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Falkensee Das Bio-Bier aus Brieselang
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17:05 10.05.2019
Wilde Nessel, Stolze Blüte oder Schwarzes Schaf: Die G’Broi-Sorten sind vielfältig. Quelle: Foto: Vivien Tharun
Falkensee

Immer wenn sie in ihrer Kindheit mit dem Schiff nach Sardinien übersetzte, wehte ihr der Duft wilder Kräuter entgegen, sagte Pia Morgenroth. Daher müsse wohl ihre Leidenschaft für natürliche Gewürze und Gerichte kommen.

Der Weg zum eigenen Start-Up

Beim 58. Falkenseer Frauenstammtisch im Hotel Kronprinz schilderte sie ihren Weg in die Selbstständigkeit, warum sie heute das alkoholisch Kräutergetränk „G’BROI“ herstellt und warum es dieses Jahr anders als im Vorjahr heißen muss.

In Hannover geboren und aufgewachsen leitet die Tochter deutsch-italienischer Eltern nun ihr eigenes Start-Up-Unternehmen mit Sitz in Brieselang. Der Weg dahin sei verschlungen gewesen, doch jede Erfahrung eine Bereicherung.

Pia Morgenroth mit ihrer persönlichen Lieblingssorte "Schwarzes Schaf". Quelle: Vivien Tharun

So fuhr die heute 47-Jährige nach ihrem Studium der Ernährungswissenschaften erst einmal sechs Monate lang Lieferwagen für die Firma Eismann. Ihr anschließender Job brachte sie rund um die Welt: Ihr früherer Ehemann hatte einen Verlag für Reisehörbücher. Dort stieg sie mit ein und bereiste Länder, um Geräuschaufnahmen, Interviews und Rezepte zu sammeln. „Im Grunde waren diese Hörbücher eine Nische in einer Nische des Buch- und CD-Handels.“

Die Ehe ging dann auseinander und Morgenroth arbeitete bis vor zwei Jahren im Vertrieb einer Brauerei. „Dann kam irgendwann der Punkt, an dem ich Hopfen im Bier langweilig fand und mich mit meiner Liebe zu Kräutern selbstständig machen wollte“, sagte sie. Schafgabe, Gunderman und Holunderblüten sind nur ein drei der vielen Kräuter, die in den verschiedenen G’BROI-Sorten vorkommen.

Reinheitsgebot und Kräuterwirkung

Auf dem Weg zu ihren Sorten beschäftigte sich Morgenroth intensiv mit Brauerei und der Geschichte des Biers. „Bevor es das Reinheitsgebot gab, wurde Bier mit Kräutern anstatt mit Hopfen gemacht.“ Dadurch mache es weniger müde und die Kräuter hätten ihre eigene Wirkung auf den Körper, erzählte sie. Diese alte Bierherstellung wollte sie neu beleben.

Sie lernte Brauer Ulf kennen, mit dem sie heute zusammen arbeitet. Auf der Suche nach einem Standort traf sie in Brieselang einen jungen Mann, der einen Keller zur Weinherstellung hatte. Alles schien auf einem guten Weg, bis es nach einem Fernsehbericht über ihr Getränk ein Problem mit Behörden gab: „Das Getränkt hieß zu Beginn ,G’BRÄU’“, sagte Morgenroth. Sie musste die Schreibweise zu „G’BROI“ ändern, weil das Kräutergetränk laut Behörde mit einem gebrauten Bier verwechsel werden könne.

4,9 Prozent Alkohol

„Ich musste dann alles ändern: Eine zweite Marke eintragen lassen, Visitenkarten und Etiketten neu drucken und die Internetseite anpassen.“ Dabei sei der Herstellungsprozess der selbe wie bei Bier. Einzig Hopfen würde durch eine Bio-Kräutermischung ersetzt. Am Ende hat auch ihr Produkt 4,9 Prozent Alkohol.

Ihren Kunden geht es nicht um Schreibweisen, sondern um Geschmack. Biomärkte fragen nach Vertriebsmöglichkeiten und die produzierte Literzahl ist stark gestiegen. So hatte Morgenroth im Vorjahr an die 4000 Liter in Flaschen und Fässern auf den Markt gebracht. Die Prognose für dieses Jahr liegt bei etwa 25 000 Litern. „In Brieselang können wir nur Fässer abfüllen“, sagte sie. Darum habe sie die Flaschenabfüllung nach Spandau verlegt, wo ebenfalls nach Bio-Standard produziert wird.

Von Vivien Tharun

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