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Falkensee Hans Scheib macht Kunst mit der Kettensäge
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13:54 29.04.2019
Zeus und Europa, wie sie Hans Scheib sah. Quelle: Foto: Promo
Spandau

Hans Scheib ist der Mann mit der Kettensäge, der die Welt mit fabelhaften Kunstwerken beschenkt hat. Als Berserker mit Charme hat er eine ganz eigene Art von Bildhauerei entwickelt. Der Mann zwischen Ost und West feiert demnächst seinen 70.Geburtstag. Im Zeughaus der Spandauer Zitadelle richtet man ihm eine Ausstellung aus, die am 3. Mai um 18 Uhr eröffnet wird. Mit „Ni Hao – Skulptur und Grafik“ ist sie überschrieben.

Studiert in Dresden

Matthias Flügge, der Rektor der Hochschule für Bildende Künste Dresden, führt fachlich in die Ausstellung ein. Er kommt von der Schule, an der der gebürtige Potsdamer Hans Scheib in den 70er-Jahren selbst studiert hatte.

In Dresden freundete er sich mit Künstlern wie Peter Herrmann, Peter Graf, Jürgen Böttcher (genannt Strawalde), Eberhard Göschel und Ralf Winkler (A. R. Penck) an. Den politisch gewollten „sozialistischen Realismus“ sahen diese jungen Männer kritisch, sie strebten nach Unabhängigkeit der Kunst und nach Authentizität.

Ausreise in den Westen

Das wollte Hans Scheib nach dem Studium als freischaffender Künstler ausleben. In seinem Atelier in Berliner Prenzlauer Berg versammelte er Gleichgesinnte, zog aber nicht nur die Aufmerksamkeit der Kunstfreunde, sondern auch die der Staatssicherheit auf sich. Verbote und die vorzeitige Schließung von Ausstellungen zermürbten. 1985 reiste Hans Scheib nach West-Berlin aus. Er führte ein Atelier in Charlottenburg, seit einigen Jahren in Spandau.

Spröde und hintersinnig

 Hier ist man dem Künstler besonders verbunden und hat ihm einige Ausstellungen gewidmet. Die rauen Räume der Zitadelle scheinen wie geschaffen für die spröde-hintersinnigen Arbeiten von Hans Scheib. Schon vor zehn Jahren gab es hier, damals auf der Bastion Kronprinz, eine fulminante Personalausstellung.

Figur "Apokalyptischer Reiter" von Hans Scheib auf der Zitadelle Spandau. Quelle: Marlies Schnaibel

Holzbalken von Abbruchhäusern hatten Scheib bereits Ende der 70er-Jahre zu seinem Medium geführt: Er holte aus dem spröden Holz seine höchst lebendigen Figuren heraus – Tiere, Politiker –und immer wieder Frauen. Die gerne in heiter-sexy Posen. Andere Arbeiten sind klar gesellschaftskritisch und antimilitaristisch. Gerne greift er mythologische Themen auf, die er in Beziehung zur Gegenwart setzt. Immer sind seine Arbeiten von expressiv-schöner Kraft. Seine Werke stehen für kompakte Reduktion auf der einen Seite, detailreiche Inszenierung auf der anderen Seite. Der Künstler wird in ihnen zum Geschichtenerzähler.

Skulpturen und Grafiken gezeigt

In der neuen Ausstellung „Ni Hao“ sind rund 60 Arbeiten zu sehen. Sie stammen aus den letzten vier Jahrzehnten. Gezeigt werden bildhauerische und grafische Werke.

Ausstellung im Havelland

 Hans Scheib lebt und arbeitet in Berlin. Manchmal arbeitet er auch im Havelland, so wie im vergangenen Jahr, als er in Neuwerder am Kunstsymposium mit Blick auf Fontane teilnahm. Der Förderverein Land(Schaft)Kunst lädt für Juni 2019 zur Biennale „Fontane_lesen – mach dir ein Bild davon“ ein. Dann sind Scheibs Arbeiten auch im Havelland zu sehen.

Die Ausstellung „Ni Hao“ von Hans Scheib wird am 3. Mai um 18 Uhr auf der Zitadelle Spandau (Zeughaus) eröffnet. Sie wird bis zum 4. August gezeigt. Die Zitadelle hat täglich geöffnet.

Von Marlies Schnaibel

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