine Illusionen. Dennoch: „Ich denke, dass man mit etwas Mut und ganz viel Eigeninitiative auf den richtigen Weg kommen wird.“

Der 19-Jährige spielt mehrer Instrumente

Bis dahin wird Felix von Boxberg die Zeit nutzen und weiter Musik machen. Und die Voraussetzungen scheinen gegeben. Von Boxberg spielt Klavier, Gitarre Bass und neuerdings auch Schlagzeug. „Ich bin zwar eher ein schüchterner Mensch, möchte mich aber weiter in den Auftrittsbereich einarbeiten“, erzählt er.

Ein- oder zweimal sei er schon bei einem sogenannten Open-Mic aufgetreten, solo und mit akustischer Gitarre. Jüngst folgte ein kleiner Auftritt im Jugendklub Alte Post in Falkensee.

Für den Finalauftritt bei Sing den Theo am Sonntag im Ribbecker Schlossgarten hat sich der 19-Jährige auch schon etwas überlegt. „Ich habe ein paar Leute organisiert, die mit mir auf die Bühne kommen. Ich habe nämlich keine Lust mit Playback aufzutreten.“

Von Danilo Hafer

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