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Falkensee AfD-Mann sieht CDU als links und grün
Lokales Havelland Falkensee AfD-Mann sieht CDU als links und grün
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18:52 02.08.2019
Der Falkenseer Heiko Prüwer ist der AfD-Mann im Kampf um das Direktmandat im Wahlkreis 6 bei der Landtagswahl. Quelle: Danilo Hafer
Falkensee

 Beim Fototermin versucht Heiko Prüwer zuerst, ernst zu gucken. Wegen der Zahnlücke. Aber dann lacht er doch. Passt einfach besser zu dem lebenslustigen Mann aus Falkensee, der ja eigentlich ziemlich von sich überzeugt ist und vor nichts Angst hat, also auch nicht vor Zahnlücken. Er packt die Dinge an. Und das will er jetzt als Direktkandidat für die AfD.

„Das ist mein großer Traum“, gesteht er: einziehen in den Landtag, als Politiker mitgestalten, das will er. Über einen Listenplatz ist er nicht abgesichert, über seine Chancen in dem Wahlkreis 6 (Falkensee, Dallgow-Döberitz, Schönwalde-Glien) spekuliert er nicht. Aber er will es versuchen und setzt dabei sowohl auf AfD-Inhalte, als auch auf seine Person.

Über Ungarn nach Spandau

Dabei hat er sich eher spät politisch eingesetzt. Als junger Mann war er 1989 aus der DDR über Ungarn in den Westen geflohen. Die Flucht führte nach Spandau. Unruhige Zeiten waren das nach der Wende, eine Ehe zerbrach, er lernte seine heutige Frau kennen.

„Wir sind eine Patchworkfamilie“, sagt Prüwer. Zu der gehörten von Anfang an auch Hunde und somit Ausflüge nach Falkensee. So lernte er die Stadt kennen, wohin die Familie bald zog.

Jetzt gegen Richstein

Im Jahr 2000 trat Prüwer der CDU bei. „Ich wollte nicht nur meckern, sondern wissen, warum was funktioniert und was nicht“, beschreibt er seine Motivation. „Ich bin einer, der mitmacht“, sagt er. So gehörte er zu den Wahlkampfhelfern für Barbara Richstein, gegen die er im Jahr 2019 antritt.

Denn vor drei Jahren hat Prüwer die CDU verlassen. „Ich habe mich nicht verändert, sondern die CDU“, sagt er, die Partei sei immer mehr in die Mitte gerückt, für ihn sei sie inzwischen links-grün. Die Bundeskanzlerin ist für ihn ein Wendehals. „Mal vorsichtig formuliert“, fügt er an.

Zur Person

Heiko Prüwer wurde 1959 in Ost-Berlin geboren, wo er auch aufwuchs. Er absolvierte eine Ausbildung zum Facharbeiter für Datentechnik. Später machte er an der Abendschule einen Abschluss in Glas- und Gebäudereinigung. Nach der Wende war er als Berufskraftfahrer unterwegs, ehe er vor 20 Jahren zum Versicherungsfachmann umschulte. Seitdem ist er in dieser Branche tätig.

Über Spandau kam er mit seiner Familie nach Falkensee, wo er sich etwa elf Jahre in der CDU engagierte. 2016 verließ er die Partei der Christdemokraten.

Als im Frühjahr 2017 in Falkensee ein AfD-Ortsverband gegründet wurde, war Heiko Prüwer dabei und wurde zum Vorsitzenden des Ortsvorstandes gewählt.

Nach dem CDU-Austritt wollte er eigentlich nichts mehr politisch machen, aber dann hat ihn Rainer van Raemdonck angesprochen. „Mein Ziehvater“, nennt Prüwer den AfD-Man, der lud ihn 2017 zur Gründung des Falkenseer Ortsvereins. Prüwer ging hin, wurde gleich zum Vorsitzenden gewählt.

Kontakt zu Handwerkern

Seit 20 Jahren ist Prüwer beruflich im Versicherungswesen unterwegs. Da hat er vor allem mit Handwerkern zu tun. „Die haben eine gesunde Meinung“, sagt der AfD-Mann. Und die sieht Prüwer auch bei sich.

„Nach 30 Jahren SPD in Brandenburg gibt es viel zu tun“, meint er. Für ihn sind die Politiker in Potsdam Komiker, auf einer öffentlichen Veranstaltung in der Stadthalle hat er die Regierenden auch schon mal als „Volksverräter“ abgetan.

Deutschlandhasser ausgemacht

Von grünen und linken Politikern hält er wenig, er meint: „Die sind Deutschlandhasser und wollen Deutschland abschaffen.“ Er ist stolz, ein Deutscher zu sein und wertet – mit Blick auf die EU – auch den Nationalstaat positiv.

Für mehr Sicherheit und weniger Gender

An Kritik spart Prüwer auch sonst nicht: Die innere Sicherheit wurde im Land runtergewirtschaftet, da müssen wieder mehr Polizisten eingestellt werden, in der Bildung gibt es zu viele Experimente, da soll es auch wieder Zensuren von Anfang an geben und von Inklusion hält er nichts, und für Gender-Gaga und Quotendiskussion ist er auch nicht zu haben.

Die offenen Grenzen sieht er kritisch: „Ins Schwimmbad soll man vielleicht bald einen Ausweis mitnehmen und an der Grenze braucht man ihn nicht?“ Die AfD fordert ein Einwanderungsgesetz, dafür steht auch Heiko Prüwer.

Seine Meinungen will der Falkenseer Heiko Prüwer den Wählern in vielen Gesprächen und im August auch auf vier öffentlichen Veranstaltungen im Falkenseer Musiksaalgebäude näherbringen.

Ab der nächsten Woche will er auch mit Plakaten im Ortsbild auf sich aufmerksam machen.

Von Marlies Schnaibel

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