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Falkensee Brustkrebs früh erkennen: „Mammobil“ hält auf dem Campusplatz
Lokales Havelland Falkensee Brustkrebs früh erkennen: „Mammobil“ hält auf dem Campusplatz
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09:30 26.10.2019
Eine Medizinisch-technische Radiologieassistenten (MTRA) bespricht mit einer Frau die Ergebnisse eines Mammografie-Screenings. Quelle: Viviane Wild
Falkensee

Das kleine Wartezimmer ist voll, es wird erzählt und über Alltägliches geplaudert. „Wir laden oftmals nach Straßenzügen ein. Nachbarn kommen gemeinsam oder treffen sich hier“, weiß Christiane Pietrkiewicz. Die Radiologin ist verantwortliche Ärztin für das Mammografie-Screening-Programm in West-Brandenburg. Dazu gehört auch das Mammografie-Mobil, das noch bis zum 15. November auf dem Falkenseer Campusplatz steht.

Mobile Röntgeneinheit

„Frauen zwischen 50 und 69 Jahren werden alle zwei Jahre von uns eingeladen. Damit die Wege nicht so weit sind, gibt es die mobile Röntgeneinheit. Sie müssten sonst zu unseren stationären Screening-Einheiten nach Potsdam oder Brandenburg/Havel“, sagt Pietrkiewicz.

Das Mobil umzusetzen, das Team einzuteilen und jedes Mal tausende Frauen einzuladen, sei eine logistische Meisterleistung. Dass nur etwa 50 Prozent aller Frauen die Chance auf Früherkennung wahrnehmen, könne die Radiologin nicht verstehen. Schließlich würde die Leistung von den Krankenkassen übernommen.

Christiane Pietrkiewicz (r.) ist mit ihrem Team in Westbrandenburg unterwegs. Quelle: Laura Sander

„Die Frauen stehen mitten im Leben und werden noch gebraucht. Je früher man Anomalien erkennt, desto leichter sind sie zu behandeln“, sagt Christiane Pietrkiewicz. So könnten Läsionen mit unsicherem biologischem Potenzial mittels einer minimalinvasiven Operation entfernt werden. Eine Tumorvorstufe müsste bereits mit einer Operation und Bestrahlung behandelt werden.

Frauen können sich Leid ersparen

Bei einem ausgewachsenen Tumor kommen noch eine Chemotherapie und weitere Behandlungen dazu. „Die Frauen können sich so viel Leid ersparen, indem sie regelmäßig zur Früherkennung gehen“, so die Ärztin.

Screening-Programm

Brustkrebs ist in Deutschland die häufigste Krebserkrankung bei Frauen.

Das Mammografie-Screening-Programm zur Früherkennung von Brustkrebs richtet sich bundesweit an über zehn Millionen Frauen zwischen 50 und 69 Jahren. Es wird von den gesetzlichen Krankenkassen und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung getragen.

Ziel dieses Programms ist es, Brustkrebs in einem frühen Stadium zu entdecken, in dem der Tumor noch klein ist und die Lymphknoten noch nicht befallen hat.

Für die Untersuchung wurden bundesweit so genannte Screening-Einheiten eingerichtet. Das sind Zentren, die auf die Brustkrebs-Früherkennung spezialisiert sind und eine besondere Zulassung dafür haben.

Die Dosis der Röntgenstrahlen sei zudem weitaus geringer, als noch vor ein paar Jahren. Nach jeder Flugreise sei man belasteter, so Pietrkiewicz. Sieben Minuten für die Gesundheit sollte jeder übrig haben, findet die Radiologin.

Die Brustgröße ist nicht entscheidend

Ab 30 Jahren gehört das Abtasten der Brust zur Routine-Untersuchung beim Gynäkologen, Auffälligkeiten werden dann mit dem Ultraschallgerät abgeklärt. Ab 40 Jahren erfolgt die Abklärung mit der Mammografie. „Jede Frau kann außerdem selber auf sich achten, indem sie sich regelmäßig im Stehen und im Liegen abtastet und im Spiegel nach Veränderungen sucht.

Egal, wie groß die Brust ist, das Risiko ist für jede Frau gleich“, sagt Christiane Pietrkiewicz. Sind bereits Vorerkrankungen in der Familie bekannt, könne man sein Risiko anhand eines Gentests in Spezialzentren untersuchen lassen.

„Es ist toll, was heute technisch möglich ist. Neben der klassischen Mammografie gibt es außerdem die Tomosynthese, die eine Serie von Schichtaufnahmen erzeugt und die Brust noch detaillierter darstellt“, sagt die Radiologin, die seit 2007 im Screening-Programm mitarbeitet.

Sechs von 1000 Frauen

„Ich war lange in einem Krankenhaus beschäftigt und hatte viel Patientenkontakt. Als ich in die Praxis wechselte, saß ich fast nur noch vor einem Monitor – das war nichts für mich“, so Pietrkiewicz, die heute wieder mehr Kontakt mit ihren Patientinnen hat.

Alle Aufnahmen, die im Mammografie-Mobil entstehen, werden nach Potsdam geschickt, dort ausgewertet und mit alten Aufnahmen verglichen. „Stellen wir eine Veränderung fest, laden wir die Frauen zu weiteren Untersuchungen ein. Von 1000 Frauen entdecken wir bei 30 Frauen Anomalien. Bei sechs Frauen ist es statistisch gesehen tatsächlich Brustkrebs“, so die Ärztin.

Von Laura Sander

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