Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Falkensee Kreistag: CDU bleibt stärkste Kraft – Langes Warten vor Wahlkabinen in Falkensee
Lokales Havelland Falkensee Kreistag: CDU bleibt stärkste Kraft – Langes Warten vor Wahlkabinen in Falkensee
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:53 27.05.2019
Das große Zählen: Wie hier in der Falkenseer Kantschule war von den Wahlhelfern sehr viel Papier zu bewältigen. Stundenlang wurde gezählt. Quelle: Tanja M. Marotzke
Anzeige
Havelland

Die Wähler haben die Mandate im Kreistag Havelland neu verteilt. Um 4.30 Uhr am Montag waren alle 222 Stimmbezirken ausgezählt. Der Trend ist klar: Gewinner im Kreistag ist die AfD. Im Jahr 2014 bekam die Partei noch 6,4 Prozent der Stimmen.

Am Sonntag waren es 14,2 Prozent. Stärkste Partei war die CDU mit 20,3 Prozent, die SPD kam bis dahin auf 18,2 Prozent. Beide haben damit gegenüber 2014 deutlich verloren.

Anzeige
Ruhe am Morgen, Gedränge am Vormittag, langes auszählen: der Wahlsonntag im Osthavelland.

Die Linken fielen auf 11,7 Prozent zurück. Die Grünen konnten sich steigern und erreichten 13,4 Prozent der abgegebenen Stimmen. Die FDP erreichte 6,0 Prozent.

Der neue Kreistag konstituiert sich am 24. Juni. Dann sind die Ausschüsse zu besetzen, der oder die Kreistagsvorsitzende muss gewählt werden und weitere Regularien stehen an.

Warten vor den Wahlkabinen

Für den großen Aufreger am Wahltag sorgte im Havelland das große Warten vor den Wahlkabinen. So standen beispielsweise in Falkensee oftmals nur zwei Kabinen in den Wahllokalen. Die Folge: Lange Warteschlangen allerorten. Bis zu einer Stunde mussten Wahlwillige in Falkensee warten, auch einem Landrat Roger Lewandowski und Bürgermeister Heiko Müller erging es nicht anders.

Wahlen in Falkensee: Hier mussten die Menschen oft lange warten. Quelle: Tanja M. Marotzke

In Brieselang gab es im Rathaus drei Kabinen, in den meisten anderen Wahllokalen im Gemeindegebiet hingegen nur zwei. Manche Wähler brauchten ausgesprochen lange für ihre Wahlentscheidung. So hatte sich in einem Brieselanger Wahllokal ein Einwohner 30 Minuten Zeit gelassen.

Hüpfburg umgewandelt

In Paulinenaue indes bewies der Wahlvorstand Improvisationsgabe. Nachdem feststand, dass die drei Wahlkabinen nicht ausreichen und die Warteschlange am Vormittag immer länger wurde, schritt man zur Tat. Aus Pappe wurden einfach zwei weitere Wahlkabinen gezimmert. Damit dürfte die Gemeinde zu den Orten gehören, deren Wahllokale am besten ausgestattet waren.

Auch an anderen Stellen wurde improvisiert: In einer Falkenseer Kita wurde eine Hüpfburg zur Wahlkabine umfunktioniert, in einer Schule wurde aus Schulbänken eine Kabine gebastelt.

Im neuen Dallgower Rathaus hatte man bereits im Vorfeld damit gerechnet, dass die vier vorhandenen Kabinen nicht ausreichen würden und öffnete kurzerhand zwei der nagelneuen Büros. Für alle Dallgower eine gute Gelegenheit, das moderne Bauwerk, das erst Anfang Juni bezogen werden soll, etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

Engpass bei Urnen

Allerdings gab es nicht nur bei Wahlkabinen einen Engpass. Auch die Urnen reichten wegen der Fülle der Wahlzettel oft nicht aus. Weitere Kartons mussten herangeschafft werden, als selbst das Nachstopfen mit Zollstock und Tafellineal nicht mehr half.

Vier Wahlkreise im Havelland

Im Landkreis Havelland leben 160 739 Menschen.

Es wurden vier Wahlkreise gebildet. Wobei der Wahlkreis 4 allein die Stadt Falkensee umfasst.

Zu wählen waren 56 Abgeordnete für den Kreistag Havelland.

Für die Organisation der Wahl hagelte es bereits vor Wahlschluss herbe Kritik. Neben Unzufriedenheit über den Ablauf der Stimmabgabe gab es in den Falkenseer Facebook-Gruppen jedoch auch viel Lob für alle Wahlhelfer, die an diesem Tag ehrenamtlich aktiv waren.

Brenzlige Situation

Das Wahllokal mit dem höchsten Actionfaktor im Landkreis war ohne Zweifel das Friesacker. Die Feuerwehr hatte extra fünf Fahrzeuge aus der Halle gefahren, um Platz für zwei Wahllokale zu schaffen. Aber dann wurde es hektisch.

Als die Wehr plötzlich gegen 10.30 Uhr zu einem Brand in der Straße Pirschheide gerufen wurde, sparte man sich allerdings das Ausparken aus der Halle. Zuvor war schon dichter Qualm zum Depot gezogen.

Von MAZ