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Falkensee 300 havelländische Trecker rollen nach Berlin
Lokales Havelland Falkensee 300 havelländische Trecker rollen nach Berlin
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17:46 25.11.2019
Die havelländischen Landwirte sind gerüstet für die Demonstration. Quelle: Jens Wegener
Nauen

„Wir haben es satt“ und „Ich will auch noch Bauer werden“ steht auf den Plakaten, die an einigen Fahrzeugen der Agro-Farm GmbH in Neukammer prangen. Sie gehören zu den etwa 300 Traktoren aus dem Landkreis Havelland, die Dienstagfrüh nach Berlin rollen. „Einige Bauern fahren auch mit dem Zug und mit Autos“, sagt Antje Schulze vom Landfrauenverein Havelland. Und Landwirt Dirk Peters aus Neukammer wagt die Prognose: „7000 bis 8000 Traktoren werden insgesamt aus allen Teilen Deutschlands kommen, weil es um unsere Zukunft geht.“

Organisator ist das Bündnis „Land schafft Verbindung“

Organisiert wurde die Demonstration von dem erst kürzlich gebildeten Bündnis „Land schafft Verbindung“, in dem sich vor allem junge Landwirte aus allen Himmelsrichtungen in Deutschland zusammengefunden haben. Hauptziel ist, das vom Bund geplante Agrarpaket und die damit verbundene neue Pflanzenschutzverordnung zu verhindern.

„Wenn das Agrarpaket, das ohne Rücksprache mit den Bauern und der Wissenschaft zustande gekommen ist, so umgesetzt wird, ist die Existenz viele landwirtschaftlicher Betriebe nicht nur im Havelland gefährdet“, sagt Annette Brockmann, Geschäftsführerin der Agrargenossenschaft Wutzetz.

Reset für Agrarpaket gefordert

Ihr Kollege Lars Schmidt von der Brandenburger Vermarktungs- und Dienstleistungsgesellschaft in Lietzow ist natürlich auch bei der Demo dabei. Aus seiner Sicht muss es für das Agrarpaket des Bundes und das Insektenprogramm ein „Reset“ geben. „Wir Landwirte machen doch schon viel in Sachen Insektenschutz und Tierwohl. Es gibt Blühstreifen, viele regionale Produkte werden angebaut und verkauft.“

Ganz ohne Pflanzenschutzmittel geht es nicht

Landwirtschaft und Geroßdemo: das ist längst nicht mehr reine Männersache. Quelle: Jens Wegener

Eine große Unsicherheit herrscht derzeit unter den Landwirten. Das führt unter anderem dazu, dass kaum noch ein Betrieb in die Milch investiert. „Ich glaube im gesamten Havelland ist es nur noch die Genossenschaft Wachower Landwirte, alle anderen leben im Bestand.“ Das bestätigt Annette Brockmann aus Wutzetz: „Landwirtschaft ist ja keine Sache von zwei, drei Jahren. Man denkt und investiert langfristig. Aber wenn die Perspektiven fehlen oder man nicht weiß, welche Gesetze oder Verordnungen noch beschlossen werden gegen den Willen der Bauern, dann ist man vorsichtig.“

Verkehrsbeeinträchtigungen ab 5 Uhr

Im Zuge der Sternenfahrt der Landwirte nach Berlin und zurück wird es Dienstagfrüh und am Abend zu erheblichen Verkehrseinschränkungen im Havelland kommen. Von den insgesamt zwölf Routen in Richtung Hauptstadt queren allein fünf Nauen. Die Traktoren von den Sammelpunkten in Friesack, Nauen und Priort schließen sich dem Fahrzeugkonvoi, der aus Norden kommt an. Gegen 8 Uhr soll der Konvoi die Berliner Stadtgrenze in Spandau passieren. Ab 5 Uhr wird im Raum Friesack und Nauen mit ersten Behinderungen gerechnet. Die Demo soll gegen 15 Uhr beendet sein. Dann setzt die Rückreisewelle ein.

Von Jens Wegener

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