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Falkensee Bewährungsstrafe für Falkenseer Waffennarr
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01:16 14.04.2019
Verhandelt wurde die Strafsache im Amtsgericht Nauen. Quelle: dpa
Nauen

Sogar der Verteidiger bezeichnete das, was der Angeklagte Paul Puste (Name geändert) getan hat, als „einen dicken Hund“ und ergänzte: „Es ist gefährlich. Das darf man nicht machen“. So folgte die Richterin in der Verhandlung am Donnerstag im Nauener Amtsgericht am Ende der Forderung des Staatsanwaltes und verurteilte Paul Puste zu einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Trainiert in einem Schießverein

Den heute 71-jährigen Falkenseer als „Waffennarr“ zu bezeichnen, so wie es der Staatsanwalt tat, ist verständlich. Es genügt ein Blick auf die Liste der scharfen Waffen, die im Sommer 2015 im Wohnhaus von Paul Puste gefundenen wurden: Eine Maschinenpistole, eine Pumpgun (Vorderschaftrepetierflinte), fünf halbautomatische Pistolen, ein Butterfly-Messer und ein Wurfstern.

Dazu mehr als 3000 Schuss Munition. Wobei das nur die Waffen und Munition waren, die der Angeklagte illegal besaß. Für ein gutes Dutzend andere Waffen und tausende Patronen hat Paul Puste Waffenkarten.

„Ich wollte niemals mit diesen Waffen schießen“

Er sei Mitte der 90er-Jahre über einen Verwandten, der Polizist ist, zum Schießsport gekommen, berichtete der Angeklagte. Deshalb habe er viele Sportwaffen angeschafft, mit denen er regelmäßig in einem Schießverein in Berlin trainiert habe.

Dass er dann auch illegal Waffen und Munition gekauft hat, für die er keine Berechtigung hat, bereue er heute sehr. „Ich habe Fehler gemacht, wollte aber niemals mit diesen Waffen schießen. Mich hat nur die Technik fasziniert. Ich habe sie auseinandergebaut, gereinigt und wieder zusammengebaut“, so der 71-Jährige.

Waffen waren im ganzen Haus verteilt

„Ihnen war aber bewusst, dass Sie schon mit dem Besitz dieser Maschinenpistole gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz verstoßen“, stellte die Richterin fest. Allein dafür sehe der Gesetzgeber eine Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr vor.

Völlig unverständlich blieb dem Gericht, warum der Angeklagte alle legal erworbenen Waffen und Munition ordnungsgemäß in einem Waffenschrank aufbewahrte, die illegalen Waffen aber „im gesamten Haus verteilt rumlagen. Die Maschinenpistole fanden die Polizisten bei der Durchsuchung unterm Bett im Schlafzimmer und die Munition lag nur unweit entfernt. Da hätte jeder rankommen können“, so die Richterin.

Generell blieb die Frage unbeantwortet, warum der Angeklagte etwa 3000 Patronen für illegal erworbene Waffen hatte, wenn er damit nie schießen wollte.

Geständnis abgelegt

Für den Angeklagten sprachen laut Gericht, dass er geständig war, dass er vorher und nachher nie mit dem Gesetz in Konflikt geraten ist, dass er nach dem Tod seiner Frau mit einer neuen Lebensgefährtin zusammenwohnt und sich lieber um den Hund kümmere als um Waffen. „Ich schieße auch nicht mehr im Verein und will mit den Dingern nichts mehr zu tun haben“, so Paul Puste.

Wesentlich zu berücksichtigen bei dem Urteil sei auch der Fakt, so die Richterin, dass sich das alles vor fast vier Jahren abgespielt hat und das Verfahren erst jetzt, ohne Verschulden des Angeklagten, zu Ende gebracht werden konnte. Die Bewährungszeit beträgt zwei Jahre. Der Verurteilte muss zudem alle legal noch in seinem Besitz befindlichen Waffen und die Munition verkaufen.

Von Jens Wegener

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