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Falkensee 330 Pakete pro Schicht: So schuftet ein DHL-Bote in der Vorweihnachtszeit
Lokales Havelland Falkensee 330 Pakete pro Schicht: So schuftet ein DHL-Bote in der Vorweihnachtszeit
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15:58 23.12.2019
Gudrun Hopfe nimmt ein Paket für sich und ihre Nachbarin an. Manchmal ist es auch umgekehrt. Quelle: Jens Wegener
Falkensee

Er läuft zehn bis 15 Kilometer pro Tag, das sind etwa 16.000 bis 20.000 Schritte. So sagt es die App auf seinem Handy. Patrick Steinfeldt ist aber kein Ausdauersportler, sondern im Hauptberuf DHL-Zusteller. Seit zehn Jahren fährt der 31-Jährige aus Ketzin/Havel mit einem gelben Transporter zumeist durch Falkensee (Havelland), um Päckchen und Pakete abzuliefern.

4000 Pakete pro Tag in Falkensee

„Jetzt vor Weihnachten bleibt dabei kaum Zeit, mit den Kunden mal zwei, drei Worte zu wechseln, das Auto ist voll und alle wollen rechtzeitig ihre Pakete haben“, sagt Steinfeldt. Deshalb ist sein normaler Gang eher ein leichter Dauerlauf. Mit einem oder gleich zwei Paketen unterm Arm bewegt er sich in der Barkhausenstraße.

Es ist der Zustellbezirk 3, „insgesamt sind in Falkensee 24 Zusteller-Kollegen gleichzeitig im Einsatz“, weiß DHL-Pessesprecher Hans-Christian Mennenga. Um die 4000 Pakete werden vor Weihnachten pro Tag in Falkensee ausgeliefert, doppelt so viele wie sonst. „Wobei das Paketaufkommen generell stark zugenommen hat“, so der Pressesprecher.

Im Auto werden die Pakete vorsortiert. Quelle: Jens Wegener

Meistens helfen die Nachbarn

„Es ein Vorteil, wenn man die gleichen Bezirke abfährt, weil man seine Kunden fast alle kennt. Bei manchen bräuchte ich gar nicht zu klingeln, weil am Tage niemand zuhause ist. Aber meistens springt dann der Nachbar ein.“ Trotzdem muss Patrick Steinfeldt beim Empfänger eine Benachrichtigung in den Briefkasten werfen. Mit einigen Kunden gibt es sogenannte Ablageverträge, das heißt der Zusteller darf das Paket an einem bestimmten Platz auf dem Grundstück ablegen. Auch in der Barkhausenstraße ist das der Fall.

Gleich zweimal hat Patrick Steinfeldt, beziehungsweise haben die Kunden, heute Pech. Niemand ist zuhause, auch kein Nachbar. Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder er bringt das Paket nach Schichtende zu einer Packstation – in diesem Fall bei Real – oder zu einer DHL-Filiale, wo sich die Kunden dann die Ware abholen können.

Manchmal gibt es Kaffee und Trinkgeld

Die Fahrt geht weiter in die Dallgower Straße. Zwischendurch erzählt Patrick von seinen Erlebnissen an der Haustür von Kunden. „Ich bekomme mal einen Kaffee, auch mal 2 oder 5 Euro Trinkgeld. Aber manchmal bin ich auch der Prellbock, an dem Leute ihre Kritik loswerden wollen. Da muss man ruhig bleiben“, erzählt er.

Wieder ist ein Empfänger nicht da. Aber die Nachbarin, die selbst auch ein Päckchen bekommt, nimmt ihm beide ab. „Ich bin fast immer zuhause, weil ich als Tagesmutter kleine Kinder im Haus betreue. Also kann der Zusteller bei mir immer klingeln“, sagt Gudrun Hopfe. Sie unterschreibt auf dem Scanner, wünscht Patrick Steinfeldt noch ein frohes Weihnachtsfest und ruft: „Bis zum nächsten Mal.“

Bis das Auto leer ist

Der Frachtraum des gelben Transporters ist schon leerer geworden. Aber noch ist nicht Feierabend. „In der Vorweihnachtszeit dürfen wir mit Ausnahmegenehmigung etwas mehr als acht Stunden arbeiten“, sagt der 31-Jährige und ergänzt: „Im Prinzip bin ich solange unterwegs, bis alle Pakete abgeliefert sind.“

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Von Jens Wegener

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